GUUGENMUSIGEN: Im Bahnhof Luzern sind die Säue los

Schweine beherrschen den Luftraum über der RailCity. Und an der Eröffnung der Fasnachtsausstellung am Samstag legen sich 18 Guuggenmusigen ins Zeug.

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Blick vom Untergeschoss des Bahnhofs nach oben. (Bild Dave Schläpfer/Zisch)

Blick vom Untergeschoss des Bahnhofs nach oben. (Bild Dave Schläpfer/Zisch)

Wild sieht sie aus, die weisse Kampf-Wildsau. Und etwas lädiert, mit dem Speer im Ranzen und dem Blut um die Eintrittswunde.

«Was cheibs», sagt ein alter Mann, schüttelt den Kopf und lächelt. «Das sieht schon ein bisschen gfürchig aus», kommentiert seine Frau die an der Decke des Luzerner Bahnhofs hängenden Säue. «Aber schön sind sie, und schliesslich ist ja Fasnacht.»

Zebrasauen und Spanferkel
«En sauglatti Fasnacht», lautet das Motto der 18. Bahnhof-Ausstellung, die morgen Samstag mit einem gewaltigen Guuggenmusig-Aufmarsch Vernissage feiert. Seit Donnerstag Mittag hängen 18 meist witzig dekorierte Riesenschweine über den Köpfen der Bahnreisenden, kreiert von 18 Guuggenmusigen aus dem ganzen Kanton.

Und so jagen sich nun eine Wildsau im chicen Zebralook mit mächtigen Hauern und eine braune Wildsau im Tarntenü über den Bahnhofshimmel, während sich im hinteren Teil ein Spanferkel knusprig im Saft dreht und den Wurstständen im Bahnhofsareal wohl neue Umsatzrekorde beschert.

«Das Resultat übertrifft alle Erwartungen», freut sich Werner Rast, Präsident des für die Ausstellung verantwortlichen Vereins Bahnhof-Guuggete Lozärn. 100 bis 200 Stunden Arbeit stecken in jeder Sau, schätzt Rast, der auch Präsident der Luzerner Wey-Zunft ist.

Eine Million Besucher
Ein Dutzend Leute, ein Kran mit Hebebühne und zehn Stunden Arbeit waren nötig, um die «Sauerei» an der Decke über der RailCity zu montieren. Der Aufwand lohnt sich: Gemäss Schätzungen der SBB werden bis zum Ende der Ausstellung am Aschermittwoch etwa eine Million Passanten die Fasnachtsdekoration sehen.

«Das wäre dann die bestbesuchte Ausstellung der Schweiz», scherzt ein gut gelaunter Werner Rast. Und der Augenschein vor Ort zeigt, dass einige der Luzerner Fasnachtssäue wohl bald auch in chinesischen Fotoalben auftauchen werden.

Luca Wolf