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Grossbaustelle versetzt Luzerner Altstadt in Ausnahmezustand

Der Abriss des ehemaligen C&A-Gebäudes am Kapellplatz sorgt für viel Interesse bei Schaulustigen. Die umliegenden Läden sind weniger glücklich – sie leiden unter abnehmenden Kundenfrequenzen und Umsatzeinbussen.
Hugo Bischof, Sandra Monika Ziegler und Marc Benedetti
Baustelle am Kapellplatz in Luzern. Das ehemalige C&A - Gebäude wird abgerissenBild: Dominik Wunderli (25. September 2018)

Baustelle am Kapellplatz in Luzern. Das ehemalige C&A - Gebäude wird abgerissen
Bild: Dominik Wunderli (25. September 2018)

Es ist ein seltener Anblick: Mitten in der Luzerner Altstadt klafft zurzeit eine gewaltige Lücke. Ein riesiger Hydraulikbagger reisst Stück für Stück des einstigen C&A-Gebäudes am Kapellplatz/Ecke Kapellgasse heraus. Die Eigentümerin der Liegenschaft, die Newport Swiss, plant hier ein vollständig neues Geschäfts- und Wohngebäude.

Wegen der Nähe der Nachbarhäuser muss die Demontage des Betonbaus mit grösster Sorgfalt erfolgen. Zum Schutz der umliegenden Gebäude wurde eine Schutzwand installiert. Hinter dieser wird das frühere C&A-Gebäude zurückgebaut. Die Riesenbaustelle sorgt für grosses Aufsehen. Viele Passanten bleiben stehen und beobachten das spektakuläre Geschehen. Regelmässig wird Wasser in die Ruine gespritzt wegen des Staubs. Wenn Gefahr droht, wird die Abschrankung weiter nach hinten gezogen. Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes überwachen die Baustelle.

«Wir haben spürbare Umsatzeinbussen»

Die Abbrucharbeiten haben Einfluss auf den Geschäftsgang der umliegenden Läden. Stark betroffen ist das Queen Camellia Tea House. Dessen Geschäftsführer Mahesh Sharma bestätigt: «Wir haben deutlich spürbare Umsatzeinbussen.» Zum Tea House gehört auch das Teegeschäft gleich um die Ecke an der Hans-Holbein-Gasse. «Hier ist die Situation am schlimmsten, die Kundenfrequenzen sind stark zurückgegangen», sagt Sharma. «An der Hans-Holbein-Gasse ist es wegen der Abbrucharbeiten zurzeit sehr eng, laut und teilweise staubig», sagt Sharma. «Viele Leute haben Angst, hier zu passieren.» Mahesh Sharma hofft auf eine Entschädigung durch die Firma Newport wegen der Umsatzeinbussen: «Wir haben unser Anliegen deponiert, aber noch keine Zusicherung erhalten.»

Für die See-Apotheke am Kapellplatz hat die Baustelle keine negativen Auswirkungen. «Wir hören zwar den Lärm, aber weniger Kunden haben wir deshalb nicht», sagt eine Angestellte. Anders sieht es beim Pfannenshop Le Creuset aus. Dazu die stellvertretende Geschäftsführerin Nicole Huber: «Ja, wir spüren die Baustelle definitiv. Die Kapellgasse ist leerer, wir haben weniger Laufkundschaft und vor allem viel Lärm und Dreck.»

«Wir haben mehr Lärm», sagt auch eine Sprecherin von Body Shop. «Und wenn die Türen offen sind, überzieht ein heller Staub die Produkte. Da lassen wir die Türen besser zu.» Für die Stammkunden sei die Baustelle kein Problem: «Die finden den Weg zu uns.» Doch die Laufkundschaft habe «deutlich abgenommen». Was die Beeinträchtigungen durch die Bauarbeiten betrifft, hat die Firma Newport schon mehrfach betont, dass sie mit Nachbarn und der IG Kapellplatz in Kontakt steht.

Wer im Neubau einzieht, steht noch nicht fest

Die Abbrucharbeiten haben Ende August begonnen und werden demnächst abgeschlossen. Schon im Oktober soll die Bauinstallation für den Neubau beginnen, bestätigt Jérôme Lutz von der Firma Newport. Anstelle des bisherigen C&A-Gebäude wird das aus einem Architekturwettbewerb erkorene Projekt der Architekten Joos & Mathys realisiert (wir berichteten). Der Neubau wird auf dem Grundriss des bisherigen Gebäudes realisiert. Auf der Vorderseite wird er modern aussehen, mit viel Glas, auf der hinteren Seite historisierend. In den unteren Geschossen sollen Ladenflächen entstehen. In den drei oberen Stockwerken sind elf 2,5- bis 4,5-Zimmer-Wohnungen geplant, darunter einige Maisonette-Wohnungen über zwei Stockwerke. Welche Geschäfte in den Neubau einziehen werden, steht noch nicht fest. «Wir sind im Gespräch mit verschiedenen Mietinteressenten», sagt Jérôme Lutz. «Es sollen aber spannende, für Luzern neue Konzepte sein, welche die Innenstadt aufwerten.» Denkbar ist auch ein Restaurant, ein Uhrenladen ist hingegen kein Thema. «Newport möchte den beliebten Kapellplatz beleben», sagt Jérôme Lutz.

Die Firma Newport hat ihren Hauptsitz in Hamburg mit Büros in der Schweiz (Zug) und den USA. Sie besitzt Liegenschaften in neun Städten der Schweiz, in ganz Deutschland und den USA. Es handelt sich fast durchwegs um Liegenschaften an Toplagen.

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