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Gold für die Equipe um Holdener und Zenhäusern: Ein Schub für die Techniker

Die Schweizer gewinnen die Goldmedaille im Teamwettbewerb. Im Hinblick auf die technischen Disziplinen könnte der Sieg von grossem Wert sein.
Claudio Zanini, Åre
Von links: Sandro Simonet, Andrea Ellenberger, Aline Danioth, Ramon Zenhäusern, Wendy Holdener und Daniel Yule zeigen ihre Medaillen. (Bild: KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)Von links: Sandro Simonet, Andrea Ellenberger, Aline Danioth, Ramon Zenhäusern, Wendy Holdener und Daniel Yule zeigen ihre Medaillen. (Bild: KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)
Die Goldmedaillisten freuen sich über ihren Sieg. (Bild: KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)Die Goldmedaillisten freuen sich über ihren Sieg. (Bild: KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)
Das österreichische Team (Silber, links) und das italienische Team (Bronze, rechts) bei der Siegerehrung. Das Schweizer Team freut sich über die erste WM-Gold-Medaille (mitte). (Bild: EPA/VALDRIN XHEMAJ)Das österreichische Team (Silber, links) und das italienische Team (Bronze, rechts) bei der Siegerehrung. Das Schweizer Team freut sich über die erste WM-Gold-Medaille (mitte). (Bild: EPA/VALDRIN XHEMAJ)
Andrea Ellenberger, Sandro Simonet, Aline Danioth, Ramon Zenhäusern, Wendy Holdener und Daniel Yule of Switzerland (r.n.l.). (Bild: KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)Andrea Ellenberger, Sandro Simonet, Aline Danioth, Ramon Zenhäusern, Wendy Holdener und Daniel Yule of Switzerland (r.n.l.). (Bild: KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)
Das Team gratuliert Ramon Zenhäusern zur gelungenen Fahrt. (Bild: Valdrin Xhemaj/EPA)Das Team gratuliert Ramon Zenhäusern zur gelungenen Fahrt. (Bild: Valdrin Xhemaj/EPA)
So sehen Sieger aus: Die Schweizer Skirennfahrerinnen und Skirennfahrer nach dem Gewinn der Goldmedaille im Team-Event. (Bild: Valdrin Xhemaj/EPA)So sehen Sieger aus: Die Schweizer Skirennfahrerinnen und Skirennfahrer nach dem Gewinn der Goldmedaille im Team-Event. (Bild: Valdrin Xhemaj/EPA)
Ramon Zenhäusern jubelnd im Ziel. (Bild: Alessandro Trovati/AP)Ramon Zenhäusern jubelnd im Ziel. (Bild: Alessandro Trovati/AP)
Ramon Zenhäusern gelangt im Final knapp vor dem Deutschen Linus Strasser ins Ziel. (Bild: Valdrin Xhemaj/EPA)Ramon Zenhäusern gelangt im Final knapp vor dem Deutschen Linus Strasser ins Ziel. (Bild: Valdrin Xhemaj/EPA)
Ramon Zenhäusern nach der Ankunt im Ziel. (Bild: Alessandro Trovati/AP)Ramon Zenhäusern nach der Ankunt im Ziel. (Bild: Alessandro Trovati/AP)
Daniel Yule fährt dem Niederländer Dries Van den Broecke beim Alpine Team Event ann den FIS-Ski-Weltmeisterschaften im schwedischen Are davon. (Bild: Valdrin Xhemaj/EPA)Daniel Yule fährt dem Niederländer Dries Van den Broecke beim Alpine Team Event ann den FIS-Ski-Weltmeisterschaften im schwedischen Are davon. (Bild: Valdrin Xhemaj/EPA)
Ramon Zenhäeusern und der Belgier Tom Verbeke duellieren sich. (Bild: Valdrin Xhemaj/EPA)Ramon Zenhäeusern und der Belgier Tom Verbeke duellieren sich. (Bild: Valdrin Xhemaj/EPA)
Wendy Holdener lässt der Schwedin Anna Swenn Larsson keine Chance. (Bild: Valdrin Xhemaj/EPA)Wendy Holdener lässt der Schwedin Anna Swenn Larsson keine Chance. (Bild: Valdrin Xhemaj/EPA)
Der Schwede Mattias Hargin während Daniel Yule stürzt. (Bild: Gabriele Facciotti/AP)Der Schwede Mattias Hargin während Daniel Yule stürzt. (Bild: Gabriele Facciotti/AP)
Frida Hansdotter gegen Aline Danioth. (Bild: Valdrin Xhemaj/EPA)Frida Hansdotter gegen Aline Danioth. (Bild: Valdrin Xhemaj/EPA)
Der Schwede Mattias Hargin während Daniel Yule stürzt. (Bild: Valdrin Xhemaj/EPA)Der Schwede Mattias Hargin während Daniel Yule stürzt. (Bild: Valdrin Xhemaj/EPA)
Wendy Holdener gegen Anna Swenn Larsson. (Bild: Valdrin Xhemaj/EPA)Wendy Holdener gegen Anna Swenn Larsson. (Bild: Valdrin Xhemaj/EPA)
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Die Schweiz gewinnt Gold im Team-Event

