Grossteil der Luzernerinnen und Luzerner fühlt sich gesund – aber die psychische Belastung steigt

Die Gesundheitskosten liegen im Kanton Luzern mit 13 Prozent unter dem schweizerischen Durchschnitt. Zudem beurteilen 90 Prozent der Luzernerinnen und Luzerner ihren Gesundheitszustand als gut oder sehr gut – gleichzeitig gibt die Hälfte der Befragten an, unter einem hohen Termindruck zu stehen.

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80 Prozent der Luzernerinnen und Luzerner sind körperlich aktiv – einige sogar mit einem Grinsen. Hier eine Impression des diesjährigen Luzerner Stadtlaufs. (Bild: Nadia Schärli, 5. Mai 2019)

80 Prozent der Luzernerinnen und Luzerner sind körperlich aktiv – einige sogar mit einem Grinsen. Hier eine Impression des diesjährigen Luzerner Stadtlaufs. (Bild: Nadia Schärli, 5. Mai 2019) 

(pd/jus) Das Bundesamt für Statistik führt alle fünf Jahre eine nationale Gesundheitsbefragung durch. Die Ergebnisse vom Jahr 2017 wurden nun für den Kanton Luzern ausgewertet: 87 Prozent der Luzernerinnen und Luzerner gaben in der Umfrage an, sich «gut» oder «sehr gut» zu fühlen. 80 Prozent der Luzerner Bevölkerung ist körperlich aktiv. Dieser Anteil liegt deutlich über dem schweizerischen Durchschnitt und ist in den vergangenen Jahren stetig gestiegen, wie der Kanton in einer Mitteilung schreibt. 

Was die Umfrage aber auch zeigt: Jede dritte Person ist von einem lang andauernden Gesundheitsproblem betroffen und fast ein Fünftel der Befragten leidet unter körperlichen Beschwerden wie Kopf- oder Rückenschmerzen. Auch psychische Belastungen sind im Kanton Luzern verbreitet: Jede zehnte Person berichtet von einer mittleren bis hohen psychischen Belastung. Daneben zeigt sich seit 2012 eine steigende Tendenz in der Betroffenheit von depressiven Symptomen. Gut die Hälfte der Befragten erwähnt, unter einem hohen Termindruck zu stehen und in hohem Arbeitstempo arbeiten zu müssen. 

Der Anteil übergewichtiger Personen liegt im Kanton Luzern bei 44 Prozent und zeigt im langjährigen Vergleich bei den Männern eine steigende Tendenz – bei den Frauen ist die Zahl rückläufig. Zudem folgt nur jede fünfte Person im Kanton Luzern der Ernährungsempfehlung «5 am Tag», also fünf Portionen Früchte und Gemüse täglich zu essen.

Im nationalen Vergleich niedrige Anzahl Spitalbesuche

Der Kanton Luzern weist schweizweit die drittniedrigste Rate an Hospitalisierungen in Akutspitälern auf. Die Pro-Kopf-Kosten für die obligatorische Krankenpflegeversicherung liegen im Kanton Luzern mit 13 Prozent unter dem schweizerischen Durchschnitt. 

Regierungsrat Guido Graf, Vorsteher des Gesundheits- und Sozialdepartements, beurteilt den Gesundheitszustand der Bevölkerung grundsätzlich als positiv. Dennoch seien die laufenden Anstrengungen weiterzuführen: «Wir brauchen eine gesundheitsfördernde Gesamtpolitik, um alle Bevölkerungsschichten zu erreichen und die Chancengerechtigkeit zu stärken.» Und weiter:

«Es ist von grosser Bedeutung, die Menschen noch stärker zu einem gesundheitsbewussten Verhalten zu motivieren.»