Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

GUUGGENMUSIG: Ist der Chatzeschwanz ab, gibts Tränen

Alte Märsche, Evergreens, Schlager - die Chatzemusig pflegt ein traditionelles Repertoire. Dafür brauchts auch fachmännische Hilfe.
Die Chatzemusig Luzern probt im Schulhaus Utenberg für die Fasnacht. (Bild Boris Bürgisser/Neue LZ)

Die Chatzemusig Luzern probt im Schulhaus Utenberg für die Fasnacht. (Bild Boris Bürgisser/Neue LZ)

«Hau i de Chatz de Schwanz ab.» Am Schluss der Probe in der Aula des Luzerner Utenbergschulhauses spielt die Chatzemusig ihr «Paradestück, unser Kennzeichen, unsere Marke», wie es der Tambourmajor Urs Peter, so genannter Chatze-Major, ausdrückt. Vor drei Jahren hat die reine Männermusig den Fasnachtsklassiker neu arrangiert. Es geht die Legende um, dass ehemalige «Chätzeler» Tränen in den Augen haben, wenn «s Eis» (die Nummer 1) gespielt wird. «Ja, das ist wohl schon so», sagt der Chatze-Major und lacht.

Die wöchentliche Probe der 60-jährigen und damit zweitältesten Stadtluzener Guuggenmusig ist kein kakofonisches Durcheinander. Hier gehts gesittet zu und her. Trompeten, Hörner, Klarinetten und Posaunen sitzen im Halbkreis hinter den Notenständern. Die drei Bässe stehen dahinter. Im Rücken des Tambourmajors hat sich die Rhythmusabteilung formiert. Zu Füssen der Bläser liegen alten Zeitungen: Der aus den Instrumenten ausgeblasene «Spöitz» soll auf dem Papier und nicht auf dem Boden landen. Chatze sind bekanntermassen saubere Tiere.

Ohrwurm «Viva Colonia»
Während der Pause erklärt Urs Peter, seit vier Jahren Chatze-Major, was es mit dem Sound der Chatzemusig auf sich hat. «Wir richten uns nicht primär nach dem Publikumsgeschmack, auch wenn wir natürlich wissen, dass man von der Chatzemusig ein traditionelles Repertoire erwartet.»

Alte Märsche, Evergreens, Schlager. Zum Beispiel der Ohrwurm «Viva Colonia» (Höhner) oder «Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben» (Jürgen Marcus). 17 Stücke umfasst das aktuelle Repertoire, fünf Stücke wurden für diese Fasnacht neu einstudiert. Die Chatze verpflichten für das Arrangement der Stücke jeweils einen Fachmann: Der studierte Musiker Seppi Krummenacher spielt selber in der Kleinformation Campari Orange. Er sagt:«Es ist reizvoll, ein Stück auf drei, vier Stimmen zu reduzieren, so dass es dennoch klingt und für eine Guuggenmusig lernbar ist.»

«Das kommt gut»
«1, 2, 3, 4!» Chatze-Major Urs Peter zählt an, gibt mit seiner Rechten auch optisch den Takt vor – und die Chatzemusig Lozärn legt wieder los in der Aula Utenberg. Geprobt wird gerade der Marsch «Frohes Wiedersehen» aus dem Jahr 1957 von Emil Würmli. Es hornt, es guugt, es paukt, es trommelt. Nicht immer völlig lupenrein, aber so muss es tönen bei einer Guuggenmusig. Doch rasch gestikuliert Tambourmajor Urs zum Marschhalt, das Schränzen stirbt ab. «Ich möchte das prägnanter – chömid!», sagt er und schlägt zur Illustration mit der Faust in die hohle Hand. Zweiter Anlauf also, dieses Mal bis zum Ende. Der Chatze-Major nickt zufrieden. Und Chatzemeister/Präsident Mario Conca (53) sagt, knapp drei Wochen bevor es losgeht: «Das kommt gut, so wie jedes Jahr. Aber mit dem Jubiläum wird es natürlich schon noch spezieller als sonst.»

Jérôme Martinu

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.