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GUNZWIL: Stück Aargau verärgert Reiter

Der Bund gibt ein Materiallager an Menziken zurück. Der Reitverein Beromünster muss nun ein neues Lager suchen.

Es ist ein unscheinbarer Flecken im Norden der Gemeinde Beromünster. Dort, in einem Waldstück im Ortsteil Gunzwil, liegt eine rund 1000 Quadratmeter grosse Parzelle. Sie gehört neu der Ortsbürgergemeinde Menziken; die Aargauer Gemeinde grenzt unmittelbar an dieses Waldstück namens Fuchshübel. Die Parzelle war schon einmal in Menziker Besitz – bis 1953. Dann hat die Gemeinde das Land dem Militärdepartement geschenkt – das darauf stehende Gebäude wurde als Materiallager genutzt.

Mittlerweile brauchte die Armasuisse, die Immobilienverwalterin des eidgenössischen Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport, die Baracke nicht mehr. Dafür bat der Reitverein Beromünster die Armasuisse um Unterschlupf. Vereinspräsident Armin Bucher: «Die Gelegenheit war gut, wir brauchten die Baracke, um Hindernisse und Festmaterial darin zu lagern.» Einzige Bedingungen des Bundes seien eine ruhige Nutzung und die Pflege des Grundstücks gewesen. Der Reitverein hat zugestimmt, weil er das Material nur zwei Mal im Jahr braucht – und die Miete günstig war.

«Zivile Nachnutzung ist nicht möglich»

Diese Win-win-Situation wurde letztes Jahr abrupt beendet. Die Armasuisse hat entschieden, die Parzelle wegen Nichtgebrauchs an Menziken zurückzugeben. Ein Grund: Die Nutzung der Baracke sei nicht zonenkonform. Das bestätigt Armasuisse-Sprecher Kaj-Gunnar Sievert: «Die Parzelle befindet sich in der Waldzone. Eine zivile Nachnutzung – ausser forstlicher Natur – ist nicht möglich.» Ein anderer Grund soll laut Bucher an der Baufälligkeit der Baracke gelegen haben. «Das ist aber absurd. Das Gebäude war in einem einwandfreien Zustand», sagt Armin Bucher.

Im September erfuhr der Reitverein von der Rückgabe des Grundstücks an Menziken, wenige Wochen später wurde das Gebäude abgerissen. «Das war für uns sehr tragisch», sagt Bucher. Noch immer suche nun der Reitverein nach einer günstigen Lagermöglichkeit fürs Material.

Hanspeter Lang, Bauvorsteher von Beromünster, kann den Ärger des Reitvereins verstehen, sagt aber: «Eine weitere Nutzung des Gebäudes wäre aus raumplanerischer Sicht schwierig gewesen.» Dass der Bund die Parzelle an Menziken zurückgegeben habe, mache Sinn. Laut Annette Heuberger, parteilose Frau Gemeindeammann von Menziken, soll das Grundstück neu bepflanzt werden. Es soll wie früher und wie die Nachbarparzellen als Wald genutzt werden.

Alexander von Däniken

alexander.vondaeniken@ luzernerzeitung.ch

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