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Direkt aus Bern: Zum Schutz unseres Waldes braucht es griffig Regeln

Dem Wald geht es vielerorts schlecht. Darum braucht es griffige Regelungen – unter anderem beim Abkommen mit den Mercosur-Staaten in Südamerika, findet der Krienser Grüne-Nationalrat Michael Töngi.
Michael Töngi
Michael Töngi, Nationalrat Grüne, Kriens. (Bild: Alessandro della Valle/Keystone)

Michael Töngi, Nationalrat Grüne, Kriens. (Bild: Alessandro della Valle/Keystone)

Brandrodungen im Amazonas, Klimaschäden im Schweizer Wald: Die Situation des Waldes ist vielerorts besorgniserregend. Dies zeigte sich eindrücklich am Donnerstagabend an einer Veranstaltung der Grünen in Willisau zum Thema Wald und Holz. Iris del Sol, eine engagierte Frau aus der Ukraine, zeigte auf, wie in jenem Land grossflächige Waldgebiete abgeholzt werden, vielfach illegal, vielfach durch korrupte Behörden gedeckt. Viel Holz gelangt nach Westeuropa. Die Folgen sind verheerend: Die Erosion nimmt stark zu, Trinkwasser fehlt und die Artenvielfalt schwindet dramatisch. Lokale Organisationen kämpfen gegen diese ökologische Tragödie und sind auf Unterstützung angewiesen.

Einen Schritt in die richtige Richtung machte am gleichen Tag der Nationalrat. Im Umweltschutzgesetz wird ein Passus eingefügt, der illegales Fällen und Handel von diesem Holz und Holzprodukten unterbinden soll. Neu müssen Händler die gesamte Lieferkette dokumentieren, damit auch nach mehreren Verkäufen klar ist, woher das Holz kommt. Das Parlament ging bei der Behandlung des Geschäfts noch weiter und gab dem Bundesrat die Möglichkeit, diese Nachverfolgbarkeit auch für andere Rohstoffe vorzusehen. Palmöl zum Beispiel. Diese Regelung entspricht einer Idee, welche bereits im Zusammenhang mit der Initiative Grüne Wirtschaft diskutiert wurde.

Das Beispiel der Ukraine zeigt aber, dass mit der Gesetzesänderung die Arbeit noch nicht gemacht ist. Die EU kennt diese Regelung schon seit 2013. Offenbar gibt es noch Schlupflöcher, die illegales Schlagen von Holz zulassen und gute Geschäfte für einige wenige Firmen ermöglichen. Es braucht also auch effektive Kontrollen und die richtigen Sanktionsmöglichkeiten.

Dies gilt auch für ein allfälliges Freihandelsabkommen mit Südamerikanisches Mercosur-Staaten. Bei diesem Abkommen wird viel von ökologischen Standards und nachhaltigem Handel gesprochen. Wenn es aber um die effektive Kontrolle geht, dann wird auf Gesprächsrunden, Informationsaustausch und Dialog verwiesen. Wenn ein solches Abkommen Bestand haben soll, braucht es glasklare Regeln zu Gunsten des Amazonas, nachhaltiger Landwirtschaft und Schutz der ansässigen Bevölkerung.

Hinweis
Die Luzerner Bundespolitiker berichten jeweils während der Session aus ihrem Ratsalltag zu einem von ihnen frei gewählten Thema.

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