HALBMARATHON: Seppi Ulrich: Lieber kürzer, dafür öfter

Es gibt Läufer, die man an jedem Wettkampf trifft: Josef «Seppi» Ulrich ist einer von ihnen. Eine Begegnung vor, während und nach dem Lauf.

Merken
Drucken
Teilen
Machen sich kurz vor dem Start nochmals Mut und wünschen sich viel Glück: Roland Eggspühler (links) und Seppi Ulrich. (Bild: Roger Zbinden)

Machen sich kurz vor dem Start nochmals Mut und wünschen sich viel Glück: Roland Eggspühler (links) und Seppi Ulrich. (Bild: Roger Zbinden)

Deim Zieleinlauf mitten im Verkehrshaus herrscht beste Stimmung. (Bild: swiss-image.ch/Photo Andy Mettler)
9 Bilder
Die Deutsche Simone Raatz gewinnt bei den Damen über die Halbmarathon-Strecke. (Bild: Roger Zbinden (Neue LZ))
Yvonne Kägi, Nr. 8392, aus Cham hat im Halbmarathon den 2. Platz belegt. (Bild: Roger Zbinden (Neue LZ))
Michael Ott und Netserab Mesfun bei Kilometer 11 in Horw. (Bild: photo:roger gruetter)
Der spätere Sieger Michael Ott auf der Seebrücke. (Bild: swiss-image.ch/Photo Andy Mettler)
Swiss City Marathon 2015. Swiss City Marathon 2015, fotografiert am Sonntag den 25. Oktober 2015 in Luzern. Siegerin Halmarathon, Simone Raatz, Nr. 9115. Bild Roger Zbinden Neue LZ /25.10.2015 (Bild: Roger Zbinden (Neue LZ))
Die Gewinnerin des Halbmatathons im Interview auf dem Podest: Simone Raatz. (Bild: Screenshot swiss-sport.tv)
Die Siegerinnen in der Kategorie Halbmarathon. V.l.n.r.: Yvonne Kägi, Simone Raatz und Lisa Gubler. (Bild: Screenshot swiss-sport.tv)
Die Sieger des Halbmarathons in Luzern. V.l.n.r.: Simone Raath, Yvonne Kägi, Netserab Mesfun, Michael Ott, Hirum Wandangi und Lisa Gubler. (Bild: Screenshot swiss-sport.tv)

Deim Zieleinlauf mitten im Verkehrshaus herrscht beste Stimmung. (Bild: swiss-image.ch/Photo Andy Mettler)

