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GYMNASIUM: Ausbau bei naturwissenschaftlichen Fächern wird sistiert

Die Förderung von Mathematik und verwandten Fächern erleidet einen Dämpfer. Für mindestens zwei Jahre wird nun ein Teilprojekt gestrichen.
Claudio Zanini
Die naturwissenschaftlichen Fächer – im Bild eine Szene aus dem Biologieunterricht – werden an zwei Untergymnasien im Kanton Luzern nun doch nicht stärker gefördert. (Archivbild Pius Amrein)

Die naturwissenschaftlichen Fächer – im Bild eine Szene aus dem Biologieunterricht – werden an zwei Untergymnasien im Kanton Luzern nun doch nicht stärker gefördert. (Archivbild Pius Amrein)

Seit dem Schuljahr 2014/15 will der Kanton Luzern das Interesse an den Mint-Fächern in den Gymnasien fördern. Die Abkürzung Mint steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik.

Die Offensive erfährt nun aber einen Rückschlag. Wie die Dienststelle Gymnasialbildung mitteilt, könne die Mint-Förderung «auf Grund der finanziellen Situation des Kantons nicht wie geplant umgesetzt werden». Betroffen ist das Teilprojekt 2, welches das naturwissenschaftliche Angebot am Untergymnasium der Kantonsschulen Reussbühl und Willisau erhöhen sollte. Das Teilprojekt werde «mindestens für zwei Jahre sistiert», sagt Dienststellenleiter Aldo Magno auf Anfrage. Wann genau das Projekt wieder aufgenommen werde, wäre jedoch «im Kaffeesatz gelesen», so Magno.

Gespart werden 220'000 Franken

Grund für die vorläufige Streichung des Teilprojekts ist das Budget 2016. Der Kantonsrat beschloss unter anderem die Sparmassnahme, in der Gymnasialbildung die Personalkosten um eine Million Franken jährlich zu reduzieren. Für Aldo Magno führt diese Vorgabe zu einem «Zusammenkratzen» von Beträgen. «Über drei Budgetjahre sparen wir mit der Sistierung des Teilprojekts 2 rund 220 000 Franken.»

Das Projekt wurde erst vor kurzem aufgegleist. Mit Beginn des Schuljahrs 2016/17 hätten die Schüler im Untergymnasium der Kantonsschulen Reussbühl und Willisau nebst dem Grundlagen- und dem Profilfach eine Lektion Naturwissenschaften mehr pro Woche gehabt (5 Lektionen insgesamt). So hätte ein Integrationsfach «Naturwissenschaften» geschaffen werden sollen. Und dies während einer zweijährigen Pilotphase. «Auf das eigentliche innovative Integrationsfach muss vorderhand verzichtet werden», sagt Magno.

Aktuell sei man daran gewesen, die Lehrpläne des Grundlagenfachs Naturlehre und des Profilfachs Natur und Technik zu analysieren und aufeinander abzustimmen. In Willisau gibt es bis anhin noch kein naturwissenschaftliches Profilfach für die Schüler des Untergymnasiums – in Reussbühl schon, wie auch an anderen Standorten im Kanton. Willisau erhält trotz Sparmassnahme ein naturwissenschaftliches Profilfach. Dessen Einführung verlaufe kostenneutral.

Fehlende Initialzündung

Dass die Mint-Offensive wegen der Sparmassnahme ins Stottern gerät, sieht Magno relativ nüchtern. «Natürlich wäre es begrüssenswert gewesen, dieses Teilprojekt planmässig weiterzuführen. Doch wir müssen unsere Ziele nun mal pragmatisch an die verfügbaren Mittel anpassen.»

Der Rektor der Kantonsschule Reussbühl bedauert den vorläufigen Abbruch des Teilprojekts. «Es wäre zentral für die Förderung der Mint-Fächer und eine Möglichkeit für alle Schüler, die Naturwissenschaften anders zu erleben», sagt Peter Zosso. In Reussbühl waren bis vor kurzem vier Fachschaften mit je ein bis zwei Lehrpersonen unter der Leitung von Prorektor Luigi Brovelli mit den Vorbereitungen der Pilotphase beschäftigt. Zosso: «Um die Naturwissenschaften längerfristig zu fördern und ein grösseres Projekt aufzubauen, braucht es einen konkreten Input. Mit der Sistierung des Teilprojekts kommt uns diese Initialzündung abhanden.» Er hoffe indes, dass es sich tatsächlich um ein Aufschieben und nicht um eine generelle Streichung handle.

Teilprojekt 1 wird weitergeführt

Ausschlaggebend für die Mint-Förderung ist der starke Mangel an Fachkräften in den mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächern, welchen die Schweiz seit Jahren verzeichnet (wir berichteten).

Vor allem die Bereiche Informatik, Technik, Bauwesen sowie Chemie und Biotechnologie sind davon betroffen. Dem will man bereits im Untergymnasium entgegenwirken, wenn die beruflichen Interessen der Jugendlichen am Entstehen sind.

Wie geplant wird aber das Teilprojekt 1 weiterverfolgt, versichert Aldo Magno. Dieses startete wie das Teilprojekt 2 im Schuljahr 2014/15 und sieht etwa Praktika in technischen Berufen vor. Diese Praktika werden von Firmen für Gymnasiastinnen bereitgestellt, als Massnahme gegen die Untervertretung der Frauen in technischen Studienrichtungen – für den Kanton verläuft dies kostenneutral. Weiter sollen Botschafter der Mint-Fächer mit Fachreferaten in den Gymnasien das Interesse für Technik und Naturwissenschaften wecken. Zudem wird am Aufbau eines Frauennetzwerkes Mint gearbeitet. Auch geplant ist ein kantonaler Fachschaftstag Mint, der mittels Fremdfinanzierung realisiert werden soll. In den nächsten Monaten will die Dienststelle Gymnasialbildung über die genauen Projektbeschreibungen des Teilprojekts 1 informieren.

Claudio Zanini

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