Greppen: Dem Dorflädeli droht das Lichterlöschen

Der Dorfladen hat finanzielle Probleme. Um die Schliessung zu verhindern, beantragt eine Genossenschaft, dass sich die Gemeinde finanziell beteiligt. Das letzte Wort hat das Volk.

Jessica Bamford
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Die Zukunft des Dorfladens in Greppen ist momentan ungewiss. (Bild: Boris Bürgisser, 17. Oktober 2017)

Die Zukunft des Dorfladens in Greppen ist momentan ungewiss. (Bild: Boris Bürgisser, 17. Oktober 2017)

Die Gemeinde Greppen plant, sich am hiesigen Dorfladen mit 265'000 Franken zu beteiligen. Mit diesem Betrag würde die Gemeinde Mehrheitsaktionärin des Ladens. Die Genossenschaft Dorfladen Greppen hat einen entsprechenden Antrag gestellt, weil der Laden zurzeit nicht rentabel ist. Um den Umsatz zu steigern, möchten sie den Standort an die Hauptstrasse wechseln. Ohne Geldzustupf von aussen ist dies aber nicht möglich, da die Kosten für einen Umzug sowie für neues Mobiliar beträchtlich sind.

Auf Anfrage reagiert die Gemeinde positiv: «Wir sehen den Dorfladen gewissermassen als ‹Service public›, da er Bankomat, Postagentur, Einkaufsmöglichkeit und Begegnungsort vereint», erklärt der Finanzvorsteher von Greppen, Markus Kron. Damit die Gemeinde in den Dorfladen investieren kann, muss an der Gemeindeversammlung vom 30. November darüber abgestimmt werden. Rund 15 Prozent der Stimmberechtigten sind Mitglieder der Genossenschaft Dorfladen. Das stimmt die Befürworter positiv für die Abstimmung.

Zukunft des Dorfladens bei einem Nein ist unklar

In den vergangenen Wochen wurden auch kritische Stimmen laut: Die SVP hat in einem offenen Brief an die Gemeinde Fragen zur Umsetzung und Legitimation des Projekts gestellt, die der Gemeinderat mittlerweile beantwortet hat.

SVP schreibt offenen Brief an Gemeinde

Die SVP hat in einem offenen Brief an die Gemeinde einige Fragen zur Umsetzung des Projekts Dorfladen Greppen AG gestellt. Sie stellt dabei in Frage, ob die Erhaltung eines Dorfladens Sache der Gemeinde ist. Weiter möchte sie wissen, wie hoch der Aktienanteil der Gemeinde wäre, welche Kompetenzen sie bekäme und ob sie Mitspracherecht hätte. Ausserdem fragt sie nach den Auflagen, die die Dorfladen Greppen AG zu erfüllen hätte. Der Gemeinderat antwortete der Partei gestern in einem offiziellen Brief. Daraus geht hervor, dass die Gemeinde ein Aktienkapital von 265'000 Franken besitzt und damit Mehrheitsaktionärin wird. Ausserdem wird ein gewähltes Mitglied des Gemeinderates Einsitz im Verwaltungsrat nehmen und die Gemeinde als Mehrheitsaktionärin vertreten. Zu den Auflagen gehört, dass das Projekt Dorfladen an der Strasse umgesetzt werden muss. (bam)

Aufgrund dieser Antworten entscheidet die SVP, ob sie sich für oder gegen das Projekt einsetzt. Bisher wurden auch einige Stimmen laut, die Kritik dazu äusserten, dass eine Firma von der öffentlichen Hand finanziert wird.

Wird die Investition an der Gemeindeversammlung gutgeheissen, so würde der Dorfladen bereits Ende 2018 am neuen Standort eingangs Dorf auf der rechten Strassenseite einziehen. Die Ladenfläche würde vergrössert, zudem würde eine Cafeteria eingerichtet und die Öffnungszeiten ausgebaut. Durch die bessere Lage erwarten die Befürworter, dass der Laden wieder rentabel und nicht mehr auf externe Zahlungen angewiesen sein wird.

Sagen die Stimmbürger am 30. November aber Nein, wäre die Zukunft des Dorfladens unsicher. Dann müsste die Genossenschaft Dorfladen Greppen das Projekt Dorfladen an der Strasse aufgeben und mit bescheidenen Mitteln versuchen, am bestehenden Standort weiterzufahren. Bruno Bernasconi, Vizepräsident der Genossenschaft Dorfladen Greppen, geht sogar noch einen Schritt weiter: «Wir müssten uns fragen, ob es überhaupt noch Sinn macht, den Dorfladen zu erhalten, wenn die Gemeinde nicht dahintersteht.»