Ach, dieser Teamwettbewerb. Er ist das zugezogene Kind, das Mühe hat, sich in der Gemeinde zu integrieren. Die Eingesessenen trauen dem Neuen nicht. Vorurteile hier, vorgefertigte Meinungen da. Aber der Neue ist eben nicht ganz uninteressant, er lässt uns nicht kalt. Er trägt andere Kleider und andere Schuhe, aber eine gewisse Ausstrahlung sprechen wir ihm nicht ab.

Er hat einen schweren Stand bei Connaisseuren, dieser Teamwettbewerb. Denn er ist anders als die klassischen Disziplinen. Er mäandert irgendwo zwischen Slalom und Riesenslalom, wobei ein Lauf knapp eine halbe Minute dauert. Ausgetragen wird er im K.-o.-System. Für die Zuschauer soll das leicht nachvollziehbar und spannend sein.

Man mag vom Format halten, was man will. Der Masse scheint es zu gefallen, das zeigt das WM-Rennen. Nie zuvor standen mehr Leute in Åre neben der Piste, als beim Teamwettbewerb. Die Flutlicht-Atmosphäre tat ihr Übriges. Und weil mit Schweden ein Mitfavorit ins Rennen stieg, musste das Publikum ohnehin nicht motiviert werden.

Doch auch die Schweiz stieg mit einem kompetenten Parallel-Team ins Rennen: Wendy Holdener, Ramon Zenhäusern, Daniel Yule und Aline Danioth. Es war bis auf Danioth die gleiche Besetzung wie in Pyeongchang 2018, als die Schweizer Olympiagold holten.

Die verrückte Geschichte von Ellenberger

Im Achtelfinal war Belgien die erwartet tiefe Hürde. Die Schweiz gewann sämtliche vier Duelle. Es kam zum Viertelfinal gegen Schweden. Eine Knacknuss. «Wir wussten, dass dies ein harter Kampf wird», sagte Wendy Holdener nach dem Rennen. Sie sagte es in Englisch, «tough battle», wie ein episches Duell. Und weil sie wussten, dass die Schweden «like crazy», wie verrückt, kämpfen würden, musste man das allerbeste Skifahren zeigen, sagte Holdener.

Das brauchte es tatsächlich gegen diese Schweden. Schnell lagen die Schweizer 2:1 zurück. Das letzte Duell konnte Zenhäusern schliesslich gegen André Myhrer gewinnen. Die Schweiz setzte sich aufgrund der besseren Gesamtzeit durch.

Enge Duelle folgten auch im Halbfinal gegen Deutschland und im Final gegen Österreich. Beide Male musste ein Rückstand ausgebügelt werden, beide Male entschied die bessere Zeit. An der Pressekonferenz wird Daniel Yule später gefragt, warum diese engen Duelle immer auf die Schweizer Seite kippen konnten. Yule antwortete:

«Ich glaube, der grosse Grund dafür war Ramon Zenhäusern. Vielleicht ist er nicht der Beste der Welt, aber er gehört sicher zu den Besten der Welt in dieser Disziplin.»

