Guerilla-Aktion: Künstlerin hängt Bilder auf die Kapellbrücke 

Auf der Luzerner Kapellbrücke hängen seit neustem sechs zeitgenössische Giebelbilder. Die Künstlerin Elena Parris protestiert damit dagegen, dass die Stadt die meisten Giebel seit dem Brand der Brücke vor 26 Jahren leer gelassen hat. 

Hugo Bischof
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Porträts von Thelma Lady Furness, Siegfried Wagner und Hans Erni auf der Kapellbrücke (Bild: Hugo Bischof, Luzern, 19. August 2019)

Porträts von Thelma Lady Furness, Siegfried Wagner und Hans Erni auf der Kapellbrücke (Bild: Hugo Bischof, Luzern, 19. August 2019)

Die meisten Touristen werden es wohl nicht bemerken. Aber viele Einheimische dürften staunen: Auf der Kapellbrücke in Luzern hängen seit Montag morgen sechs neue dreieckige Giebelbilder. Darauf abgebildet sind Köpfe von prominenten Persönlichkeiten, die in Luzern geboren sind. Darunter sind etwa die US-amerikanische High-Society-Lady Thelma Lady Furness, der Komponistensohn Siegfried Wagner und der Kunstmaler Hans Erni.

Geschaffen hat die Bilder die Luzerner Künstlerin Elena Parris.  «Es ist  jetzt 26 Jahre her seit dem Brand der Kapellbrücke 1993, bei der auch die meisten Brückenbilder verbrannten», sagt sie auf Anfrage.

«Dass die meisten Giebel seither leer sind, finde ich schade; es ist ein öder Anblick.»

Sie habe sich schon lange überlegt, wie man die Lücken füllen könnte. Nun habe sie gehandelt. Sie habe die Bilder zusammen mit einigen Bekannten in der Nacht vom Sonntag auf den Montag in die Kapellbrücke-Giebel gehängt, «mit feinen Schrauben». Eine Erlaubnis der Stadt habe sie dafür nicht eingeholt. 

«Die Stadt hat jetzt so lange nichts getan. Es war Zeit zum Handeln.»

Wie die Stadt auf die Guerillakation reagiert, war am Montagnachmittag nicht in Erfahrung zu bringen. Es ist also fraglich, wie lange die Bilder noch hängen werden und ob die Künstlerin für ihre unerlaubte Aktion mit einer Busse rechnen muss.