Grenzkontrolle für 16'000 Zugvögel

Die Schweizerische Vogelwarte in Sempach hat auf dem Col de Bretolet an der Grenze zu Frankreich diesen Herbst über 16'000 Zugvögel eingefangen, beringt und wieder frei gelassen. Darunter waren auch seltene Exemplare.

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Über 16'000 Vögel wurden in diesem Herbst in solchen Netzanlagen gefangen. (Bild: Vogelwarte/Sarah Althaus)

Über 16'000 Vögel wurden in diesem Herbst in solchen Netzanlagen gefangen. (Bild: Vogelwarte/Sarah Althaus)

Der herbstliche Vogelzug neigt sich dem Ende zu. Wie die Schweizerische Vogelwarte Sempach am Donnerstag mitteilt, haben meisten Zugvögel mittlerweile ihre Winterquartiere erreicht, und nur wenige Arten sind noch auf dem Weg in den Süden. Auf dem Col de Bretolet, der Forschungsstation der Vogelwarte auf der Grenze zwischen dem Unterwallis und Frankreich, haben Forschende in diesem Herbst über 16‘000 Vögel gefangen, vermessen und sie danach beringt wieder freigelassen.

Frisch beringter Trauerschnäpper kurz vor der Freilassung. (Bild: Vogelwarte/Sarah Althaus)

Frisch beringter Trauerschnäpper kurz vor der Freilassung. (Bild: Vogelwarte/Sarah Althaus)

Rekord und seltene Gäste

Geprägt war der Herbst vom starken Durchzug des Trauerschnäppers. Mit 1360 Vögeln stelle er rund zehn Prozent – laut Mitteilung ein absoluter Rekord. Die auffällig schwarz-weiss gefärbten Vögel dürften mehrheitlich aus Nordosteuropa stammen: Einer von ihnen trug einen Ring aus Litauen.

Von noch weiter her stamme der Gelbbrauenlaubsänger, der Anfang September ins Netz flog. Die Art brütet jenseits des Urals und überwintert eigentlich in Südostasien. Jeden Herbst verfliegen sich aber wenige Vögel bis nach Westeuropa. In der Schweiz sei diese unauffällige Art zuvor erst 14 Mal nachgewiesen worden.

Über 16'000 Vögel wurden in diesem Herbst in solchen Netzanlagen gefangen. (Bild: Vogelwarte/Sarah Althaus)

Über 16'000 Vögel wurden in diesem Herbst in solchen Netzanlagen gefangen. (Bild: Vogelwarte/Sarah Althaus)

Andere Zugpläne wegen Klimaerwärmung

Die Schweizerische Vogelwarte führt im Auftrag des Bundes die nationale Beringungszentrale. Seit 1958 untersucht sie auf dem Col de Bretolet den Vogelzug unter Mithilfe unzähliger Freiwilliger. Dank diesem langfristigen Engagement konnte sie zeigen, dass sich die Zugpläne mancher Vogelarten in den letzten 20 Jahren geändert haben. Grund dafür dürfte laut Vogelwarte die globale Erwärmung sein.

pd/bep

Ring gefunden – was tun?

Wer einen Ring oder einen beringten Vogel findet, ist gebeten, den Fund schriftlich an die Vogelwarte (Stichwort «Beringungszentrale») zu melden. Dabei sollten neben dem Namen und der Adresse des Finders auch das Datum, der Fundort und natürlich die Ringnummer genannt werden. Idealerweise wird der Ring beziehungsweise der Vogel mit eingeschickt. Der Finder erhält danach alle Informationen, die zu dem beringten Vogel existieren. Der Fund kann auch online gemeldet werden.

pd