Grosser Publikumsandrang auf Krienser Stadtrats-Wahlpodium

Die acht Krienser Stadtratskandidaten duellierten sich am Mittwochabend rhetorisch im Pilatussaal. Die Diskussion verlief kontrovers, aber gesittet.

Stefan Dähler
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Das Podium mit den acht Stadtratskandidaten und Moderator Raphael Prinz. Im Hintergrund zu sehen ist ein Bild von Roger Erni, als er noch beim SC Kriens Fussballer war.

Das Podium mit den acht Stadtratskandidaten und Moderator Raphael Prinz. Im Hintergrund zu sehen ist ein Bild von Roger Erni, als er noch beim SC Kriens Fussballer war.

Bild: Stefan Dähler (12. Februar 2020)

Die Ausgangslage für die Wahlen am 29.März in Kriens ist spannend. Acht Kandidaten streben einen Sitz im Stadtrat an: die vier Bisherigen Matthias Senn (FDP), Judith Luthiger (SP), Lothar Sidler und Franco Faé (beide CVP). Weiter treten Maurus Frey (Grüne), Marco Frauenknecht (SVP), Cla Büchi (SP) und Roger Erni (FDP) an.

Am Mittwochabend kreuzten alle die Klingen. Auf Einladung der FDP fand im Pilatussaal ein Podium statt, moderiert wurde dieses von SRF-Redaktor Raphael Prinz. Das Interesse war mit rund 250 Besuchern gross, der Saal war praktisch voll.

Kritik an Entwicklung in Luzern Süd

Zuerst hatten mit Senn, Büchi und Frey die Stadtpräsidiumskandidaten das Wort. Als Bisheriger hätte er den Vorteil, dass er sich nicht lange einarbeiten müsste, sagte Senn. Als Stapi würde er «ausgleichend wirken, um Lösungen zu finden, mit denen alle leben können». Kritik an Entwicklung in Luzern Süd Büchi kritisierte, dass Kriens vor allem im Gebiet Luzern Süd «zufällig» gewachsen sei. Die Sozialräume seien vergessen gegangen. Als Stapi würde er dafür das Hauptaugenmerk auf die Stadtentwicklung legen. Frey betonte, dass Kriens nicht nur «grösser und grauer» werden soll, sondern auch die Lebensqualität wichtig sei.

Nach einer Vorstellungsrunde ging es um konkrete politische Themen, wobei die Diskussion kontrovers, aber gesittet verlief. Eine Frage war, ob im Krienser Stadtrat alle Parteien vertreten sein sollen – derzeit fehlt die SVP. Grundsätzlich wäre das gut, sagte Franco Faé, der 2015 den SVP-Sitz erobert hatte. Doch letztendlich handelt es sich bei Exekutivwahlen um Personenwahlen. Letzteres stellte Marco Frauenknecht nicht in Abrede und betonte, dass er auch als Person antrete – und als solches keine «dunkle Flecken» in seiner Biografie aufweise.

Kostenüberschreitungen geben zu reden

Ein weiteres Thema waren die Kostenüberschreitungen beim Zentrumsprojekt und dem Kleinfeld-Neubau. So etwas dürfe nicht nochmals passieren, «besonders bei unserer Finanzlage können wir uns so etwas nicht leisten», sagte Cla Büchi. Franco Faé antwortete, dass beim Zentrum Pilatus das Controlling nicht ideal war. Er betone aber auch: «Wir haben keinen Franken für etwas ausgegeben, was uns nicht nützt.» Die neuen Bauten seien sehr gut herausgekommen und ein Gewinn für Kriens.

Das sah auch Maurus Frey so. Aber man habe auch das Vertrauen der Bevölkerung etwas verspielt. Der Stadtrat habe seine Lektion gelernt und Massnahmen in die Wege geleitet, um Verbesserungen zu erzielen, fügte Judith Luthiger hinzu.

Als nächstes Thema folgte die Initiative der Grünen für ein Einzonungsmoratorium. Ein solches wäre für Lothar Sidler nicht der richtige Weg. So würde sich das Bauland verteuern. «Und teurere Bauten ergeben teurere Mieten.» Maurus Frey sah das natürlich anders: «Wachstum muss auch verdaut werden.» Es habe auch Kosten zur Folge, etwa bei Schulräumen. Ausserdem verfüge Kriens noch über genügend Bauland.

Frischer Wind sorgt für Lacher

Eine Steilvorlage für Marco Frauenknecht war die Frage, ob es «frischen Wind» braucht im Stadtrat. Schliesslich gibt es ein gleichnamiges Komitee, das alle nicht-bisherigen Kandidaten zur Wahl empfiehlt. «Selbstverständlich. Wir haben Probleme in den Bereichen Verkehr, Finanzen und Schulraum», so Frauenknecht. Daraufhin konterte Matthias Senn: «Zu viel frischer Wind ergibt Sturmschäden» – und hatte damit die Lacher auf seiner Seite. Er fügte hinzu, dass der Stadtrat nicht verstritten sei, wie das hin und wieder behauptet werde.

Zu Tempo 30 im Zentrum nahm Roger Erni Stellung. «Ich bin dafür, es zu versuchen.» In Köniz habe man gute Erfahrungen gemacht. Frauenknecht mahnte jedoch: Jede Strasse müsse für sich beurteilt werden, die Situation sei in Kriens anders als in Köniz.

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