Grossanlässe mit über 1'000 Personen ab September? Luzerner Ständerat Damian Müller: «Wir müssen lernen, mit dem Virus umzugehen»

Bis Ende August sind Veranstaltungen mit über 1'000 Personen noch verboten. Der Druck auf den Bundesrat, die Bestimmungen zu lockern, wächst. In der Covid-19-Taskforce gehen die Meinungen auseinander. Der Luzerner Ständerat Damian Müller bringt einen Vorschlag.

Drucken
Teilen

(fmü) Im Parlament wird der Ruf laut, die Obergrenze von 1'000 Personen aufzuheben. Das berichtet der Tages-Anzeiger am Samstag. Es brauche ab September spezifische Schutzkonzepte, die sich an der Grösse des jeweiligen Veranstaltungsortes und der Art der Veranstaltung orientieren, sagt etwa der Luzerner FDP-Ständerat Damian Müller. «Wir müssen lernen, mit dem Virus umzugehen», sagt er.

FDP-Ständerat Damian Müller.

FDP-Ständerat Damian Müller.

Bild: Dominik Wunderli

Als Beispiel nimmt der Hitzkircher die Swissporarena. Das Stadion biete Platz für rund 17'000 Personen, schätzungsweise 5'000 könnte man problemlos reinlassen, so Müller. Die nötigen Abstände würden sich so einhalten lassen. Und wer seinen Platz verlasse, müsse eine Maske tragen, schlägt er vor. Müller sieht seinen Vorschlag als einzig gangbaren Weg, weitere Finanzspritzen an die entsprechenden Branchen zu verhindern.

Bald wieder FCL-Spiele mit 5'000 Fans?

Bald wieder FCL-Spiele mit 5'000 Fans?

Bild: Philipp Schmidli

Andere Politiker äussern Bedenken. Nationalrätin Barbara Gysi (SP) ist skeptisch, ob es sinnvoll ist, ab September wieder grössere Events zuzulassen. Nationalrätin Katharina Prelicz-Huber (Grüne) wolle sich nicht von vornherein vor einer differenzierten Lösung verschliessen. Doch sie sagt gegenüber dem Tages-Anzeiger: «Der Aufwand, solche Massnahmen umzusetzen, wäre enorm.»

Unterschiedliche Meinung in der Taskforce

Auch Martin Ackermann, welcher das Präsidium der wissenschaftlichen Taskforce des Bundes am 1. August übernimmt, äussert sich kritisch: «Da wir bei den Fallzahlen wieder im Bereich des exponentiellen Wachstums sind, haben wir kaum Handlungsspielraum.» Die Taskforce sei sich bewusst, dass die Frage dränge. Es gäbe auch einen gewissen Druck seitens der Veranstalter auf die Politik.

Dieser Druck hält der Epidemiologe Marcel Tanner, ebenfalls Mitglied der Covid-19-Taskforce, für kontraproduktiv. «Die Akteure sollten jetzt nicht einfach fordern und drücken, sondern vor allem zusammensitzen und Schutzkonzepte entwickeln», sagt er gegenüber dem Tages-Anzeiger. Anlässe einfach zu verbieten, sei unverhältnismässig. Vielmehr bedürfe es intelligenter Konzepte.

Video: Tele 1