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GUUGGENMUSIGEN: Die Monster schränzen bis zum Schluss

Dem garstigen Wetter trotzend, verabschiedeten sich am Dienstagabend die Guugger am Monstercorso mit einem gewaltigen Finale von der Fasnacht 2017. Den Wehmütigen bleibt jetzt nur eins: 344 Tage warten.
Wildes Sujet am Monstercorso 2017 in Luzern. (Bild: Philipp Schmidli)

Wildes Sujet am Monstercorso 2017 in Luzern. (Bild: Philipp Schmidli)

Beatrice Vogel

beatrice.vogel@luzernerzeitung.ch


Für Guuggenmusig-Fans ist er das Highlight, für alle anderen Fasnächtler der gebührende Abschluss der rüüdigen Tage: der Monstercorso. Der Abend des Güdisdienstags gehört in der Stadt Luzern traditionell allein den Guuggenmusigen. Und das ist gut so. Denn ohne die Guugger gäbe es keine Fasnacht oder höchstens eine stille, langweilige. Es gäbe kein Schränzen und Trommeln, kein wildes Tanzen und Herumhüpfen, keine herzigen Kleinkinder mit leuchtgrünen Pamiren, und ebenso wenig müsste man sich in den engen Gassen vor schwingenden Paukenschlägeln in Acht nehmen. All die farbenfrohen und originellen Kostüme und Grende kämen kaum zur Geltung, würden sie nicht durch die kakofonischen Töne der Guuggenmusigen in die richtige Klangkulisse gerückt. Die Guuggenmusigen sind nicht nur das Salz in der Fasnachtssuppe, sondern die ganze Bouillon – inklusive Geschmacksverstärker. Deshalb ist es nur richtig, dass ihnen die Ehre gebührt, sich am letzten Fasnachtsabend noch einmal zu präsentieren.

So fanden sich am Dienstagabend 82 Formationen der «Vereinigten Guuggenmusigen Luzern» in der Bahnhofstrasse ein, um auf der üblichen Route via Seebrücke, Schweizerhofquai, Hertensteinstrasse und Löwengraben das Publikum zu begeistern. Gemäss groben Schätzungen der «Vereinigten» waren rund 3000 Guugger dabei. Für sie ist es Ehrensache, nach den anstrengenden Tagen mit ausgefülltem Programm, das oft nur dank eisernem Durchhaltewillen überstanden werden kann, am Monstercorso noch einmal richtig Gas zu geben. «Wir sammeln unsere restliche Energie und bäumen uns ein letztes Mal auf, um den Winter zu vertreiben», beschreibt Renato Leo, bei den «Vereinigten» zuständig für den Monstercorso, den Kraftakt der Guugger. Es lohnt sich: Kaum einen Zuschauer lassen die oft schaurig-schönen Grende und die mitreissende Musik kalt.

Kein Motto und trotzdem vielfältige Sujets

Nachdem am Dienstagnachmittag die dunkelgrauen Wolken innert weniger Minuten über Luzern gezogen sind, war der gröbste Sturm zu Beginn des Monstercorsos um 19.30 Uhr glücklicherweise vorbei. Erst ab 21 Uhr kehrte der heftige Regen zurück. Der Stimmung konnte jedenfalls das nasskalte und stürmische Wetter nichts anhaben. Zwar haben wohl vor allem deswegen gemäss Hochrechnung der Luzerner Polizei lediglich 16000 Zuschauer dem Monstercorso beigewohnt. Doch diese liessen sich nicht lumpen und stimmten voller Energie in den Rhythmus mit ein. Übrigens: Vor einem Jahr war während des Monstercorsos ebenso garstiges Wetter – kalt, nass und sehr stürmisch. Doch auch damals liessen sich die Luzerner Guugger nicht von den 90 Stundenkilometer starken Sturmböen beirren und boten ein monstermässiges Spektakel. Allerdings waren nur knapp 10 000 Zuschauer dabei.

Der Monstercorso hatte auch dieses Jahr – wie immer – kein Motto. Das war auch nicht nötig, die Sujets der Guuggenmusigen waren einmal mehr äusserst vielfältig – eine wahre Freude für alle Antiregulatoren. Besonders eindrücklich waren die Grende der Tambourmajoren. Zwar gab es wenige wirklich riesige, dafür waren sie umso schöner gestaltet. Aufgefallen sind etwa das blaue Mondgesicht der Pilatusgeister und der verwurzelte Waldmensch der Tropeblocher.

So mancher Fasnächtler dürfte nach dem Monstercorso wehmütig den Heimweg angetreten haben. Leider ist sie schon wieder vorbei, die Fasnacht 2017. Schön wars! Und ein Trost bleibt: Die nächste Fasnacht kommt bestimmt – nämlich am 8. Februar 2018, wenn es um 5 Uhr morgens wieder knallt über dem Luzerner Seebecken. Das bedeutet: noch 344 Tage warten.

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