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Greppens Dorfladen steht vor ungewisser Zukunft

Aus dem geplanten Neubau des Dorfladens von Greppen an der stark befahrenen Hauptstrasse wird nichts: Das Projekt scheitert an den Vorschriften des Kantons.
Evelyne Fischer
Der Dorfladen in Greppen wird nicht in den geplanten Neubau an der Hauptstrasse umziehen. Dies, weil die kantonalen Vorschriften nicht erfüllt wurden. (Bild: Boris Bürgisser, 17. Oktober 2017)

Der Dorfladen in Greppen wird nicht in den geplanten Neubau an der Hauptstrasse umziehen. Dies, weil die kantonalen Vorschriften nicht erfüllt wurden. (Bild: Boris Bürgisser, 17. Oktober 2017)

In Greppen macht sich Ernüchterung breit: Ende 2018 hätte der Dorfladen an den neuen Standort eingangs Dorf auf der rechten Strassenseite einziehen sollen. Doch daraus wird nichts: Wie der Gemeinderat am Donnerstag mitteilte, hat die in Küssnacht ansässige Bisang Holzbau AG als Bauherrin entschieden, ein reines Wohnhaus zu realisieren. Die Vorschriften zum vorgesehenen Veloweg, den geforderten Parkplätzen und zur Warenanlieferung liessen sich nicht erfüllen. Nach «intensiv geführten Abklärungen mit der kantonalen Dienststelle Verkehr und Infrastruktur (vif) und dem Beizug von Verkehrsplanern» habe man «keine Lösung» gefunden, schreibt die Gemeinde.

Entsprechend «gefrustet» über die «unkooperative Haltung des Kantons» ist Bruno Bernasconi, bei der Dorfladen-Genossenschaft für die Finanzen zuständig. «Wir müssen zwei Jahre Planung in den Sand setzen», sagt er. Dabei habe man schon grössere Hürden genommen: Im November genehmigten die Stimmbürger einen 265'000-Franken-Kredit zur Beteiligung am neuen Dorfladen.

«Mit dem Neubau hätten wir die Ladenfläche von 100 auf 150 Quadratmeter vergrössern können, wir wollten darin nebst Bancomat und Postagentur eine Kaffee-Ecke integrieren und auch eine Service-Station für Velofahrer war geplant», sagt Bruno Bernasconi. Die zusätzliche Kundschaft vom Durchgangsverkehr hätte dem Laden zu neuem Schwung verholfen. Am jetzigen Standort drohe aufgrund mangelnder Rentabilität früher oder später Lichterlöschen. «Wir müssen nun prüfen, wie wir den Laden besser sichtbar machen», sagt Bernasconi. Keine leichte Aufgabe. Schon einmal habe man einen Wegweiser installiert – bis der Kanton intervenierte.

Gemeinderat wünschte sich «mehr Flexibilität»

Mit «grossem Bedauern» hat diese Woche auch der Gemeinderat von Greppen in seiner ersten Sitzung nach der Sommerpause den Entscheid der Bauherrin zur Kenntnis genommen. «Die Situation ist ärgerlich», sagt Gemeindepräsidentin Claudia Bernasconi (CVP). «Ich verstehe, dass Vorschriften eingehalten werden müssen. Dennoch hätte ich mir mehr Flexibilität gewünscht.» Claudia Bernasconi – die als Ehefrau von Bruno Bernasconi bei der Dorfladen-Abstimmung in den Ausstand getreten war – kritisiert, dass durch die Abklärungen mit dem Kanton mindestens ein halbes Jahr verloren ging.

Auf den Vorwurf der Trödelei geht das Bau-, Umwelt- und Wirtschaftsdepartement nicht ein. Thomas Buchmann, Departementssekretär, sagt auf Anfrage: «Weil das Bauprojekt Zufahrten tangiert und den gesetzlichen Strassenabstand unterschreitet, sind Sonderbewilligungen durch die Dienststelle vif erforderlich. Da ausserdem Anpassungen an der Kantonsstrasse notwendig werden, ist auch eine Projektbewilligung des Regierungsrates erforderlich.»

«Die nachgereichten Unterlagen haben den Vorgaben des Strassengesetzes und den Normen nicht entsprochen.»

Thomas Buchmann, Baudepartement

Die nötigen Anforderungen müssten eingehalten werden, um insbesondere die Verkehrssicherheit gemäss dem Strassengesetz zu gewährleisten. «Das von der Gemeinde zur Bewilligung eingereichte Vorhaben wurde von der Dienststelle vif geprüft. Doch die vor dem Sommer nachgereichten Unterlagen haben den Vorgaben des Strassengesetzes und den Normen nicht entsprochen.»

Finanzielle Beteiligung wird erneut geprüft

Auch ohne Neubau will der Gemeinderat am Plan festhalten, die Zukunft des Dorfladens zu sichern. Der Investitionskredit werde nun zwar hinfällig. Aber: «Der Gemeinderat ist bestrebt, an der nächsten Budgetversammlung über ein weiteres, eventuell mögliches finanzielles Engagement in den Dorfladen zu informieren.» Das Dorf brauche den Laden mit Bancomat und Postagentur. «Müssten wir letztere eventuell in der Verwaltung betreiben, käme uns dies massiv teurer», sagt die Gemeindepräsidentin.

Noch völlig offen ist laut Bernasconi, ob die Gutschein-Besoldung des Gemeinderats am jetzigen Standort eingeführt wird. Zur Erinnerung: Die Behörde hat einen Antrag von SVP-Gemeindeammann Franz Gisler gutgeheissen, wonach der Gemeinderat einen Teil des Lohnes in Form von Gutscheinen für Einkäufe im Dorfladen erhalten soll.

Für die Bauherrin, die Bisang Holzbau AG, heisst der Entscheid des Kantons: Sie muss nochmals über die Bücher. «Wir haben viel Zeit investiert für nichts und extra einen Verkehrsplaner eingeschaltet», sagt Verwaltungsratspräsident Walter Bisang. Es sei schade, dass die «schöne Idee eines integrierten Dorfladens» nun nicht umsetzbar sei. «Die Gemeinde Greppen muss aufpassen, dass sie nicht zum Schlafdorf verkommt.» Anstelle des Ladens und fünf Wohnungen würden nun deren sieben realisiert. Am Investitionsvolumen im mittleren siebenstelligen Bereich ändere sich nichts. «Wir müssen nun eine neue Baueingabe machen. Liegt die Bewilligung vor, rechnen wir mit einem Jahr Bauzeit.»

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