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Neue Zahlen zeigen: Grenzgänger arbeiten vermehrt in Luzern

Die Zahl der Arbeitspendler ist in der Schweiz erstmals seit zwanzig Jahren zurückgegangen. Im Kanton Luzern jedoch gibt es immer mehr Grenzgänger. Noch vor zwölf Jahren sah die Lage ganz anders aus.
Roseline Troxler
Der Autobahn-Grenzübergang bei Basel/Weil am Rhein. Vor allem für Deutsche und Elsässer ist der Kanton Luzern als Arbeitsort interessant. (Bild: Keystone/Gaetan Bally (Basel, 11. Mai 2011))

Der Autobahn-Grenzübergang bei Basel/Weil am Rhein. Vor allem für Deutsche und Elsässer ist der Kanton Luzern als Arbeitsort interessant. (Bild: Keystone/Gaetan Bally (Basel, 11. Mai 2011))

Im Ausland wohnen, in der Schweiz arbeiten: Das wurde in den letzten Jahren immer beliebter. So ist die Zahl der Grenzgänger stark angestiegen. Im September 2018 arbeiteten 312 000 Personen mit ausländischem Wohnsitz in der Schweiz, wie neue Zahlen vom Bundesamt für Statistik (BFS) zeigen.

Erstaunlich: Nicht nur in den Grenzkantonen nahm die Zahl der Pendler zu, sondern auch im Kanton Luzern. Im dritten Quartal diesen Jahres haben in Luzern 621 Ausländer gearbeitet, welche ennet der Grenze wohnen – minim mehr als zur selben Zeit im Vorjahr.

«Für Wochenaufenthalter ist Luzern gut erreichbar»

Alexander Lieb, Leiter des kantonalen Amts für Migration, vermutet mehrere Gründe, warum Arbeitnehmer vom Ausland nach Luzern pendeln. «Der Lohn ist attraktiv, vor allem wenn man die Lebenshaltungskosten im Ausland hat.» Ausserdem gebe es gerade für Personen aus Deutschland oder dem Elsass wegen der Sprache diverse Möglichkeiten, hier zu arbeiten. «Für Arbeitspendler aus dem grenznahen Ausland ist der Kanton Luzern ausserdem gut erreichbar.»

Schweizweit gesehen gibt es nach dem starken Anstieg in den letzten Jahren nun erstmals seit zwanzig Jahren einen Rückgang. Der Grund liegt vor allem beim im Kanton Tessin (minus 4,1 Prozent) und bei der Nordwestschweiz (2,4 Prozent). Im Raum Genfersee stagniert die Zahl der Grenzgänger. Schweizweit lag der Rückgang bei 0,8 Prozent. Doch die genannten Regionen fallen aufgrund der hohen absoluten Zahlen viel stärker ins Gewicht als etwa die Zentralschweiz.

Denn in die Zentralschweiz pendeln nach wie vor mehr Arbeitnehmer aus dem Ausland, wobei es sich bei vielen um Wochenaufenthalter handeln dürfte. Abgesehen vom Kanton Schwyz mit einem kleinen Minus und dem Kanton Nidwalden, der stagniert, haben alle Zentralschweizer Kantone bei den Grenzgängern zugelegt. 103 zusätzliche Grenzgänger pendeln in den Kanton Zug. In den Kanton Luzern sind es 62 Personen mehr als zur selben Zeit im Vorjahr.

Alexander Lieb vermutet, dass der Kanton Luzern gegenüber den anderen Kantonen einen Nachholbedarf hat. Ein weiterer Grund könnte sein, dass «die Zahl der Grenzgänger in den letzten Jahren in den angrenzenden Kantonen gestiegen ist, Arbeitspendler dadurch auf den Kanton Luzern aufmerksam wurden und hier eine Stelle angenommen haben». Ausserdem habe die Verkehrssituation einen grossen Einfluss. «Verbessert sich die Anbindung, wird der Kanton Luzern für Arbeitspendler attraktiver.»

Im Jahr 2007 wurden die Auflagen gelockert

Noch im Jahr 2006 gab es im Kanton Luzern keine Grenzgänger (siehe Grafik). Auf den Juni 2007 dann wurden die Auflagen gelockert. Zuvor durften der Wohn- und der Arbeitsort maximal 30 Kilometer von der Grenze entfernt sein. Mit der Aufhebung der Grenzzonen wurde für ausländische Arbeitspendler auch der Kanton Luzern eine Option. Grenzzonen bei den EU-Ländern existieren aktuell nur noch für Kroatien.

Die Mehrheit der 621 Grenzgänger, welche im dritten Quartal in den Kanton Luzern gependelt sind, sind Männer, nämlich 514. Alexander Lieb geht davon aus, dass es sich bei den Arbeitspendlern vor allem um Führungskräfte und Spezialisten oder auch um Ausgelernte des Bau- und Baunebengewerbes handelt.

Franzosen pendeln national am meisten in die Schweiz

Auch bei den Nationen gibt es ein klares Bild: Mit Abstand am meisten Grenzgänger – nämlich deren 377 – machen im Kanton Luzern die Deutschen aus. 134 Arbeitnehmer pendeln aus Frankreich nach Luzern. 69 kommen aus Italien. 21 Arbeitspendler sind Österreicher, bei 5 handelt es sich um Holländer und 4 stammen aus Ungarn. Zudem sind noch vereinzelte weitere Nationen vertreten. In der ganzen Schweiz macht die Gruppe der Franzosen mit Abstand den grössten Teil der Grenzgänger aus, gefolgt von den Italienern und den Deutschen.

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