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GREPPEN: An der Playstation geschult

Christian Eyer hat ein Casting des Privatsenders Teleclub als Sportmoderator gewonnen. Seine neue Karriere begann mit Videospielen.
Matthias Stadler
Christian Eyer (24) ist der neue Fussballmoderator des Fernsehsenders Teleclub. (Bild Nadia Schärli)

Christian Eyer (24) ist der neue Fussballmoderator des Fernsehsenders Teleclub. (Bild Nadia Schärli)

Zum Fussballprofi hat sein Talent nicht gereicht. Um Fussballspiele zu moderieren hat er hingegen mehr als genügend Fähigkeiten: grosses Fachwissen, ansteckende Begeisterung und als Wichtigstes ein Mundwerk, das demjenigen vom «Schnorri der Nation» Bernard Thurnheer in nichts nachsteht. Christian Eyer, 24-jährig, wird neuer Fussballmoderator beim Bezahlsender Teleclub. Er hat in einem monatelangen Wettbewerb 200 Mitbewerber ausgeschaltet und die Jury am meisten überzeugt. Ab Februar heisst es für ihn, an den Seitenlinien der Schweizer Fussballstadien zu stehen und Fussballer zu interviewen, in einem nächsten Schritt wird er die Spiele moderieren.

Mit 16 Jahren Speaker

Der in Greppen wohnhafte Christian Eyer interessierte sich schon im Kindesalter für Fussball. Er durchlief die Juniorenstufen des Weggiser Sportclubs und wechselte 15-jährig auf die Trainerbank. Schon früh entdeckte er sein Rednertalent. «Ich habe mich als kleiner Junge bei Dorfturnieren mit einem Mikrofon unter die Leute gemischt und sie interviewt. Und immer, wenn ich auf der Playstation ein Fussballspiel spielte, habe ich gleichzeitig dazu die Spielzüge kommentiert», erklärt Eyer. «Das tue ich übrigens auch heute noch – ich bin dauernd am Reden», lacht er. Wenn er mit Freunden spiele, halte er sich aber zurück.

So richtig lanciert wurde seine Karriere im Alter von 16 Jahren: Seine Fussballkollegen baten ihn, bei einem Match als Speaker das Spiel zu begleiten. Er tat dies so gut, dass ihn der Verein verpflichtete, diese Aufgabe auch für die erste Mannschaft des Sportclubs zu übernehmen. Zudem durfte er für ein Gastspiel der Schweizer Nationalmannschaft und ein Promispiel als Speaker agieren.

Vor knapp einem Jahr dann ergatterte sich Eyer den Posten als Stadionspeaker des SC Cham. Und als er den Wettbewerb von Teleclub entdeckte, ermunterten ihn seine Freunde, mitzumachen. «Da sagte ich mir, wieso nicht? Zu verlieren habe ich ja nichts.» Sein Bewerbungsvideo sei allerdings «ziemlich amateurhaft und wirklich schlecht» gewesen, gibt er offen zu. «Deshalb war ich erstaunt, dass ich es überhaupt unter die besten Zwölf geschafft habe und für eine Vorstellungsrunde eingeladen wurde.» Sein Erfolgsrezept sei sein Enthusiasmus: «Ich gebe immer Vollgas und moderiere die Spiele mit viel Emotionen und Leidenschaft, etwa im Stile des SRF-Mannes Sascha Ruefer.»

Ein FCZ-Spieler läuft davon

Eyer hielt sich im Rennen, er schaffte es ins Finale, wo er gegen den gestandenen Moderatoren Mevion Heim von Radio Energy anzutreten hatte. «Ich war in den vorherigen Runden immer sehr locker drauf, das hat man mir wohl auch angemerkt und zugute gehalten,» sagt Eyer. Im Final hingegen sei er plötzlich sehr nervös geworden. Die Aufgabe war klar: Im Spiel GC gegen den FC Zürich mussten die beiden Kontrahenten Live-Interviews mit Spielern führen. Eyer war während der Halbzeitspause an der Reihe und sein Konkurrent nach dem Spiel­ende. «Meine Interviews gingen dann doch ganz gut», sagt Eyer. «Aber mein Konkurrent Mevion Heim hatte Pech, denn der FCZ verlor in diesem Spiel 0:5, der interviewte FCZ-Spieler war nach der Partie dementsprechend schlecht drauf.» Und als ob das noch nicht genug gewesen wäre, lief der FCZ-Spieler dem Fragesteller noch während des Interviews wegen einer Frage davon. Dies sei aber nicht ausschlaggebend gewesen, betont Eyer. Der Grepper gewann schliesslich den Wettbewerb und wird somit ab Februar neuer Moderator im Fernsehen.

Ein Traum wird wahr

Heute muss Eyer lachen, wenn er an seine Kampagne denkt: «Nie im Leben hätte ich gedacht, dass ich gewinnen würde.» Nun freue er sich extrem darauf, an den Wochenenden von den Stadien der Schweizer Super League zu berichten. «Für mich wird eindeutig ein Traum wahr.» Seinen momentanen Job bei einem Tourismusunternehmen in Rotkreuz wird er aber noch nicht an den Nagel hängen, Eyer arbeitet Teilzeit weiter, da er als Moderator vorläufig ebenfalls ein Teilzeitpensum haben wird.

Obwohl Eyer ab Februar mit der Super League beginnen wird, schliesst er Kommentatorenjobs für andere Sportarten nicht aus. «Ich interessiere mich auch für Eishockey, Tennis und andere Sportarten. Aber alles zu seiner Zeit», sagt der 24-Jährige – «ich bin schliesslich noch jung.»

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