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Autoverbot für die Luzerner Neustadt ist vom Tisch

Einmal im Monat ein autofreies Hirschmatt-Quartier – die Forderung der SP fällt nicht nur beim Stadtrat, sondern nun auch im Stadtparlament durch. Selbst bei den Grünen waren nicht alle dafür.
Roman Hodel
Das Hirschmattquartier, auf dem Bild die Kreuzung Waldstätterstrasse - Kaufmannweg, wird nicht einmal im Monat autofrei (Bild: Manuela Jans-Koch (Luzern, 25. Oktober 2018))

Das Hirschmattquartier, auf dem Bild die Kreuzung Waldstätterstrasse - Kaufmannweg, wird nicht einmal im Monat autofrei (Bild: Manuela Jans-Koch (Luzern, 25. Oktober 2018))

Am Ende mussten doch noch die Stimmenzähler ran – das Ergebnis war dennoch eindeutig: Mit 23 Nein- zu 17-Ja-Stimmen bei zwei Enthaltungen lehnte der Luzerner Grosse Stadtrat am Donnerstag die Überweisung des SP-Postulats «Pilotprojekt für ein autofreies Hirschmattquartier» ab. Das Parlament folgte damit dem Stadtrat, der den Vorstoss ablehnt (wir berichteten). Neben der SP votierten nur noch die Grünen dafür. Aber selbst bei ihnen gab es eine Enthaltung.

Klar dagegen waren CVP, FDP, SVP und grossmehrheitlich die GLP. Judith Wyrsch (GLP) sagte es so: «Wir unterstützen alle möglichen Anlässe auf öffentlichem Grund – vom ‹Papierflugi›-Wettbewerb bis zum Neustadtfest – aber ein autofreier Tag einfach nur damit es keine Autos hat, finde ich schwierig.» Viel wichtiger sei, dass bald die geplante Tempo-30-Reduktion auf der Hirschmattstrasse komme. Reto Kessler (FDP) wurde derweil den Verdacht nicht los, dass man damit langfristig den Autoverkehr aus dem Quartier bringen wolle. «Zudem würde dieser Pilotversuch wohl bald auf andere Quartiere ausgedehnt und auch nicht mehr nur einmal im Monat stattfinden», so Kessler.

Zuerst braucht es einen konkreten Anlass

Er habe fast das Gleiche sagen wollen, fuhr Roger Sonderegger (CVP) in der Diskussion weiter: «Eine Sperrung nur damit gesperrt ist, da sehen wir den Sinn davon nicht.» Ausserdem sei gut möglich, dass das Quartier dann ausgestorben wirke. «Zuerst braucht es einen konkreten Anlass und dann kann man wieder über eine Sperrung reden.» Gleich sah es Marcel Lingg (SVP): «Zumal eine solche Sperrung ökologisch wenig bringt mit Blick auf den ganzen Umfahrungsverkehr.» Immerhin gab er den Befürwortern noch einen Tipp: «Nächsten Sonntag ist ein Grossteil der Stadt gesperrt wegen des Marathons – geniesst es!»

Darüber konnte Gianluca Pardini (SP) nicht lachen – vergeblich hatte er zuvor für sein Postulat geweibelt: «Es geht ja bloss um die Prüfung eines Pilotprojekts und um einen Tag im Monat.» Wer sich bei der Quartierbevölkerung erkundige, stelle schnell fest, dass sie die Autos am liebsten weg hätten. Von der Stellungnahme des Stadtrats zeigte sich Pardini ohnehin enttäuscht: «Der Stadtrat nimmt uns nicht ernst.» Es sei ja wohl ein Witz, wenn dieser behaupte, es sei mit Blick auf das Einbahnregime eine grosse Herausforderung, ein ganzes Quartier zu sperren. «Im viel grösseren Paris werden vier Mal jährlich alle Autos aus dem Zentrum verbannt und Luzern soll das nicht fertigbringen?»

«Deshalb sollten auch wir mehr experimentieren»

Rückendeckung erhielt er von Irina Studhalter (Junge Grüne): «Das Hirschmatt-Quartier kann man sich gut autofrei vorstellen, es ist ja heute schon verkehrsarm.» Innovativ am Postulat sei vor allem der Gedanke Pilotprojekt an sich. Das sei im Trend – in Finnland etwa werde mit vielem zuerst experimentiert. Studhalter: «Deshalb sollten wir auch mehr experimentieren.»

Dazu kommt es zumindest in diesem Fall vorerst nicht. «Autofrei allein hat für uns keinen Wert – es braucht Belebung», sagte Stadtrat Adrian Borgula (Grüne). Auf längere Frist wolle die Stadt aber mehr Flanier- und weniger Strassenfläche in der Neustadt.

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