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Der neue Rothenburger Gemeinderat ist gut vernetzt – dank der Fasnacht

Michael Riedweg (CVP) ersetzt ab Oktober den abtretenden Gemeinderat Arthur Sigg. Beim Spaziergang durch Rothenburg erzählt er von seinen Zielen – und weshalb er erleichtert ist, dass er in stiller Wahl gewählt wurde.
Gabriela Jordan
Michael Riedweg (37), hier vor der Alten Holzbrücke, tritt im Oktober neu das Amt als Gemeinderat von Rothenburg an. (Bild: Dominik Wunderli; 9. Mai 2018)

Michael Riedweg (37), hier vor der Alten Holzbrücke, tritt im Oktober neu das Amt als Gemeinderat von Rothenburg an. (Bild: Dominik Wunderli; 9. Mai 2018)

Ein Lieblingslokal habe er nicht, meinte Michael Riedweg (37), als es darum ging, einen Ort für den Interview- und Fototermin auszuwählen. Eher sei er in seiner Freizeit mit dem Velo oder dem Hund unterwegs. Gesagt, getan: Zum Gespräch trafen wir ihn vor seiner Wohnung beim Coop in Rothenburg, von wo aus er uns durch das Dorf führte. Mit dabei: Hund Kaleo, zweijährig, Rasse Zwergpudel. Als erstes spazieren wir zur Alten Holzbrücke, die voriges Jahr 300 Jahre alt wurde.

Der gebürtige Emmer lebt mit seiner Frau und seinen zwei Kindern seit zehn Jahren in Rothenburg. Obwohl er die Gemeinde dank Velo und Hund wie seine Westentasche kennt, wird er sie in wenigen Monaten noch von einer anderen Seite kennen lernen: Im Oktober tritt er in die Fussstapfen von Arthur Sigg und ersetzt ihn im Rothenburger Gemeinderat. Beide sind Mitglieder der CVP, die parteiliche Zusammensetzung bleibt im Gremium somit gleich.

«Ehrlich gesagt war ich erleichtert»

Da Riedweg der einzige Kandidat für dieses Amt war, wurde er in stiller Wahl gewählt. Danach gefragt, ob er lieber eine richtige Wahl gehabt hätte, meint er: «Nein, ehrlich gesagt war ich erleichtert. So musste ich keinen Wahlkampf führen und auch nicht darum zittern, ob ich tatsächlich gewählt werde. So habe ich ausserdem genügend Zeit, mich zu organisieren». Schlecht wären seine Chancen bei einer Wahl wohl nicht gewesen. Als kantonaler Delegierter der CVP Rothenburg ist er an politischen Anlässen regelmässig anzutreffen. Ebenso wirkte er schon in verschiedenen Kommissionen mit, so etwa bei der Teilrevision der Gemeindeordnung.

«So musste ich keinen Wahlkampf führen und auch nicht darum zittern, ob ich tatsächlich gewählt werde.»

Ab und zu trifft man ihn auch mal auf dem Leichtathletikplatz der Chärnshalle an, wo er seinen Sohn bei Wettkämpfen anfeuert. «Ich bin ein Familienmensch. Und ziemlich gut vernetzt», so Riedweg. «Auch die Fasnacht trägt da sicher einen grossen Teil dazu bei», fügt er lachend hinzu. Als Wey-Zünftler lerne er immer wieder neue Leute kennen. Das sei insbesondere an der Fasnacht vor zwei Jahren der Fall gewesen, an der er als Weibel über 60 Termine wahrnehmen musste.

Weiter geht der Spaziergang über den Dorfplatz Flecken und an der Kirche St. Barbara vorbei, in der sein Sohn im Frühling die Erstkommunion empfangen hat. «Ich und meine Familie sind schon religiös, die Kirchenbesuche beschränken sich in der Regel aber auf die Feiertage», sagt er.

Vom Lehrling zum Bereichsleiter

Damit Riedweg ab Oktober genügend Zeit für das 25-Prozent-Pensum bei der Gemeinde hat, wird er seinen Job auf 80 Prozent reduzieren. Er ist Bereichsleiter Elektro-Engineering bei der Firma HKG Engineering in Rotkreuz und Luzern. Begonnen hatte er seine berufliche Laufbahn mit einer Lehre als Elektromonteur, danach besuchte er die höhere Fachschule für Technik und fügte anschliessend ein Nachdiplom in Wirtschaft an. Zudem studierte er Lichtdesign an der ZHAW in Winterthur.

Mit diesem beruflichen Hintergrund scheint es naheliegend, dass er das frei werdende Ressort Infrastruktur von Arthur Sigg übernimmt. «Ich hoffe natürlich, dass ich dieses Ressort bekomme. Das ist aber noch offen und als Neuling kann ich keine Ansprüche stellen. Ich könnte mich auch mit einem anderen Ressort anfreunden.» Doch weshalb zieht es ihn überhaupt in die Gemeindeverwaltung? «Für mich ist es eine neue Herausforderung, die ich gerne annehme. Zudem kann ich mich sehr gut mit Rothenburg identifizieren.» Und dank des Geschäftsführermodells lasse sich das Amt gut mit dem Beruf vereinbaren.

«Ich stelle nicht gleich alles auf den Kopf»

Beim Kindergarten Lehn angelangt, kommt das eigentliche Thema zur Sprache: Welche Visionen hat Riedweg für die Gemeinde? Die Familienpolitik liege ihm sicher am Herzen, sprich gute Schulen und attraktiver Wohnraum. Auch eine nachhaltige Finanzpolitik sei ihm wichtig, diesbezüglich sei Rothenburg recht gut unterwegs.

Ansonsten gibt er sich aber noch relativ zurückhaltend. «Ich will zuerst die internen Prozesse kennen lernen. Als neuer Gemeinderat stelle ich nicht gleich alles auf den Kopf.» Er freue mich jedenfalls sehr auf die neue Aufgabe, meint Riedweg, als wir schliesslich wieder beim Coop ankommen, rechtzeitig vor dem einsetzenden Regen – oder zumindest fast.

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