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Beachvolleyball-Turnier: Arabischer Investor lässt Luzerner auf Geld warten

Während am Mittwoch im Lido die ersten Partien des «Lucerne Beach Volleyball Open» gespielt werden, warten die Organisatoren weiter auf versprochene Gelder eines Investors. Das weckt Erinnerungen an das finanzielle Desaster von 2016.
Jonas von Flüe
Blick in die Beachvolleyball-Arena im Luzerner Lido. Am Mittwochnachmittag werden erste Spiele ausgetragen. (Bild: Pius Amrein (Luzern, 8. Mai 2018))

Blick in die Beachvolleyball-Arena im Luzerner Lido. Am Mittwochnachmittag werden erste Spiele ausgetragen. (Bild: Pius Amrein (Luzern, 8. Mai 2018))

Jonas von Flüe

jonas.vonfluee@luzernerzeitung.ch

Sie sind gross gewachsen, braun gebrannt und kommen aus Katar, Kuba oder Kanada: Von Mittwoch bis am Sonntag zeigen Beachvolleyballer aus aller Welt ihr Können am «Lucerne Beach Volleyball Open». Man sei mit den Vorbereitungen im Zeitplan, sagt Marcel Bourquin, CEO der Beach Sports Lucerne AG, die das internationale Turnier organisiert. Auch bei einem Augenschein vor Ort weist nichts auf Probleme hin.

Das ist keinesfalls selbstverständlich: Denn die Beach Sports Lucerne AG wartet noch auf Geld, viel Geld: Ein Investor aus den Golfstaaten hat versprochen, rund 1,5 Millionen Franken in die Gesellschaft einzubringen, sagte Verwaltungsratspräsidentin Ruth Linder im April gegenüber der «Zentralschweiz am Sonntag» (Artikel vom 8. April). Mit dem Millionenbetrag sollte das Aktienkapital von 500'000 auf 2 Millionen Franken erhöht werden. CEO Bourquin will sich gegenüber unserer Zeitung nicht zum fehlenden Geld äussern und verweist auf Mediensprecher Raphael Imhof. Dieser bestätigt, dass das versprochene Geld noch nicht auf dem Konto der AG eingetroffen ist: «Es hat weitere Verzögerungen gegeben, aber das Geld ist unterwegs. Wir erwarten es in diesen Tagen.»

Verzug wegen finanzieller Unsicherheit

Diese finanzielle Unsicherheit führte auch in der Vorbereitung des Turniers zu Verzögerungen. Die Stadt Luzern hat die Bewilligung für den Aufbau erst am 1. Mai erteilt – keine zehn Tage vor dem Turnierstart. «Die Finanzierungsnachweise haben wir erst spät erhalten. Danach musste auch noch an Detailkonzepten gefeilt werden», erklärt Mario Lütolf, Leiter Stadtraum und Veranstaltungen. «Die Vorbereitungsarbeiten waren aufgrund sehr kurzfristiger Dispositionen durch die Veranstalter einiges aufwendiger als üblich.» Auch die Organisatoren mussten improvisieren. Es galt, mit Lieferanten und weiteren Partnern eine Zwischenlösung zu finden. «Alle wichtigen Partner sind aber an Bord geblieben», sagt Imhof.

Schuldenberg von 2,5 Millionen Franken

Die ausstehende Zahlung dürften bei einigen Luzernern unschöne Erinnerungen wecken. 2016 fand letztmals ein internationales Beachvolleyball-Turnier in Luzern statt (siehe Zeitschiene). Damals wurde auf der Lido-Wiese die U-21-Weltmeisterschaft ausgetragen. Der Anlass wurde vom Verein Pro Beachvolleyball Luzern organisiert. Der von Marcel Bourquin präsidierte Verein befindet sich seit Februar 2017 im Nachlass und hat einen Schuldenberg von rund 2,5 Millionen Franken angehäuft. Die Nachlassstundung wäre am 4. Mai abgelaufen, wurde aber um drei Monate verlängert. Der Luzerner Sachwalter Alain Bachmann erklärt, dass die Beach Sports Lucerne AG ihren Willen dokumentiert hat, zur Sanierung des Vereins beizutragen. Um dem nachzukommen, muss die Aktiengesellschaft mit dem diesjährigen Turnier allerdings einen Gewinn erwirtschaften.

Die Gläubiger können nur auf ein finanziell erfolgreiches Turnier mit viel Sonnenschein hoffen. Die Vorzeichen stehen nicht sonderlich gut – sowohl aus finanzieller, wie auch aus meteorologischer Sicht.

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