Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Grossmutter fuhr mit Kindern davon und liess die Mutter stehen

Das Kantonsgericht Luzern hat sich kürzlich mit einem Fall von Entziehung Minderjähriger befassen müssen, den die Staatsanwaltschaft eingestellt hatte. Es stützte den Entscheid der Vorinstanz – wegen der besonderen Umstände.
Lena Berger
Blick in den Verhandlungssaal der Kantonsgerichts Luzern. (Bild: Pius Amrein)

Blick in den Verhandlungssaal der Kantonsgerichts Luzern. (Bild: Pius Amrein)

Eine Luzernerin hatte ihrer eigenen Mutter vorgeworfen, sie nach einem Streit stehen gelassen zu haben und mit den Grosskindern im Auto davongefahren zu sein. Die Grossmutter habe sie im Ungewissen gelassen, wo die Kinder seien und sich mehrere Stunden lang geweigert, die Kleinen wieder zurückzugeben. Damit habe sich die Grossmutter der Entziehung Minderjähriger schuldig gemacht. Die Luzernerin erstattete Strafanzeige und als die Staatsanwaltschaft das Verfahren einstellte, zog sie den Entscheid ans Kantonsgericht weiter.

Dieses jedoch kam zum Schluss, dass die Staatsanwaltschaft das Verfahren zu Recht eingestellt hat. Und zwar wegen der besonderen Umstände des Streits. Die Frau habe zu der Zeit psychische Probleme gehabt und erwiesenermassen mehrfach mit Suizid gedroht – so auch an jenem Nachmittag. Die Luzernerin soll zu ihrer Mutter gesagt haben, sie solle die Kinder beim nächsten Polizeiposten abgeben, sie wolle den Nachwuchs nicht mehr. Die Grossmutter machte sich Sorgen um die Sicherheit der Kinder. Daher sei es verhältnismässig gewesen, die Kinder kurzfristig mitzunehmen, um die Situation zu beruhigen und eine sichere Übergabe unter Zuhilfenahme der Polizei zu organisieren.

Den Kindern wurde kein Schaden zugefügt, sie wurden ein paar Stunden später dem Vater übergeben. Die Kesb traf nach einer kurz darauf erfolgten Gefährdungsmeldung umfangreiche Abklärungen. Die familiäre Situation hat sich in der Zwischenzeit aber offenbar wieder entspannt, so dass auf die Errichtung von Kindesschutzmassnahmen verzichtet werden konnte.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.