Beim Start zum 9. «Swiss City Marathon» (Bild: Ramona Geiger / Neue LZ)
100 Bilder
Der Marathon zwischen Stadt und Land: Der Swiss City Marathon führt die Läuferinnen und Läufer durch die wunderschöne Altstadt, vorbei an Luzerns Sehenswürdigkeiten, aber auch durch die herbstliche Landschaft der Horwer Halbinsel. (Bild: swiss-image.ch/Photo Andy Mettler)
Beim Start zum 9. «Swiss City Marathon» (Bild: Ramona Geiger / Neue LZ)
Beim Start zum 9. «Swiss City Marathon» (Bild: Ramona Geiger / Neue LZ)
Beim Start zum 9. «Swiss City Marathon» (Bild: Ramona Geiger / Neue LZ)
Beim Start zum 9. «Swiss City Marathon» (Bild: Ramona Geiger / Neue LZ)
Beim Start zum 9. «Swiss City Marathon» (Bild: Ramona Geiger / Neue LZ)
Beim Start zum 9. «Swiss City Marathon» (Bild: Ramona Geiger / Neue LZ)
Beim Start zum 9. «Swiss City Marathon» (Bild: Ramona Geiger / Neue LZ)
Beim Start zum 9. «Swiss City Marathon» (Bild: Ramona Geiger / Neue LZ)
Beim Start zum 9. «Swiss City Marathon» (Bild: Ramona Geiger / Neue LZ)
Beim Start zum 9. «Swiss City Marathon» (Bild: Ramona Geiger / Neue LZ)
Die erfolgreiche Marathonläuferin Maja Neuenschwander als Gast vor dem Start zum 9. «Swiss City Marathon» (Bild: Ramona Geiger / Neue LZ)
Beim Start zum 9. «Swiss City Marathon» (Bild: Ramona Geiger / Neue LZ)
Beim Start zum 9. «Swiss City Marathon» (Bild: Ramona Geiger / Neue LZ)
Der Schuss ist abgegeben, der Marathon gestartet. (Bild: Stefanie Nopper / Neue LZ)
Der Schuss ist abgegeben, der Marathon gestartet. (Bild: Stefanie Nopper / Neue LZ)
Die Läuferinnen und Läufer am Start. (Bild: Ramona Geiger / Neue LZ)
Die ersten hundert Meter sind gemacht. (Bild: Stefanie Nopper / Neue LZ)
Tausende werden den Marathon am Strassenrand mitverfolgen und die Laufenden anfeuern. (Bild: Stefanie Nopper / Neue LZ)
Der Marathon zwischen Stadt und Land: Der Swiss City Marathon führt die Läuferinnen und Läufer durch die wunderschoene Altstadt, vorbei an Luzerns Sehenswürdigkeiten, aber auch durch die herbstliche Landschaft der Horwer Halbinsel. (Bild: swiss-image.ch/Photo Andy Mettler)
BTV Luzern Männerriege nach dem Einsatz beim SwissCity Marathon (Bild: Leserbild: Werner Lanski)
Wann kommt den mein Papa? Genau so lautete die Frage von diesem kleinen "Urner-Fan". (Bild: Leserbild: Margrith Imhof-Röthlin)
Der Marathon zwischen Stadt und Land: Der Swiss City Marathon führt die Läuferinnen und Läufer durch die wunderschoene Altstadt, vorbei an Luzerns Sehenswürdigkeiten, aber auch durch die herbstliche Landschaft der Horwer Halbinsel. (Bild: swiss-image.ch/Photo Andy Mettler)
Der Marathon zwischen Stadt und Land: Der Swiss City Marathon führt die Läuferinnen und Läufer durch die wunderschoene Altstadt, vorbei an Luzerns Sehenswürdigkeiten, aber auch durch die herbstliche Landschaft der Horwer Halbinsel. (Bild: swiss-image.ch/Photo Andy Mettler)
Der Marathon zwischen Stadt und Land: Der Swiss City Marathon führt die Läuferinnen und Läufer durch die wunderschoene Altstadt, vorbei an Luzerns Sehenswürdigkeiten, aber auch durch die herbstliche Landschaft der Horwer Halbinsel. (Bild: swiss-image.ch/Photo Andy Mettler)
Der Marathon zwischen Stadt und Land: Der Swiss City Marathon führt die Läuferinnen und Läufer durch die wunderschoene Altstadt, vorbei an Luzerns Sehenswürdigkeiten, aber auch durch die herbstliche Landschaft der Horwer Halbinsel. (Bild: swiss-image.ch/Photo Andy Mettler)
Der Marathon zwischen Stadt und Land: Der Swiss City Marathon führt die Läuferinnen und Läufer durch die wunderschoene Altstadt, vorbei an Luzerns Sehenswürdigkeiten, aber auch durch die herbstliche Landschaft der Horwer Halbinsel. (Bild: swiss-image.ch/Photo Andy Mettler)
Der Marathon zwischen Stadt und Land: Der Swiss City Marathon führt die Läuferinnen und Läufer durch die wunderschoene Altstadt, vorbei an Luzerns Sehenswürdigkeiten, aber auch durch die herbstliche Landschaft der Horwer Halbinsel. (Bild: swiss-image.ch/Photo Andy Mettler)
Der Marathon zwischen Stadt und Land: Der Swiss City Marathon führt die Läuferinnen und Läufer durch die wunderschoene Altstadt, vorbei an Luzerns Sehenswürdigkeiten, aber auch durch die herbstliche Landschaft der Horwer Halbinsel. (Bild: swiss-image.ch/Photo Andy Mettler)
