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GREPPEN: Initiative gegen Sagi-Bebauung gestartet

Das Bauvorhaben auf dem Sagiareal stösst auf Widerstand. Knackpunkt ist vor allem der nicht durchgängige Seeuferweg. Nun sammeln Bürger Unterschriften für eine Gemeindeinitiative. Auch der Bund könnte den Kritikern in die Hände spielen.
Roseline Troxler
Die Überbauung soll auf dem Areal der Sägerei entstehen. (Bild: Roger Grütter (Greppen, 22. September 2017))

Die Überbauung soll auf dem Areal der Sägerei entstehen. (Bild: Roger Grütter (Greppen, 22. September 2017))

Roseline Troxler

roseline.troxler@luzernerzeitung.ch

Das Sagiareal befindet sich an schönster Lage am Vierwaldstättersee in Greppen. Doch bald sollen auf dem Grundstück rund 70 Wohnungen entstehen. Geplant ist ein dreiteiliger Bau.

Das Vorhaben stösst bei den Einwohnern aber auf Widerstand. Gegen den Gestaltungsplan Sagi­areal sind im letzten Frühling 14 Einsprachen eingegangen. Gemeindepräsidentin Claudia Bernasconi (CVP) sagt: «Die Einspracheverhandlungen haben stattgefunden, führten jedoch zu keiner Einigung.» Der Gestaltungsplan wurde vom Grepper Gemeinderat noch nicht bewilligt.

Investoren erwarten Verzögerungen

Nun greifen Einwohner zu einem weiteren Mittel: Sie sammeln Unterschriften für die Gemeindeinitiative «Für massvolles Bauen in Greppen». Das Initiativkomitee ist breit abgestützt. Auch CVP- und SVP-Mitglieder sind vertreten. Christa Augsburger, Präsidentin der Interessengemeinschaft Greppen und Komitee-Mitglied, erklärt: «Grepper von links bis rechts und den verschiedensten Quartieren stören sich massiv am Volumen des Bauvorhabens.» Dieses sei in Greppen vor allem unter dem Namen «die Wand» bekannt. 2008 sei ein «deutlich kleineres Projekt» an der Urne gescheitert. «Dass jetzt auf dem Sagiareal ein noch grösserer Bau entstehen soll, stösst der Bevölkerung sauer auf.» Die Lebensqualität sei in Greppen, das nicht mit fiskalischen Vorteilen punkten könne, entscheidend. Für Augsburger gibt es noch einen weiteren Grund für die Initiative: «Wir werden vom Investor nicht ernst genommen. Er hält Versprechen nicht ein.» So sei im Wettbewerbsprojekt ein durchgehender Seeuferweg eingezeichnet, im Gestaltungsplan hingegen ende dieser abrupt. «Auch die Anzahl Geschosse hat sich beim überarbeiteten Projekt erhöht.»

Bruno Amberg ist Inhaber der Luzerner Transterra Immobilien AG, die als Bauherrin auftritt. Er kann die Vorwürfe nicht nachvollziehen: «Von Irreführung kann keine Rede sein.» Der Kanton schliesse aus, dass der Fussweg am See weitergeführt werden könne. Ausserdem sei das Bauprojekt nicht erhöht worden. Die Initiative bedeute «Verzögerungen und Erschwernisse» für das Bauvorhaben. «Sie will eine Rechtsordnung verändern, die erst knapp vier Jahre in Kraft ist», sagt Amberg und erwartet vom Gemeinderat, «dass er die durch Partikularinteressen gesteuerte Initiative für ungültig erklärt respektive zur Ablehnung empfiehlt».

Grepper sollen über Bebauungsplan befinden

Ganz anders sieht dies Augsburger: Mit der Initiative sollen die Grepper die Möglichkeit erhalten, «über die Zukunft des Sagiareals und somit des Dorfes in Form einer Abstimmung mitzusprechen». Der Bebauungsplan muss im Gegensatz zum Gestaltungsplan vors Volk, so das Komitee. Gemeindepräsidentin Bernasconi bestätigt: «Beim Gestaltungsplan ist der Gemeinderat die Bewilligungsbehörde. Ein Bebauungsplan muss an die Urne.» Die Initianten haben bis Anfang November Zeit, 60 Unterschriften zu sammeln.

Das Komitee hofft auch auf zwei eidgenössische Kommissionen. Denn die Denkmalpflege des Kantons Luzern hat die eidgenössische Kommission für Denkmalpflege sowie die eidgenössische Natur- und Heimatschutzkommission zu einer Begehung eingeladen. Diese findet am 18. Oktober statt. «Greppen gehört zum Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder», sagt Bernasconi. Das Sagiareal befindet sich aber nicht in dieser Zone. Dennoch sagt Augsburger: «Ich hoffe, dass der Bund das Dorf als Ganzes berücksichtigt und sich bei der Beurteilung nicht auf die geschützte Zone beschränkt.»

Hier soll die Überbauung gebaut werden. (Bild: jn)

Hier soll die Überbauung gebaut werden. (Bild: jn)

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