Grasshoppers im Gersag? Entscheid vertagt

Ob der Grasshopper Club Zürich dereinst im Stadion Gersag spielen wird, ist nach wie vor offen. Dem Gemeinderat fehlen «wichtige Entscheidungsgrundlagen».

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Spielen die Grasshoppers im Gersag-Stadion? Das Bild stammt vom Bau der Tribüne. (Bild: Boris Bürgisser/Neue LZ)

Spielen die Grasshoppers im Gersag-Stadion? Das Bild stammt vom Bau der Tribüne. (Bild: Boris Bürgisser/Neue LZ)

Der Emmer Gemeinderat hat am Mittwoch über die Anfrage des Grasshopper Club Zürich, ab nächster Saison seine Heimspiele im Stadion Gersag in Emmenbrücke durchzuführen, diskutiert. Der Rat konnte keinen abschliessenden Entscheid fällen, wie die Gemeinde in einem Communiqué schreibt. Wichtige Entscheidungsgrundlagen würden fehlen, heisst es weiter.

Sobald die Stellungsnahme des Grasshopper Clubs Zürich und insbesondere der Luzerner Polizei zur Sicherheit vorliege, werde der Gemeinderat Emmen die endgültige Prüfung durchführen und einen Entscheid fällen, schreibt die Gemeinde. «Die Beteiligten sind sich aber bewusst, dass eine Umsetzung nicht einfach sei», schliesst die Medienmitteilung. Der Gemeinderat gab sich skeptisch, dass die notwendigen baurechtlichen Verfahren bis zum 10. März abgeschlossen werden können. Für die als Provisorium aufgestellte Tribüne im Stadion Gersag in Emmen braucht es eine Verlängerung der Baubewilligung. Gegen diese wären Einsprachen möglich.

Bereits skeptisch geäussert hat sich die SBB: «Die SBB wehrt sich, die Kosten für die Fantransporte alleine zu tragen», sagte SBB-Pressesprecher Roman Marti der Neuen Luzerner Zeitung. GC muss bis zum 10. März bei der Swiss Football League die Lizenz für die neue Saison beantragen. Wo der Club spielen wird, muss er hingegen erst Ende Mai deklarieren.

Gespräche mit dem FC Aarau im Gang

Der zweite Notnagel für GC - das Stadion Brügglifeld, in dem der FC Aarau (FCA) spielt - ist ebenfalls noch im Gespräch. Zwar haben sich der Gemeinderat von Suhr, wo das Stadion steht, wie auch der Aarauer Stadtrat ablehnend geäussert. Die Platzgenossenschaft, der das Stadion im Baurecht gehört, hat den Grasshoppers jedoch gemeinsam mit dem FCA ein Angebot gemacht, wie Robert Kamer von der Geschäftsleitung des FCA am Mittwoch auf Anfrage sagte. Beide seien wirtschaftlich daran interessiert, dass GC seine Heimspiele im Brügglifeld austrage, sagte Kamer. Baurechtliche Fragen wie die Erhöhung der Ausnützungsziffer für das Brügglifeld sind ungeklärt und von den Verhandlungen ausgeklammert.

Grasshoppers geben sich wortkarg

«Mit beiden Standorten laufen Gespräche», sagte GC-Mediensprecher Eugen Desiderato auf Anfrage. Er machte keine Angaben, ob als letzte Möglichkeit doch wieder der Einzug in das Zürcher Stadion Letzigrund zu alten Konditionen in Frage käme. Derzeit werden in Zürich Unterschriften für eine Petition an die Stadtbehörden gesammelt. Gefordert wird, dass ein Stadionneubau im Hardturm vorangetrieben wird. Bis zu dessen Fertigstellung sollen die Miet- und Sicherheitskosten für das Stadion Letzigrund um die Hälfte reduziert werden.

sda/rem