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GROSSPROJEKT: Junge Entlebucher lassen Hippies aufleben

Der Verein Musical Plus bringt zusammen mit der Kantonsschule Schüpfheim und dem Gymnasium Plus das Musical Hair auf die Bühne. Die Hauptdarstellerin erklärt, warum das Stück auch heute topaktuell ist.
Nathalie Emmenegger probt für ihre Rolle als Sheila im Musical «Hair». (Bild: Eveline Beerkircher (Schüpfheim, 28. Januar 2018))

Nathalie Emmenegger probt für ihre Rolle als Sheila im Musical «Hair». (Bild: Eveline Beerkircher (Schüpfheim, 28. Januar 2018))

Die Haare fliegen, Arme und Beine wirbeln, strecken und recken sich, mitreissende Songs erschallen aus den Lautsprechern. Es sind Rhythmen, die einfahren, die elektrisieren: «Stopp» heisst es dann aufs Mal. Silvio Wey ist es, der unterbricht. Er sagt den 25 jungen Leuten vor ihm, die gespannt zuhören, wie er die aktuelle Szene haben möchte.

Die Choreografin Yvonne Barthel gesellt sich dazu. Sie instruiert, tanzt vor und begutachtet dann aufmerksam das weitere Geschehen, macht sich Notizen. Nein, in der Turnhalle im Sek-Schulhaus Schüpfheim findet ­keine Turnlektion statt. Silvio Wey ist denn auch nicht Turn­lehrer oder Trainer, sondern Regisseur. Er leitet an diesem Vormittag die Musicalprobe, die bis weit in den Nachmittag dauert. Die jungen Leute nehmen den Aufwand gern in Kauf. Das Ziel: Das legendäre Muscial Hair aus den 1960er-Jahren, der wilden Hippiezeit, wird erarbeitet. Zum dritten Mal bringt der Verein Musical Plus in Zusammenarbeit mit der Kantonsschule Schüpfheim/Gymnasium Plus damit ein Grossprojekt zur Aufführung.

Zum vierten Mal auf der Bühne

Inzwischen sind die Akteure in der Halle wieder zu Atem ge­kommen. Mit dabei ist auch die 21-jährige Nathalie Emmenegger. «Ja, es ist schon recht intensiv», sagt die junge Schüpfheimerin. Sie hat gewusst, was Musical-Proben bedeuten, wie intensiv die Erarbeitung eines Grossprojektes ist. Denn Nathalie Emmenegger steht zum vierten Mal auf der Muscial-Bühne. Sie wirkte sowohl bei «Die Schöne und das Biest» bei «Cats» und auch in der «Westside-Story» mit. Damals besuchte sie noch das Gymnasium Plus an ihrem Wohnort, jetzt studiert sie an der Uni Bern. Ihre Leidenschaft sind Tanz und Gesang. In «Hair» spielt sie die Sheila, die junge Friedensaktivistin. «Eine Wunsch- und auch eine Traumrolle», freut sie sich. Mit der Musicalfigur kann sie sich ein Stück weit auch persönlich identifizieren: «Sheila ist sehr leidenschaftlich, sie setzt sich für Geschlechtergleichheit und Frieden ein.» Gerade in Songs wie «I believe in love» würden den Glauben an das Gute im Menschen und die Liebe in ­jedem von uns ausdrücken, sagt die Hauptdarstellerin. Und die Schwäche der Sheila für die «Bad Boys»? «Nein, die teile ich privat nicht mit ihr.»

Was sagt Emmenegger zur damaligen Hippie-Bewegung? Diese Strömung sei der heutigen Zeit gar nicht so unähnlich, findet die Hauptdarstellerin: «Die Suche nach der eigenen Identität, nach dem Lebensglück und persön­licher Erfüllung ist heute hoch­aktuell.» Dennoch gebe es auch Unterschiede: Zwar beschäftigten politische Gegebenheiten und gerade auch der Terrorismus heute viele junge Leute. Aber: «Poli­tisches Engagement junger Leute ist heutzutage eher rar.» Auch wenn Nathalie Emmenegger «den Aufschrei, das Aufbegehren, das «Sich-Wehren» der Hippies für ihre Anliegen durchaus nachvollziehen kann, so grenzt sie sich doch wiederum klar von der Bewegung ab. «Die Drogen und die freie Liebe wären definitiv nichts für mich.»

Im Musical Hair aus dem Jahr 1968 sieht Regisseur Silvio Wey den «Spirit der Hippie-Bewegung roh und ungefiltert auf die Bühne gebracht». In Schüpfheim kommt das Musical neu als «Hair 2018» daher. «Wir holen den damaligen Geist in die Gegenwart und spielen mit den menschlichen Bedürfnissen», erklärt Wey.

35 Orchestermusiker sorgen für Live-Sound

Das Stück feiert seine Premiere am 22. Februar, weitere sieben Aufführungen folgen (siehe Hinweis). Die Lautsprecher aus den Proben werden dabei unnötig sein. Unter der Gesamtleitung von David Engel untermalen 35 Orchestermusiker die Aufführungen musikalisch. Zu hören werden bekannte Lieder sein wie «Aquarius», «Hair» oder «Manchester England». So soll der Groove der Hippie-Zeit auch 2018 spürbar werden.

Hannes Bucher

kanton@luzernerzeitung.ch

Hinweis

Die Premiere findet am Donnerstag, 22. Februar, um 19.30 Uhr in der Sporthalle Moosmättili in Schüpfheim statt. Die weiteren Vorstellungen sind am: 23. Februar, 20 Uhr; 24. Februar, 19.30 Uhr; 25. Februar, 16 Uhr; 1. März, 19.30 Uhr; 2. März, 20 Uhr; 3. März, 19.30 Uhr; 4. März, 14 Uhr. Tickets und Infos unter www.hair2018.ch

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