GRÜNDUNG: Luzern erhält zweiten Club für engagierte Frauen

Seit kurzem gibt es in Luzern einen weiteren Soroptimist Club. Er gehört zur weltweiten Organisation für berufstätige Frauen, die in der Gesellschaft Gutes tun. Rund um Luzern sollen so konkrete Projekte unterstützt werden.

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Regula Huber, Gründungspräsidentin des zweiten, vor kurzem neu gegründeten Serviceclubs «Luzern Saphir» (zweite von links), zusammen mit CVP-Nationalrätin Andrea Gmür (zweite von rechts), welche das Grusswort überbrachte, sowie Vizepräsidentin Marlis Zürcher (rechts). (Bild: PD)

Regula Huber, Gründungspräsidentin des zweiten, vor kurzem neu gegründeten Serviceclubs «Luzern Saphir» (zweite von links), zusammen mit CVP-Nationalrätin Andrea Gmür (zweite von rechts), welche das Grusswort überbrachte, sowie Vizepräsidentin Marlis Zürcher (rechts). (Bild: PD)

Der erste Soroptimist Club Luzern wurde im Jahr 1959 gegründet und war der erste in der Zentralschweiz. «Der Club hatte zeitweise bis zu 46 Mitglieder», sagt Regula Huber Blaser (51), die Gründungspräsidentin des zweiten, vor kurzem neu gegründeten Serviceclubs «Luzern Saphir». Man wolle mit diesem ein zweites Standbein in Luzern schaffen. «Zwei Clubs in einer Stadt sind zudem keine Seltenheit», fügt Huber an. Auch in Zürich, Bern oder Genf seien die Soroptimisten mit zwei Clubs vertreten. Soroptimist International ist die grösste weltweite Serviceclub-Organisation für qualifizierte berufstätige Frauen. Aktuell ist sie in 125 Ländern vertreten.

Regula Huber, die als Kommunikationsbeauftragte für das Bildungsdepartement des Kantons Luzern arbeitet, vertritt den neuen Club in Luzern nach aussen und hat zusammen mit dem sechsköpfigen Vorstand die Neugründung und die Feierlichkeiten geleitet. «Luzern Saphir» gehören momentan 27 berufstätige Frauen an, die aus verschiedenen Bereichen kommen. «Wir möchten aus jeder Berufspalette nur eine Vertreterin», sagt Huber. So seien beispielsweise eine Augen- und eine Notfallärztin mit an Bord. Neben einer Juristin, Psychologin oder Archäologin gehören auch eine Kosmetikerin und eine Floristin zum Team.

Auch arbeitslose Frauen sind willkommen

Es sei kein elitärer Club, betont Huber. Mitmachen könne jede berufstätige Frau, auch Hausfrauen und Rentnerinnen, die seit kurzem im Ruhestand seien oder junge Frauen in beginnender Berufstätigkeit. «Voraussetzung ist, dass man bereit ist, am einmal pro Monat stattfindenden Meeting teilzunehmen und auch mal eine Aufgabe im Club zu übernehmen.» Die Vorteile einer Mitgliedschaft sind laut Huber vielfältig. So sind die Frauen Teil eines internationalen Netzwerks, können das gebündelte Know-how der Mitglieder nutzen und gemeinsam einen Beitrag zur Verbesserung der Situationen von Frauen und Mädchen überall auf der Welt leisten.

Auf die Frage, welche Vorteile ein reiner Frauenclub biete, sagt sie: «Frauen besitzen eine ganz eigene Kraft und Dynamik. Sie haben andere Kompetenzen und andere Vernetzungen als Männer.» Man habe aber nichts gegen Männer, meint sie mit einem Augenzwinkern. Ein Frauenclub sei eine wertvolle Ergänzung zur beruflichen Zusammenarbeit mit Männern oder zum Engagement in einem Verein, in dem beide Geschlechter vertreten sind.

Doch woher kommt eigentlich der Name Soroptimist? Es ist die lateinische Wortverbindung von «soror» und «optima» und bedeutet «Frauen, die das Beste anstreben». Der allererste Soroptimist Club wurde 1921 in Kalifornien gegründet. «Von 1924 an entstanden Clubs in Europa und 1930 war der Startschuss in Genf für den ersten Club in der Schweiz», so Huber. Heute gibt es in 125 Ländern um die 3000 Clubs und 80000 Mitglieder. In der Schweiz gibt es 61 Clubs mit rund 1900 Mitgliedern.

Atelier in Horw wird unterstützt

Das internationale Motto von Soroptimist International lautet «Bewusst machen – Stellung nehmen – Handeln» und verfolgt Ziele in verschiedenen Bereichen: Menschenrechte, Gleichberechtigung, Bildung und Kultur, wirtschaftliche und soziale Entwicklung, Umwelt, Gesundheit, Freundschaft und internationale Verständigung auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene. «Der Club Luzern Saphir unterstützt als erstes Projekt das Atelier für Frauen in Horw», sagt Regula Huber. Frauen, die hier leben und erwerbslos sind, sollen so die Chance erhalten, in den Arbeitsmarkt einzusteigen.

Ein weiteres Projekt der schweizerischen Dachorganisation von Soroptimist ist der gemeinsame Kampf gegen Illettrismus. «Viele Frauen, auch Schweizerinnen, haben Mühe mit Lesen und Schreiben. Das hindert sie, sich am gesellschaftlichen Leben zu beteiligen.» Deshalb haben viele Schweizer Clubs Anfang März – rund um den Internationalen Frauentag – am Swiss Soroptimist Day mit verschiedenen Aktionen Geld gesammelt, um Lese- und Schreibkurse für Frauen zu finanzieren. «Es gibt auch Clubs, die Strassenkinder in Madagaskar oder ein Kinderspital in der Ukraine unterstützen, aber auch Institutionen für Frauen und Kinder in der Schweiz.»

An der Gründungsfeier im Grand Casino Luzern haben sich am 17. März rund 100 Soroptimistinnen aus der ganzen Schweiz und Europa getroffen, um die Gründung des neuen Clubs zu feiern. Nationalrätin Andrea Gmür (CVP) überbrachte ein Grusswort und der Apéro wurde analog zum Namen des Clubs auf dem Schiff Saphir der Schifffahrtsgesellschaft des Vierwaldstättersees eingenommen.

Dem Schmuckstein Saphir, werden viele positive Eigenschaften nachgesagt. Laut Huber gilt er als Stein der Wahrheit und der Freundschaft, als Symbol des Wissens und der Toleranz. Der Stein und seine Eigenschaften stünden symbolisch für Werte, die dem Club wichtig seien. Deshalb sei er bei der Namensgebung ausgewählt worden. Zudem sei Blau die Farbe Luzerns und des Emblems der Organisation Sor­optimist International.

Jeannette Voltz

region@luzernerzeitung.ch

«Luzern Saphir» gehören momentan 27 berufstätige Frauen an, die aus verschiedenen Bereichen kommen. (Bild: PD)

«Luzern Saphir» gehören momentan 27 berufstätige Frauen an, die aus verschiedenen Bereichen kommen. (Bild: PD)