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GROSSER STADTRAT: «Ich will keine halben Sachen machen»

Irina Studhalter (24) übernimmt im September den Parlamentssitz von Laurin Murer. Die junge Grüne brauchte eine Weile, um sich für das Amt zu entscheiden.
«Es ist mir bewusst, dass ich als junge Frau eine Ausnahme bin»so Irina Studhalter, Politikerin Junge Grüne. (Bild: pd)

«Es ist mir bewusst, dass ich als junge Frau eine Ausnahme bin»so Irina Studhalter, Politikerin Junge Grüne. (Bild: pd)

Einen Monat hat sie sich Zeit gelassen mit ihrer Entscheidung. «Es ist ein wichtiges Amt, und ich will keine halben Sachen machen», sagt Irina Studhalter (24). Ihr Vorgänger im Grossen Stadtrat, Laurin Murer, hat am 19. Juni mitgeteilt, dass er aus dem Parlament zurücktritt. Er war kurz zuvor 30 Jahre alt geworden und will jemand Jüngerem Platz machen (wir berichteten). Die nächste auf der Liste der Jungen Grünen ist Irina Studhalter. Nun hat sie mitgeteilt, dass sie das Amt im September antreten wird.

Dass Irina Studhalter einen Monat überlegt, ob sie Grossstadträtin sein will, erstaunt. Hat sie doch schon für beinahe jedes politische Amt kandidiert. 2015 bewarb sie sich als Luzerner Regierungsrätin und als Kantonsrätin. Mit 21 Jahren war sie damals die jüngste Regierungsratskandidatin in der Geschichte des Kantons Luzern. Im selben Jahr kandidierte die Malterserin für die Grünen um einen Nationalratssitz. Chancen konnte sie sich für diese Ämter keine ausrechnen, wurde dafür aber in Politkreisen bekannt. So schaffte sie es an den städtischen Parlamentswahlen 2016 auf den zweiten Platz der Jungen Grünen. Trotzdem musste sich Studhalter jetzt den Amtsantritt überlegen. «Ich habe viele Erfahrungen gesammelt, eine Ausbildung abgeschlossen, hatte verschiedene Jobs. Die Situation ist nicht mehr ganz die gleiche wie vor einem Jahr», begründet sie die Bedenkfrist.

Politik soll breit abgestützt sein

Die seit 2015 in der Stadt Luzern wohnhafte Irina Studhalter wird ab September eine der Jüngsten im Stadtparlament sein. Nur Yannick Gauch (Juso) ist noch ein Jahr jünger. Wie wichtig ist für Studhalter ihre Jugend in politischer Hinsicht? «Es ist mir sehr wichtig, dass Politik breit abgestützt ist.» Alle Menschen müssten in einem Parlament vertreten sein, jedes Alter, jedes Geschlecht. «Es ist mir bewusst, dass ich als junge Frau eine Ausnahme bin», so Studhalter. Aber genau das sei der Grund, weshalb sie sich für das Amt entschieden habe. Als ihr politisches Kernthema bezeichnet sie «soziale Gerechtigkeit».

Mit Jolanda Spiess gegen Cybermobbing

Irina Studhalter wurde schon früh durch ihr Elternhaus politisiert. Ihr Vater Christof Studhalter ist Mitglied bei den Grünen und der Interessengemeinschaft Malters. Auch ihr jüngerer Bruder Jona Studhalter ist bei den Jungen Grünen aktiv. Als 14-Jährige war Irina Studhalter Repräsentantin der Kinderlobby in Bern. Gemeinsam mit Jana Aregger präsidierte sie von 2015 bis 2016 die Kantonalpartei der Jungen Grünen. Darüber hinaus hat Studhalter die Abstimmungskampagne für das bedingungslose Grundeinkommen mitgeleitet. Zusammen mit der Zuger Ex-Kantonsrätin Jolanda Spiess-Hegglin hat sie den Verein #NetzCourage gegründet, der sich gegen Cybermobbing engagiert.

Vergangenes Jahr hat Irina Studhalter den Bachelor in Politikwissenschaften abgeschlossen. Jetzt studiert sie im Masterstudiengang European Global Studies. Daneben arbeitet sie im Bereich Kommunikation und Kampagnenarbeit bei verschiedenen Arbeitgebern.

Beatrice Vogel

beatrice.vogel@luzernerzeitung.ch

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