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GROSSWANGEN: Bussarde fliegen Scheinangriffe auf Menschen

Tiere schützen ihre Jungen vor Feinden. Der Mäusebussard tut dies in filmreifer Manier. Velofahrer und Jogger sollten sich vorsehen.
Roger Rüegger
Mit diesem Schild warnen der Kanton Luzern und die Gemeinde Grosswangen vor dem angriffigen Mäusebussard. (Bild Nadia Schärli)

Mit diesem Schild warnen der Kanton Luzern und die Gemeinde Grosswangen vor dem angriffigen Mäusebussard. (Bild Nadia Schärli)

Es sind Szenen wie in einem Hitchcock-Film: In mindestens zwei Fällen haben im Kanton Luzern Mäusebussarde Personen angegriffen. In Grosswangen ging ein Vogel eine Velofahrerin an, und in Rothenburg attackierte einer unsere Fotografin Nadia Schärli, als sie beim Joggen war. «Der Vogel ist dreimal auf mich losgegangen. Er wollte mich aus seinem Wäldli vertreiben, indem er immer wieder im Sturzflug auf meinen Kopf zusteuerte», schilderte sie uns die Szenen. Nach jedem Angriff habe der Bussard sich auf einen Ast niedergelassen und «mich von oben herab richtig arrogant angeschaut».

So sehr die Vorfälle an Sequenzen im Thriller «Die Vögel» erinnern – die Erklärung für das Verhalten der Bussarde ist weit weniger aufregend und relativ simpel zu erklären. «Die Mäusebussarde verteidigen ihre Jungen, die jetzt flügge werden und ihre ersten Flugversuche machen. Vor knapp zwei Wochen hat einer auf der Strasse von Kottwil nach Grosswangen eine Velofahrerin angegriffen. Das Tier nahm die Frau als Bedrohung innerhalb seines Brutreviers wahr», sagt Daniel Schmid, Wildhüter bei der Dienststelle Landwirtschaft und Wald des Kantons Luzern (Lawa).

Bei dem «Tatort» hat die Jagdgesellschaft Kottwil in Zusammenarbeit mit dem Lawa deshalb ein Warnschild mit folgendem Hinweis aufgestellt: «Vorsicht, Mäusebussard. Velofahrer können von brütendem Mäusebussard angegriffen werden». Wenn die Jungen das Nest verlassen, sind die Altvögel laut Michael Schaad, Mediensprecher der Vogelwarte Sempach, für ein paar Wochen sehr sensibel. «So kommt es eben vor, dass auf Personen, von denen sie sich gestört fühlen, Scheinattacken geflogen werden.» Wenn ein Greifvogel mit einer Spannweite von 1,3 Metern auf einen Menschen zufliege, sei das eine spektakuläre Sache, meint Schaad.

Zu Verletzungen komme es bei solchen Szenen jedoch in den wenigsten Fällen. Bei Menschen wie auch in der Natur, wenn die Bussarde etwa andere Vögel vertreiben würden, komme es nämlich meist nicht zu Berührungen. Das bestätigt auch unsere Fotografin. «Ich spürte jeweils einen Luftzug am Kopf, als der Vogel in meiner Nähe war. Vielleicht hat er mich auch mal mit einem Flügel gestreift, mehr aber nicht», so Schärli.

Velofahrer selten attackiert

Mit Scheinattacken in der Nähe von Nestern der Mäusebussarde muss man etwa zwischen Mai und Juli rechnen. «Wenn die Jungvögel etwas selbstständiger sind und besser fliegen können, sind die Alten nicht mehr angriffig», sagt Schaad.

Wer auf der sicheren Seite sein will, sollte Reviere von angriffigen Mäusebussarden in dieser Zeit meiden oder sich nur langsam fortbewegen. «Wenn Meldungen von Angriffen eingehen, sind diese meistens von Joggern. Spaziergänger oder Velofahrer werden so gut wie nie attackiert», sagt Schaad. Das ist insofern beruhigend, als Grosswangen am Montag Etappenort der Tour de Suisse ist.

Roger Rüegger

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