Gymnasien & Berufsfachschulen
«Ausdünnen» oder Fernunterricht: Kanton Luzern erarbeitet zwei Szenarien für Unterricht nach den Ferien

Die Luzerner Schülerinnen und Schüler bleiben bis zu den Fasnachtsferien im Präsenzunterricht. Danach wird der Unterricht an den Gymnasien und Berufsfachschulen voraussichtlich eingeschränkt.

Dominik Weingartner
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An den Luzerner Schulen wird der Präsenzunterricht auf allen Stufen mit Ausnahme der Hochschulen bis zu den Fasnachtsferien fortgeführt. Das teilte der Luzerner Regierungsrat am Freitag mit. Die Fasnachtsferien beginnen in zwei Wochen. Andere Kantone wie etwa der Aargau oder Solothurn haben Gymnasien und Berufsschulen geschlossen, nachdem der Bundesrat am Mittwoch entschieden hatte, auf flächendeckende Schulschliessungen in der Schweiz zu verzichten.

Für die Wiederaufnahme des Schulbetriebs am 22. Februar bereitet die Luzerner Bildungsdirektion allerdings Szenarien vor. In der Primarschule soll weiterhin am Präsenzunterricht festgehalten werden, ebenso in den Sekundarschulen. Für die Gymnasien und Berufsfachschulen werden aber zwei Szenarien vorbereitet:

  • Variante «Ausdünnen»: Maximal 50 Prozent der Schülerinnen und Schüler sowie Lehrpersonen würden sich dabei auf dem Areal befinden. Die Dienststellen Gymnasialbildung und Berufs- und Weiterbildung planen mit den Schulen die Details.
  • Variante «Fernunterricht»: Grundsätzlich herrscht in diesem Szenario Fernunterricht mit wenigen Ausnahmen, zum Beispiel um Prüfungen im Präsenzmodus abzulegen.
Bildungsdirektor Marcel Schwerzmann.

Bildungsdirektor Marcel Schwerzmann.

Wie eine Variante «Ausdünnen» konkret aussehen würde, ist noch offen. Die konkrete Ausgestaltung sei Sache der zuständigen Dienststellen und werde zusammen mit den Schulen vorbereitet, sagt Bildungsdirektor Marcel Schwerzmann. «Eine grössere Schule wie beispielsweise die Kantonsschule Alpenquai hat andere logistische und organisatorische Herausforderungen als eine kleinere Schule.» Die genaue Ausgestaltung soll «aufgrund der epidemiologischen Lage so früh als möglich festgelegt» werden.

Ebenfalls unklar ist, wie wahrscheinlich der Fernunterricht oder der reduzierte Präsenzunterricht nach den Fasnachtsferien eingeführt wird. Dies hänge vom weiteren Verlauf der Pandemie und der Ausbreitung der neuen Virusmutation ab, sagt Schwerzmann. «Wenn die Zahlen stabil bleiben oder sinken, könnten wir uns auch den Status quo vorstellen.» Der Luzerner Bildungsdirektor will «so lange wie nur möglich» am Präsenzunterricht festhalten.

Schulen seien kein Treiber der Pandemie

In seiner Mitteilung hält der Regierungsrat fest, dass die Schulen im Kanton Luzern kein Treiber der Virusverbreitungen seien. «Die bisher geltenden Rahmenschutzkonzepte werden an den Schulen gut umgesetzt und funktionieren – die wöchentlich erhobenen Fallzahlen zeigen, dass die Schulen keine Coronahotspots darstellen», heisst es.

Auf Anfrage sagt Schwerzmann, die Fallzahlen seien «stabil auf einem tiefen Niveau, seit längerem im niedrigeren einstelligen Prozentbereich». In den Volksschulen seien zurzeit 341 Schülerinnen und Schüler (0,81 Prozent) sowie 41 Lehrpersonen (0,09 Prozent) in Isolation. In den Gymnasien seien 13 Schülerinnen und Schüler (0,24 Prozent) sowie drei Lehrpersonen (0,45 Prozent) in Isolation. Aktuelle Zahlen zu den Berufsschulen gibt es kommende Woche.