Gnadenfrist für Schrebergärten

Es bleibt dabei: Die Stadt Luzern will die Anzahl der Familiengärten in den nächsten zehn Jahren von heute 870 auf 600 reduzieren. Der Stadtrat lehnt eine Petition zum Erhalt der Parzellen ab, gewährt den Arealen Grabenhof und Friedental aber einen Aufschub.

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Herbert Waser, Präsident des FGV-Luzern auf seiner Gartenparzelle im Grabenhof. (Bild: Remo Nägeli/Neue LZ)

Herbert Waser, Präsident des FGV-Luzern auf seiner Gartenparzelle im Grabenhof. (Bild: Remo Nägeli/Neue LZ)

Im Oktober 2011 wurde eine von 720 Personen unterzeichnete Petition eingereicht, die den Luzerner Stadtrat auffordert, die Familiengärten zu erhalten. In seiner Antwort an die Petitionäre hält der Stadtrat nun aber an einer Reduktion von heute 870 Parzellen auf 600 Familengärten fest.

Areale Lido und Urnerhof als erste betroffen

Von der Reduktion betroffen ist das Areal Lido, das Ende 2014 aufgegeben wird. Die Böden seien mit Schadstoffen belastet und eine Sanierung würde unverhältnismässig hohe Kosten verursachen.

Das Areal Urnerhof wird während der BZO-Revision in die Wohn- und Arbeitszone umgezont und ab 2015 baulich entwickelt. Der Familiengärtnerverein Luzern (FGV) hat seine Einsprache gegen die Umzonung des Areals mittlerweile zurückgezogen. Die Stadt Luzern hat sich bereit erklärt, die Kosten für die Räumung des Areals zu übernehmen.

Verlängerung für Grabenhof und Friedental

Für das Areal Grabenhof in Kriens hat die Stadt Luzern ebenfalls die Umzonung in die Wohn- und Arbeitszone beantragt. Die Ende 2014 auslaufenden Pachtverträge sollen auf Wunsch der Gemeinde Kriens aber um weitere sechs Jahre verlängert werden. Der Stadtrat unterstütze den Antrag.

Die Familiengärten im Friedental sollen saniert werden. Das Friedental wird als naturnaher Landschaftspark gestaltet und damit für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Das Angebot an Familiengärten werde von heute 165 auf rund 100 Parzellen reduziert. Die Sanierung werde aber erst nach Auslaufen der Verträge 2016 durchgeführt – nicht wie ursprünglich geplant schon Ende 2013. Mit dieser Verschiebung um zwei Jahre geht der Stadtrat auf eine Forderung der Familiengarten-Vereine ein.

Parlament entscheidet im Herbst

Wie es in einer Mitteilung der Stadt Luzern vom Freitag heisst, sei es ein Ziel der Revision der Bau- und Zonenordnung (BZO), eine bauliche Verdichtung herbeizuführen. Stadtrat und Parlament wollen damit die Voraussetzung schaffen, dass neue Wohnungen und Arbeitsplätze entstehen können. Die städtischen Familiengartenareale hätten Potenzial für eine solche bauliche Entwicklung. Der Grosse Stadtrat wird voraussichtlich im Herbst über die vom Stadtrat erarbeitete Familiengartenstrategie 2020 entscheiden.

pd/bep