Zenhäusern und Holdener. Sie waren bereits in Südkorea die entscheidenden Figuren auf dem Weg zum Titel. Gewöhnungsbedürftig für den Skisport ist nach wie vor, dass Leute Medaillen erhalten, die gar nicht fahren mussten. Die Ersatzfahrer Sandro Simonet und Andrea Ellenberger dürfen sich nun genauso Weltmeister nennen, ohne überhaupt zum Einsatz gekommen zu sein.

Besonders speziell ist die Geschichte bei Ellenberger. Die Nidwaldnerin hatte eine komplizierte Verletzungsgeschichte und verlor bei Swiss-Ski ihren Kaderstatus. Im letzten Sommer ging sie auf eigene Faust in Südamerika trainieren. Dort hinterliess sie bei den anwesenden Verantwortlichen des Skiverbands einen dermassen guten Eindruck, dass sie im Europacup-Team mittrainieren durfte. Schliesslich wurde sie für den Weltcup-Auftakt in Sölden aufgeboten. Es folgte die WM-Selektion. Nun die Goldmedaille. Eine Stufe nach der anderen im Eiltempo. Die 25-Jährige stand mit der Medaille um den Hals im Medienzentrum und sagte:

«Surreal.»

Der Wert dieser Goldmedaille wird letztlich für jeden einzelnen dieses sechsköpfigen Teams ein anderer sein. Und wahrscheinlich lässt er sich nicht mit dem Renommee der Disziplin erklären. Daniel Yule sagte: «Wir Techniker sind vor dem Teamevent noch keine Rennen gefahren. Diese Medaille kann das Eis brechen. Es ist für uns der Kickoff dieser WM.»

Aline Danioth sagte: «Diese Medaille hat eine grosse Last weggenommen. Ich habe nun null Druck, ich kann einfach Spass haben und Gas geben.» Es ist die Schubkraft, die diese Medaille wertvoll machen könnte.

Åre (SWE). Weltmeisterschaften.

Team-Wettkampf (Parallel-Slalom): 1. Schweiz (Holdener, Zenhäusern, Danioth, Yule, Ellenberger, Simonet). 2. Österreich (Liensberger, Schwarz, Truppe, Matt, Gritsch, Hirschbühl). 3. Italien (Della Mea, Maurberger, Curtoni, Vinatzer, Bassino, Tonetti). 4. Deutschland. 5. Slowakei, Norwegen, Frankreich und Schweden. 9. Argentinien, Slowenien, Tschechien, Finnland, Russland, Grossbritannien, Kanada und Belgien. Final: Schweiz s. Österreich 2*:2. Holdener s. Liensberger. Yule u. Matt, Danioth u. Truppe, Zenhäusern s. Schwarz). 3./4. Platz: Italien s. Deutschland 3:1. Della Mea s. Geiger. Maurberger s. Tremmel. Curtoni u. Dürr. Vinatzer s. Strasser. Halbfinals: Schweiz s. Deutschland 2*:2 (48,75:48;95). Holdener s. Geiger. Yule u. Tremmel. Danioth u. Dürr. Zenhäusern s. Strasser. – Österreich s. Italien 2*:2 (49,23:49,52). Truppe s. Curtoni. Matt u. Vinatzer. Liensberger s. Della Mea. Schwarz u. Maurberger. Viertelfinals: Schweiz s. Schweden 2*:2 (48,27:48,60). Holdener s. Swenn Larsson. Yule u. Hargin. Danioth u. Hansdotter. Zenhäusern s. Myhrer. – Österreich s. Slowakei 4:0. Italien s. Norwegen 3:1. Deutschland s. Frankreich 3:1. Achtelfinals: Schweiz s. Belgien 4:0. Danioth s. Vanreusel. Zenhäusern s. Verbeke. Holdener s. Decroix. Yule s. Van den Broecke. – Österreich s. Argentinien 4:0. Slowakei s. Slowenien 2*:2. Norwegen s. Tschechien 4:0. Italien s. Finnland 3:1. Frankreich s. Russland 3:1. Deutschland s. Grossbritannien 3:1. Schweden s. Kanada 3:1. * = qualifiziert über die Zeit (bei Punktgleichheit werden die beiden besten Einzelzeiten pro Geschlecht und Nation addiert). – Bei gleicher Zeit gibt es für beide Nationen einen Punkt.

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