Härtefallregelung
Luzerner Gastronom verlangt vom Bundesrat mehr Geld

Wer mehrere Restaurants oder Hotels besitzt, erhält so viel Entschädigung wie ein Betrieb höchstens erhalten könnte. Unfair, findet Bastian Eltschinger von der Remimag, zu der unter anderem der «Anker» in Luzern gehört. Deshalb richtet er sich mit anderen Gastronomen an Bundesrat Ueli Maurer.

Chiara Z'Graggen
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Schon im Dezember forderte die Luzerner Gastronomie mehr staatliche Unterstützung.

Schon im Dezember forderte die Luzerner Gastronomie mehr staatliche Unterstützung.

Bild: Pius Amrein (Luzern, 22. Dezember 2020)

«Wir erlauben uns, an Sie zu gelangen, mit der Bitte, um eine Revision von Art. 8 Abs. 2 der Härtefall-VVO.» So beginnt das Schreiben, welches einige Grossgastronomiebetriebe an Bundesrat Ueli Maurer verschickt haben. Der Hintergrund: Unternehmen wie die Remimag, die mehrere Betriebe in ihrem Portfolio führen, erhalten höchstens einmalig 750'000 Franken aus dem Topf der A-fonds-perdu-Beiträge oder 20 Prozent des durchschnittlichen Kalenderjahresumsatzes 2018/19.

«Grosse Sorge bereitet uns indes, dass der Höchstbeitrag auf CHF 750'000 pro Unternehmung statt pro Betrieb festgesetzt ist», schreiben die Gastronomen weiter. Unternehmen, die mehrere Restaurants führen, würden ein «Vielfaches an Verlusten» hinnehmen müssen im Gegensatz zu einem einzelnen Restaurant.

Bereits im Januar teilte das Finanzdepartement des Kantons Luzern gegenüber unserer Zeitung mit, dass nach einer Lösung gesucht werde. Damals hiess es, dass das Anliegen ernst genommen werde und man bemüht sei, eine Lösung zu finden. Man müsse sich jedoch an die Vorgaben des Bundes halten.

Bastian Eltschinger, Geschäftsleiter Remimag AG.

Bastian Eltschinger, Geschäftsleiter Remimag AG.

Bild: Manuela Jans-Koch (Luzern, 17. Januar 2020)

In der Zwischenzeit hat das Unternehmen Remimag ein Gesuch für alle ihre 25 Betriebe eingereicht. Auf Anfrage sagt Bastian Eltschinger, Geschäftsleiter der Remimag Gastronomie AG, dass das Gesuch gestellt sei und geprüft werde. «Doch das ändert nichts an der Höhe der Entschädigung.» Für seine Betriebe erhalte er gleich viel wie ein einziges Restaurant. Das könne im Sinne der Gleichbehandlung nicht sein, so Eltschinger.

Planungsunsicherheit gefährdet Arbeitsplätze

Das Problem betreffe nicht nur die Gastronomiebranche, auch Ketten wie Manor oder Zara sind von der Regelung betroffen, sagt Eltschinger. Es sei nun «höchste Eisenbahn», dass der Bundesrat reagiere. Auch, da man nicht wisse, wann die Betriebe wiedereröffnen dürfen.

Doch wie Gesundheitsminister Alain Berset gegenüber der Westschweizer Zeitung «La Liberté» bekanntgab, wird der Bundesrat nicht wie geplant nächste Woche entscheiden, wie es mit den Massnahmen weitergehen wird. Das heisst für Eltschinger und weitere Grossgastronomen: Mindestens eine Woche länger keine Gewissheit, ob Restaurants wiedereröffnen dürfen.

Eines ist Bastian Eltschinger wichtig: «Es geht mir nicht darum, mich an den Geldern zu bereichern.» Sie möchten für den Schaden, für welchen sie nichts können, einfach fair entschädigt werden. Doch die Planungssicherheit sei gefährdet, 600 Arbeitsplätze gilt es zu sichern. Die nächsten Wochen werden zeigen, ob der Brief seine Wirkung zeigt. Bastian Eltschinger ist gespannt: «Wir können nur warten und hoffen.»

Zu den Mitunterzeichnern gehören: Bellgrill, Bindella, Candrian, Carlton, Commercio, Fred Tschanz, Fredy Wiesner, Gastrag, Gastro-Suisse-Verband, Hiltl, Kramer, Péclard, Remimag, Tibits, Two spice

Hier gibt es den Brief zum Nachlesen: Härtefall-A-fonds-perdu-Beiträge.pdf