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Autobahnanschluss Emmen Nord: Bund plant vollständige Öffnung

Gemäss Dokumenten des Bundesamts für Strassen kann der Autobahnanschluss Emmen Nord wieder fast vollständig geöffnet werden. Dafür muss aber die Brücke über die Autobahn verbreitert werden.
Beatrice Vogel
Felix Müri vor der Autobahneinfahrt Emmen Nord Richtung Basel. Bild: Nadia Schärli (11. Januar 2018)

Felix Müri vor der Autobahneinfahrt Emmen Nord Richtung Basel. Bild: Nadia Schärli (11. Januar 2018)

Stellen Sie sich vor, Sie fahren von Basel her auf der A2 und können in Emmen Nord die Autobahn verlassen. Und nicht nur das: Sie können sowohl von der Sprengi als auch von Rothenburg her wieder die Auffahrt Richtung Basel nehmen. Klingt nach alten Zeiten, nicht wahr? Tatsächlich ist es aber Zukunftsmusik. Denn genau eine solche 7/8-Öffnung favorisiert das Bundesamt für Strassen (Astra) für den Autobahnanschluss Emmen Nord.

Konkret hat das Astra im Auftrag des Bundes mehrere Varianten für eine Wiedereröffnung des Autobahnanschlusses ausgearbeitet. Grund dafür ist eine vor zwei Jahren überwiesene Motion des Emmer SVP-Nationalrats Felix Müri (wir berichteten). Diese fordert, den Anschluss zu mindestens drei Vierteln wieder zu öffnen. Heute ist er zur Hälfte geschlossen (Auf- und Abfahrt nach und von Luzern sind geöffnet).

Favoritenlösung kostet rund 26,6 Millionen Franken

Die Variantenstudie des Astra ist noch nicht öffentlich. «Wir sind an der Verfeinerung der Bestvariante für das generelle Projekt. Diese wurde zusammen mit den Mitgliedern der Begleitkommission eruiert», sagt Astra-Sprecherin Esther Widmer. Voraussichtlich bis Ende des ersten Quartals 2019 soll das Dossier zum generellen Projekt mit der Bestvariante vorliegen, das dann bei Kanton und Gemeinden in die Vernehmlassung geht. Darüber hinaus gibt das Astra keine Details bekannt.

Unserer Zeitung liegen aber Dokumente vor, in denen die Varianten beschrieben sind, die der Begleitkommission vorgestellt wurden. Daraus geht hervor, dass folgende drei Möglichkeiten in Frage kommen:

  • 5/8-Anschluss: Die Ausfahrt von Basel her wird geöffnet; es kann nur in Richtung Sprengi abgebogen werden, nicht aber in Richtung Rothenburg. Dafür wird die Ausfahrt verlängert und mit einer Dosierstelle versehen. Bauzeit: 9 Monate; Kosten: 7,8 Millionen Franken.
  • 7/8-Anschluss: Die Ausfahrt von und die Auffahrt nach Basel werden geöffnet; abfahren kann man nur in Richtung Sprengi, auffahren hingegen sowohl von der Sprengi als auch von Rothenburg her. Dafür würde die Brücke um rund sechs Meter verbreitert, die Ausfahrt verlängert und mit einer Dosierstelle versehen sowie die Auffahrt verlängert. Bauzeit: 18 Monate; Kosten: 26,6 Millionen Franken.
  • 6/8-Anschluss: Gleiche Massnahmen wie 7/8-Anschluss, nur bleibt die Ausfahrt von Basel her gesperrt. Bauzeit: 18 Monate; Kosten: 26,4 Millionen Franken.

Vom Astra favorisiert wird gemäss der Dokumentation der 7/8-Anschluss – der praktisch einer vollständigen Öffnung entspricht. Dies erstaunt insofern, als von Seiten des Bunds stets betont wurde, der Vollanschluss hätte negative Effekte auf den Verkehrsfluss auf der Autobahn. Zudem war die Teilsperrung von Emmen Nord 2012 eine Bedingung für die Eröffnung des wenige Kilometer entfernten Anschlusses Rothenburg.

Busse profitieren von breiterer Brücke

Offenbar hat diesbezüglich ein Umdenken stattgefunden. In der Dokumentation des Astra werden nämlich die Entlastung des Anschlusses Rothenburg sowie «weniger Unfallkosten dank Rückverlagerung von Verkehr auf die Autobahn» als Vorteile der 7/8-Lösung genannt. Durch die Verbreiterung der Brücke über die Autobahn würde zudem eine Busbevorzugung möglich. Da die Brücke ohnehin eine Sanierung nötig hat, würde ein Neubau auch dieses Problem lösen.

Der Knoten Sprengi würde in allen drei Varianten nicht überbelastet – teils sogar entlastet –, insbesondere dank der vorgesehenen Dosierstelle an der Ausfahrt. Alle drei Varianten beinhalten übrigens einen durchgehenden Velostreifen zwischen Sprengi und Ferus-Kreisel.

Bis zum Entscheid dauert es noch Jahre

Dass die 5/8-Lösung nicht favorisiert wird, dürfte damit zusammenhängen, dass sie nicht viel schneller realisiert werden kann als die anderen Varianten. Denn auch dafür muss ein Projekt mit allen Vorstufen ausgearbeitet werden. Zudem wäre diese Variante zwar günstig und mit weniger Bauarbeiten verbunden, die Vorteile des 7/8-Anschlusses überwiegen aber gemäss den Dokumenten des Astra. Die 6/8-Lösung wiederum hat kaum Vorteile im Vergleich zur favorisierten Variante.

Bis ein definitiver Entscheid fällt – geschweige denn der Autobahnanschluss ausgebaut wird – dürfte es noch eine Weile dauern. Der Bundesrat wird wohl erst 2020 darüber befinden, danach folgt die detaillierte Ausarbeitung des Projekts.

Felix Müri will baldige Teilöffnung

«Erstaunt und erfreut» ist Felix Müri über die Bestvariante des Astra, wie er auf Anfrage sagt. «Es erstaunt mich, dass man die teure 7/8-Lösung favorisiert, die fast einer Totalöffnung gleichkommt.» Gleichzeitig zeige die Kehrtwende in der Argumentation, dass die Öffnung nötig sei, um die anderen Autobahnanschlüsse zu entlasten und den Verkehr besser zu verteilen. «Heute hat Rothenburg nämlich ständig Stau», so Müri. Dass die Auffahrt in Richtung Basel verlängert werden müsse, sei einleuchtend. Auch die Dosierstelle bei der Ausfahrt werde in Emmen sicher begrüsst. Dort wird teilweise befürchtet, dass sich der Stau auf die Gerliswilstrasse verlagern könnte.

Vollkommen zufrieden ist Müri aber doch nicht. «Ich habe Mühe damit, dass sich die Öffnung durch das Bauvorhaben auf Jahre verzögern wird.» Er erwarte deshalb «als Zeichen des guten Willens», dass zumindest die Ausfahrt von Basel her bald – und ohne bauliche Massnahmen – geöffnet wird, bis die Bauarbeiten starten. Für dieses Anliegen will er bei Astra, Kanton und Gemeinden weibeln.

Gleichwohl begrüsst Felix Müri, dass die Situation ausführlich geprüft wurde und nach der besten Lösung gesucht wird. «Es hat sich gelohnt zu kämpfen», stellt er fest, denn: «Wenn der Bund bereit ist, so viel Geld in die Hand zu nehmen, dann braucht es diese Massnahmen.»

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