Gondel- oder Pendelbahn?

Diese vier Bau- und Erneuerungsprojekte sind auf der Rigi in Planung.

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Seilbahn Weggis-Kaltbad: Ende 2018 zeigt die Rigi Bahnen AG, welche Art von Seilbahn von Weggis auf Rigi Kaltbad fahren soll. Derzeit liebäugelt das Unternehmen mit einer Gondelbahn (wir berichteten am 5. April 2018). Die heutige Pendelbahn steht am Ende ihrer technischen Lebensdauer. «Mit Gondeln könnten wir 800 Gäste pro Stunde komfortabel auf die Rigi bringen», sagt Jörg Lustenberger von den Rigi-Bahnen. «Die Kapazität der Variante Pendelbahn liegt bei etwa 600 Personen pro Stunde, allerdings mit den bekannten Abstrichen betreffend Wartezeiten und Gedränge in den Kabinen.» Urs Galliker, Präsident der Vereinigung Pro Rigi, spricht sich für eine Gondelbahn aus. Die Frequenz bei der Runterfahrt müsse dringend erhöht werden – wegen unangenehmen Staus, die sich im Wartetunnel bei Kaltbad häuften. Das sei nur mit einer Gondelbahn möglich. «Die Eingriffe in die Umwelt sind zu verkraften», so Galliker. «Die neusten Gondelbahnen sollen lautlos sein.» «Wichtig ist, dass die Einwohner über Vor- und Nachteile der Projektvarianten Gondelbahn und Pendelbahn unterrichtet werden», betont René Stettler, der als Privatperson von der Seilbahnerneuerung betroffen ist. Er verweist dabei auf die «Notwendigkeit», dass sich Bevölkerung und Grundstückeigentümer ein genaues Bild über die beide Projektvarianten machen können.

Neues Rollmaterial: Bis 2021 will die Rigi Bahnen AG in neues Rollmaterial für die Zahnradbahn investieren; es soll die älteste Fahrzeuggeneration ersetzen. Noch unklar sei, wie viele Zugskompositionen das Unternehmen beschaffen wird. «Deshalb können wir auch noch nicht sagen, wie sich die Investition auf die Kapazität der Bahn auswirkt», so Lustenberger. In einer Arbeitsgruppe erwägen die Rigi-Bahnen die Möglichkeiten für einen teilautonomen Zugbetrieb. Allerdings: «Die Rigi-Bahnen beabsichtigen überhaupt nicht, ihre Züge ohne Personal fahren zu lassen», sagt Lustenberger. «Vielmehr könnte es in ferner Zukunft so aussehen, dass Lokführer weniger mit dem Fahren und Überwachen des Fahrzeugs beschäftigt sein werden und dafür mehr Zeit für die Betreuung der Gäste haben.»

Besucherzentrum auf Rigi Kulm: Ein weiteres Projekt ist das Besucherzentrum samt Bahnhof, das auf Rigi Kulm entstehen soll. «Die bestehenden Gebäude aus den 1960ern genügen den heutigen Anforderungen weder qualitativ noch hinsichtlich Kapazität», so Lustenberger. Ein Problem seien insbesondere die sanitären Anlagen. Ein Architekturwettbewerb soll bald starten. Die «Gästeankunft» ist als einzelnes Gebäude geplant.

Stationsgebäude in Vitznau: Der Umbau des Stationsgebäudes in Vitznau ist dagegen ein kleineres Projekt. Ein Innenausbau soll Gästekomfort und betriebliche Abläufe verbessern. (sma)