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Gleis-Schaden wegen der Hitze: So kam es zu den Zugausfällen und Verspätungen zwischen Luzern und Hergiswil

Wegen eines Gleisschadens war der Bahnverkehr zwischen Luzern und der Haltestelle Luzern Allmend/Messe unterbrochen. Nun weiss man, was genau passiert ist.
David von Moos

Wer sich am Mittwochabend mit der Bahn zwischen Luzern und Hergiswil bewegen wollte, musste mit etwas mehr Reisezeit rechnen. Der Zugverkehr zwischen den beiden Orten war wegen eines Gleisschadens unterbrochen, wie die Zentralbahn und die SBB auf ihren Informationsportalen mitteilten.

Die Züge IR Luzern - Interlaken Ost + IR Luzern - Engelberg + S 5 fielen zwischen Luzern und Luzern Allmend/Messe aus. Reisende von Luzern nach Interlaken Ost oder umgekehrt reisten via Bern. Es verkehrten Shuttlebusse Luzern - Luzern Allmend/Messe - Luzern. Die Züge S 4 + S 44 + S 55 fielen zwischen Luzern und Hergiswil aus.

Viele Pendler warten am Bahnhof Luzern vor einem Ersatzbus. (Bild: Leserbild, 26. Juni 2019)

Viele Pendler warten am Bahnhof Luzern vor einem Ersatzbus. (Bild: Leserbild, 26. Juni 2019)

Was genau ist passiert? «Wir hatten um 14:15 Uhr eine sogenannte Gleisverdrückung in Hergiswil bei der Steinibachbrücke festgestellt», erklärt Thomas Keiser, Mediensprecher der Zentralbahn, auf Anfrage gegenüber unserer Zeitung. Unter Gleisverdrückung verstehe man eine seitliche Verschiebung des Gleises infolge grosser innerer Längsdruckkräfte und ohne Einwirkung einer äusseren Kraft, so Thomas Keiser. «Das wird ausschliesslich durch hohe Temperaturen verursacht.» Für Laien seien die Schäden nicht sichtbar gewesen.

Wegen den verbogenen Gleisen habe man die Fahrtgeschwindigkeit der Züge von 50 auf 20 Kilometer pro Stunde verringern müssen. «Das löste Verspätungen von bis zu 15 Minuten aus.»

Kurz nach 16 Uhr hätten sich dann auch beim Bahnhof Luzern Gleise verschoben, so Thomas Keiser weiter. «Folglich war der Bahnhof Luzern für den Zugsverkehr der Zentralbahn gesperrt, von 16:20 Uhr bis 18:50 Uhr.» Die Züge wendeten in Allmend/Messe und teilweise in Hergiswil. Es wurden Bahnersatzbusse der VBL Luzern ab Bahnhof Luzern (Kante Z) nach Allmend/Messe eingesetzt.

Erst am Abend waren die Probleme gelöst

Ab 19 Uhr konnte das betroffene Gleis mit einer reduzierten Geschwindigkeit wieder befahren werden. Das wiederum hatte gemäss Thomas Keiser Verspätungen von bis zu 30 Minuten und mehrere Zugausfälle zur Folge. Zwei Stunden später waren die Probleme dann behoben. «Ab 21 Uhr konnte der Bahnhof Luzern wieder uneingeschränkt befahren werden. Die Verspätungen konnten anschliessend reduziert, jedoch bis Betriebsschluss nicht vollständig eliminiert werden.»

Leserinnen und Leser unserer Zeitung haben berichtet, dass Reisende von Luzern nach Giswil am Mittwochabend fast zwei Stunden brauchten, bis sie zu Hause waren.

Die betroffenen Passagiere bitte man um Verständnis für diese «witterungsbedingte Ausnahmesituation», so Keiser weiter. Weiter sagt er:

«Es handelt sich um eine naturbedingte Ausnahmeerscheinung. In einem solchen Fall werden die Kunden nicht entschädigt.»

Die schleichende Verspätungserhöhung habe zu diversen Zugausfällen geführt. «In diesen Situationen kann der Anschluss nicht immer gewährleistet werden, was zu Wartezeiten führt.» Oberste Priorität habe immer der sichere Transport der Kunden.

Wegen der derzeitigen Hitzewelle gab es schon am Vortag Probleme mit den Gleisen (wir berichteten). Vermeidbar gewesen sei der Streckenunterbruch vom Mittwochabend aber nicht. Man habe schon am Dienstag Massnahmen zur Bewältigung der Hitzewelle diskutiert, so Mediensprecher Thomas Keiser weiter. «Die Zentralbahn ist laufend mit dem Unterhalt und den Gleiserneuerungen beschäftigt, kann jedoch bei solchen extremen Wettereinflüssen nur bedingt Einfluss auf das ganze Schienennetz nehmen.»

Am Donnerstagabend kam es darüber hinaus zwischen Wolhusen und Langenthal zu Einschränkungen. Auch hier sollen Gleisschäden der Grund gewesen sein. Dies geht aus einer Anzeige der SBB hervor.

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