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GÜTSCH: So will der neue Schlossherr die Luzerner anlocken

Der neue Direktor Olaf Galaburda (47) will trotz der schwierigen Umstände «Jahre bleiben». Seine Hoffnungen setzt er auch auf die Wiedereröffnung der Gütsch-Bahn.
Der neue Direktor des Hotels Gütsch, Olaf Galaburda, in seinem neuen Reich über der Stadt Luzern. (Bild Nadia Schärli)

Der neue Direktor des Hotels Gütsch, Olaf Galaburda, in seinem neuen Reich über der Stadt Luzern. (Bild Nadia Schärli)

Olaf Galaburda, Ihr Vorgänger blieb nur wenige Monate im «Gütsch». Und Sie?

Olaf Galaburda: Ich habe jetzt als Resident Manager die Möglichkeit, diesem Haus ein Gesicht zu geben. Die Luzerner kennen zu lernen und Gäste zu binden. Ich möchte hier in Luzern die nächsten Jahre leben. Für mich gibt es nichts Schöneres, als ein solches Haus leiten zu dürfen. Ich werde also Jahre bleiben.

Sie kommen ursprünglich aus Deutschland. Wie gut kennen Sie Luzern?

Galaburda: Vor 20 Jahren habe ich auf der anderen Seite des Sees gearbeitet. Im Parkhotel Vitznau. Während dieser Zeit habe ich Luzern kennen gelernt. Für mich ist es die schönste Stadt der Schweiz.

Sie haben internationale Berufserfahrung. Unter anderem als Direktor edler Häuser in Marokko. Wieso jetzt das Hotel Château Gütsch?

Galaburda: Als ich in Luzern lebte, habe ich auch die Geschichte des Hotels Gütsch verfolgt. Das Schloss da oben auf dem Hügel war für mich immer ein Mysterium. Schon damals war es mein Wunsch, das Hotel irgendwann führen zu können.

Welche Ziele haben Sie mit dem Hotel Gütsch?

Galaburda: Ich will das «Château Gütsch» zu einem der schönsten Boutique-Hotels der Schweiz entwickeln. Das Ziel ist natürlich noch nicht erreicht, aber ich hoffe auf die Luzerner Bevölkerung. Ich will sie mit einbeziehen und das Haus nicht unnahbar lassen.

Wie wollen Sie das erreichen?

Galaburda: Wir alle sehen der Eröffnung der Gütsch-Bahn entgegen. Die Bauarbeiten dazu haben begonnen. Durch die Bahn kann man das Gebiet um das Hotel erschliessen, und so wird dieses auch attraktiver.

Es hiess, dass die Bahn im Mai öffnen wird. Ist man im Zeitplan?

Galaburda: Ich kann nicht sagen, wann genau die Bahn öffnen wird. Es wäre der Bevölkerung gegenüber nicht fair, etwas zu versprechen, das man am Ende nicht halten kann. Deshalb möchte ich kein genaues Datum nennen. Es wird aber Sommer werden.

Wollen Sie die Bevölkerung nur durch die Eröffnung der Bahn anziehen?

Galaburda: Das «Ja» der Bevölkerung zum Kredit für die Gütsch-Bahn zeigt mir, dass der Gütsch ein sehr wichtiger Ort für die Luzerner ist. Mein Ziel ist es, sie hierher zu bringen. Wir haben die Menükarte angepasst und bieten mehr regionale Produkte an, mit einem Hauch Gourmet.

Und sonst?

Galaburda: Beispielsweise ein Business oder Ladys Lunch einmal pro Woche. Ich möchte, dass das «Château Gütsch» auch zu einem Ausflugsziel wird und die Leute hier oben ihren Sonntagskaffee trinken. Es gibt sehr viel zu tun, das weiss ich. Ich möchte aber die Luzerner sowie meine Kollegen von anderen Hotels kennen lernen und den «Gütsch» stärker nach aussen vertreten. Ich hoffe sehr, dass man mir die Chance gibt, hier etwas zu entwickeln.

Die letzten Jahre waren geprägt von ständigen personellen Wechseln. Etliche Projekte wurden angekündigt und nicht verwirklicht. Sind Sie sich bewusst, auf welchem Pulverfass Sie auf dem «Gütsch» sitzen?

Galaburda: Für mich ist Gewesenes Vergangenheit. All die Verschiebungen, die stattgefunden haben, sind sehr bedauerlich. Aber ich möchte mich als neutrale Person ansehen. Meinungsverschiedenheiten müssen geglättet und Entscheidungen vom Verwaltungsrat respektiert werden.

Ein Luzerner Hotelier sagte gegenüber unserer Zeitung: «Selbst gestandene Hoteldirektoren würden im Umfeld des ‹Gütschs› scheitern.»

Galaburda: Davon lasse ich mich nicht beeindrucken. Jeder kennt seine eigenen Stärken und Schwächen und muss selbst wissen, worauf er sich einlässt. Als neuer Resident Manager möchte ich hier meine eigene Handschrift setzen. Es ist ein ganz besonderer Ort, und das will ich durch Persönlichkeit sowie ein junges, dynamisches Team nach aussen leben. Ich werde behutsam mit dem Hotel umgehen, es aber weiterentwickeln.

Das Hotel ist klein und ohne Ausbau wohl kaum rentabel. Wie wollen Sie den «Gütsch» finanziell erfolgreich führen?

Galaburda: Ich habe mir die Messlatte sehr hoch gesetzt. Was investiert wurde, soll sich durch Einnahmen auch wieder niederschlagen. Rein durch den Hotelbetrieb erreicht man das aber nicht. Im Rittersaal etwa kann man eine Märchenhochzeit feiern. Zudem will ich es für Bankette nutzen sowie die Traditionen und Bräuche Luzerns ins Hotel einbeziehen. Doch dafür ist es im Moment noch zu früh. Ich bin neu hier und muss für mich erst erschliessen, was man alles machen kann.

Wie frei sind Sie denn im Führen des Hotels? Mischen sich die «Gütsch»-Besitzer in den Betrieb ein?

Galaburda: Ich arbeite mit den Repräsentanten zusammen. Man lässt mir Freilauf, um Vorschläge und Veränderungen anzubringen, um so den höchstmöglichen Standard zu gewähren. Und ich bin dankbar, dass ich diese verantwortungsvolle Aufgabe erhalten habe.

Interview Sarah Weissmann

Zur Person

Olaf Galaburda (47) wuchs in Mönchengladbach (Deutschland) auf. Zuletzt leitete der gelernte Patissier und spätere Hotelfachmann das Parkhotel Adler in Hinterzarten im Schwarzwald.

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