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Grosser Luzerner Maler wird in der Krienser Schweighof-Überbauung verewigt

Wo heute die Schweighof-Überbauung steht, malte Robert Zünd (1827-1909) einst seine berühmten Landschaftsbilder. Zwei von ihnen werden nun als Wandbilder an die verschwundene Idylle erinnern.
Hannes Bucher
Das erste Wandbild ("Die Ernte" von Robert Zünd) ist bereits fertig: Die Überbauung Schweighof in Kriens (Bild: Philipp Schmidli, 4. September 2018.)

Das erste Wandbild ("Die Ernte" von Robert Zünd) ist bereits fertig: Die Überbauung Schweighof in Kriens (Bild: Philipp Schmidli, 4. September 2018.)

Luzerns Umgebung hat vor gut 150 Jahren den grossen Luzerner Landschaftsmaler Robert Zünd (1827 – 1909) für viele detailgetreue Werke inspiriert. Zünd suchte in seinen naturalistischen Bildern die idealisierte Idylle. Diese ist auch in seinen bekannten «Schällenmatt»-Bildern vorzufinden. Sie entstanden in nächster Nähe des Schweighofs in Kriens. Eben dort, wo aktuell auf einer Fläche von 76000 Quadratmetern ein neues Stadtquartier entsteht. Das Projekt Schweighof wird bei Bauende insgesamt 21 neue Gebäude für Wohnen und Arbeiten umfassen. Damit ist es mit Zünds Schällenmatt-Idylle wohl definitiv vorbei.

Bilder erzählen von den Leuten, die hier einst gelebt haben

Aber vergessen geht sie doch nicht ganz. Dies dank der Architekten des Büros Lüscher Bucher Theiler in Luzern. Sie hatten als Planer die Idee, die Nordfassaden der drei Wohnbauten am Schweighofweg künstlerisch zu gestalten. Die Wahl des Motivs fiel auf zwei Zünd-Sujets: «Die Ernte», ein frühes Hauptwerk des Malers, wurde für die Nordfassade des Hauses Schweighofweg 12 ausgewählt, das Bild «Die Schällenmatt bei Luzern» für die Fassaden am Schweighofweg 6 und 8. Reto Tarreghetta, Geschäftsführer der Luzerner Pensionskasse LUPK, welche als Investorin am Schweighof beteiligt ist, begründet die Wahl so: «Die Bilder bilden einen Zusammenhang zwischen den Häusern und der Geschichte der Umgebung. Sie verweisen auf die ursprüngliche Landschaft und erzählen von den Leuten, die früher in dieser Gegend gelebt haben.» In diesem Sinne seien sie «kulturelles Bindeglied», aber auch attraktive «Hingucker».

Das Original: "Die Ernte" von Robert Zünd. (Bild: Kunstmuseum Basel)

Das Original: "Die Ernte" von Robert Zünd. (Bild: Kunstmuseum Basel)

Eine Herausforderung bedeute die visuelle Planung mit der Übersetzung der Bilder auf die Grösse der Wandfassaden mit einer Gesamtfläche von stolzen 950 Quadratmetern. Das Original von «Die Ernte» ist schliesslich bloss 112 Zentimeter hoch und 156,5 Zentimeter breit. Zudem mussten die Sujets formal, aber auch farblich reduziert werden. Digitale Versuche und Muster in Natura wurden erstellt, bis der Auftrag vergeben werden konnte. Die Mehrkosten für die Bilder seien im Verhältnis zu den totalen Baukosten sehr klein, sagt Reto Tarreghetta, ohne konkrete Zahlen zu nennen. Zudem: «Die Bilder haben nicht nur einen materiellen Wert, sondern auch einen ideellen. Sie werten das Quartier Schweighof zweifellos auf und sind identitätsstiftend.» Seit Juli ist das Arbeitsgerüst an der Fassade des Gebäudes am Schweighofweg 12 entfernt. Das Wandbild «Die Ernte» ist fertig, präsentiert sich auf rund 390 Quadratmetern. Im Vordergrund des Bildes ist die anmutige Frau mit dem Vesperkorb auf dem Kopf. Im Hintergrund das Kornfeld, die arbeitenden Menschen. Da ist auch der mächtige Baum, der blaue, leicht bewölkte Himmel.

«Die Schällenmatt bei Luzern»: Bild von Robert Zünd (Quelle: SIK-ISEA Zürich)

«Die Schällenmatt bei Luzern»: Bild von Robert Zünd (Quelle: SIK-ISEA Zürich)

Passanten haben die Bilder noch nicht entdeckt

Eindrücklich kommt das Ganze bereits jetzt daher. Seine volle Wirkung wird es entfalten, wenn die Baugerüste überall entfernt sind, die Umgebung bewachsen ist. Im November werden auch die Fassaden der Nachbarsgebäude fertig bemalt sein. «Die reale Schweighoflandschaft wird sich dann im Bild der Fassaden erweitern», sagt Reto Tarreghetta. Von einer bestimmten Stelle im Schweighof aus könnten dann alle drei Bilder gleichzeitig betrachtet werden. Wie reagieren Passanten und Anwohner auf diesen grossformatigen Fassadenschmuck? Die kürzlich befragten Sonntagsspaziergänger haben das Werk angesichts der vielen Baugerüste zumeist noch gar nicht entdeckt. Anders Laura Reich und ihre zwei Knaben Liam und Leon, die in der Nähe zu Hause sind. «Ein wenig irritiert» sei sie zunächst gewesen, sagt sie. Etwas Ähnliches habe sie eben noch nie gesehen. «Es ist einmal etwas anderes und farblich wirklich passend. Warum nicht?» Und Sohn Leon doppelt nach: «Mir gefällts.»

Das Wandbild "Die Schällenmatt bei Luzern" steht kurz vor der Fertigstellung. (Bild: Philipp Schmidli, 4. September 2018)

Das Wandbild "Die Schällenmatt bei Luzern" steht kurz vor der Fertigstellung. (Bild: Philipp Schmidli, 4. September 2018)

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