Grosse Skepsis gegenüber Spitaltourismus

Luzern will sich bei reichen, im Ausland lebenden Personen als Gesundheitsdestination vermarkten. Im Luzerner Kantonsrat ist die Skepsis gegenüber dem Projekt «Lucerne Health» aber gross.

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Überraschung! Der Chirurg kommt aus der Matroschka. Obs dem russischen Patienten gefällt? (Bild: Jals/Neue LZ)

Überraschung! Der Chirurg kommt aus der Matroschka. Obs dem russischen Patienten gefällt? (Bild: Jals/Neue LZ)

Der Kantonsrat hat am Dienstag ein Postulat der SP knapp mit 49 zu 53 Stimmen abgelehnt. Die SP forderte die Regierung in dem Vorstoss auf zu prüfen, ob die vom Kanton an Lucerne Health zugesicherte Anschubfinanzierung nicht gestrichen werden könne.

Der Kanton zahlt an Lucerne Health insgesamt drei Jahrestranchen von 50'000 Franken aus. An Lucerne Health sind medizinische und touristische Leistungserbringer sowie weitere Partner beteiligt. Mit dem Kantonsbeitrag werde kein Spital unterstützt, sagte Regierungsrat Robert Küng im Parlament.

Kommt einheimische Bevölkerung zu kurz?

SP, Grüne und die SVP fürchteten, dass die einheimische Bevölkerung zu kurz kommen könne, wenn reiche Ausländer in Luzern behandelt würden. Es sei stossend, wenn der Kanton ein Projekt für Luxuspatienten unterstütze und gleichzeitig in der Gesundheitsversorgung für die Einheimischen gespart werden müsse.

Spitäler profitieren

CVP und FDP stellten sich hinter Lucerne Health, während die GLP sich der Stimme enthielt. Die CVP sah in dem Vorhaben ein grosses Potential. Die FDP erklärte, die ausländischen Patienten zahlten ihre Behandlung selbst. Davon profitierten auch die Spitäler.

Der Regierungsrat versicherte in seiner schriftlichen Antwort auf das Postulat, dass die neuen, im Ausland angeworbenen Patienten die hiesigen nicht verdrängen würden. Das Luzerner Kantonsspital behandle jährlich 36'000 stationäre und 148'000 ambulante Patienten. Wenige hundert zusätzliche Fälle beeinträchtigten die Versorgung der Luzerner nicht. Lucerne Health könne aber wichtige Zusatzeinnahmen bewirken.

sda