Der Marathon zwischen Stadt und Land: Der Swiss City Marathon führt die Läuferinnen und Läufer durch die wunderschoene Altstadt, vorbei an Luzerns Sehenswürdigkeiten, aber auch durch die herbstliche Landschaft der Horwer Halbinsel. (Bild: swiss-image.ch/Photo Andy Mettler)
Der Marathon zwischen Stadt und Land: Der Swiss City Marathon führt die Läuferinnen und Läufer durch die wunderschoene Altstadt, vorbei an Luzerns Sehenswürdigkeiten, aber auch durch die herbstliche Landschaft der Horwer Halbinsel. (Bild: swiss-image.ch/Photo Andy Mettler)
Der Marathon zwischen Stadt und Land: Der Swiss City Marathon führt die Läuferinnen und Läufer durch die wunderschoene Altstadt, vorbei an Luzerns Sehenswürdigkeiten, aber auch durch die herbstliche Landschaft der Horwer Halbinsel. (Bild: swiss-image.ch/Photo Andy Mettler)
Der Marathon zwischen Stadt und Land: Der Swiss City Marathon führt die Läuferinnen und Läufer durch die wunderschoene Altstadt, vorbei an Luzerns Sehenswürdigkeiten, aber auch durch die herbstliche Landschaft der Horwer Halbinsel. (Bild: swiss-image.ch/Photo Andy Mettler)
Beim Start zum 9. «Swiss City Marathon» (Bild: Ramona Geiger / Neue LZ)
Beim Start zum 9. «Swiss City Marathon» (Bild: Ramona Geiger / Neue LZ)
Beim Start zum 9. «Swiss City Marathon» (Bild: Ramona Geiger / Neue LZ)
Beim Start zum 9. «Swiss City Marathon» (Bild: Ramona Geiger / Neue LZ)
Beim Start zum 9. «Swiss City Marathon» (Bild: Ramona Geiger / Neue LZ)
Beim Start zum 9. «Swiss City Marathon» (Bild: Ramona Geiger / Neue LZ)
Beim Start zum 9. «Swiss City Marathon» (Bild: Ramona Geiger / Neue LZ)
Beim Start zum 9. «Swiss City Marathon» (Bild: Ramona Geiger / Neue LZ)
Kurz vor dem Start. (Bild: Stefanie Nopper / Neue LZ)
Swiss City Marathon 2015. (Bild: Roger Zbinden (Neue LZ))
Die Läufer auf dem Weg zum Zieleinlauf beim Verkehrshaus der Schweiz in Luzern. (Bild: Roger Zbinden / Neue LZ)
Die Läufer auf dem Weg zum Zieleinlauf beim Verkehrshaus der Schweiz in Luzern. (Bild: Roger Zbinden / Neue LZ)
Die Läufer auf dem Weg zum Zieleinlauf beim Verkehrshaus der Schweiz in Luzern. (Bild: Roger Zbinden / Neue LZ)
Die Läufer auf dem Weg zum Zieleinlauf beim Verkehrshaus der Schweiz in Luzern. (Bild: Roger Zbinden / Neue LZ)
Die Läufer auf dem Weg zum Zieleinlauf beim Verkehrshaus der Schweiz in Luzern. (Bild: Roger Zbinden / Neue LZ)
Die Läufer auf dem Weg zum Zieleinlauf beim Verkehrshaus der Schweiz in Luzern. (Bild: Roger Zbinden / Neue LZ)
Die Läufer auf dem Weg zum Zieleinlauf beim Verkehrshaus der Schweiz in Luzern. (Bild: Roger Zbinden / Neue LZ)
Die Läufer auf dem Weg zum Zieleinlauf beim Verkehrshaus der Schweiz in Luzern. (Bild: Roger Zbinden / Neue LZ)
Die Läufer auf dem Weg zum Zieleinlauf beim Verkehrshaus der Schweiz in Luzern. (Bild: Roger Zbinden / Neue LZ)
Die Läufer auf dem Weg zum Zieleinlauf beim Verkehrshaus der Schweiz in Luzern. (Bild: Roger Zbinden / Neue LZ)
Die Läufer auf dem Weg zum Zieleinlauf beim Verkehrshaus der Schweiz in Luzern. (Bild: Roger Zbinden / Neue LZ)
Die Läufer auf dem Weg zum Zieleinlauf beim Verkehrshaus der Schweiz in Luzern. (Bild: Roger Zbinden / Neue LZ)
Die Läufer auf dem Weg zum Zieleinlauf beim Verkehrshaus der Schweiz in Luzern. (Bild: Roger Zbinden / Neue LZ)
Die Läufer auf dem Weg zum Zieleinlauf beim Verkehrshaus der Schweiz in Luzern. (Bild: Roger Zbinden / Neue LZ)
Die Läufer auf dem Weg zum Zieleinlauf beim Verkehrshaus der Schweiz in Luzern. (Bild: Roger Zbinden / Neue LZ)
Die Läufer auf dem Weg zum Zieleinlauf beim Verkehrshaus der Schweiz in Luzern. (Bild: Roger Zbinden / Neue LZ)
Die Läufer auf dem Weg zum Zieleinlauf beim Verkehrshaus der Schweiz in Luzern. (Bild: Roger Zbinden / Neue LZ)
Die Läufer auf dem Weg zum Zieleinlauf beim Verkehrshaus der Schweiz in Luzern. (Bild: Roger Zbinden / Neue LZ)
Die Läufer auf dem Weg zum Zieleinlauf beim Verkehrshaus der Schweiz in Luzern. (Bild: Roger Zbinden / Neue LZ)
Die Läufer auf dem Weg zum Zieleinlauf beim Verkehrshaus der Schweiz in Luzern. (Bild: Roger Zbinden / Neue LZ)
Die Läufer auf dem Weg zum Zieleinlauf beim Verkehrshaus der Schweiz in Luzern. (Bild: Roger Zbinden / Neue LZ)
Die Läufer auf dem Weg zum Zieleinlauf beim Verkehrshaus der Schweiz in Luzern. (Bild: Roger Zbinden / Neue LZ)
Die Läufer auf dem Weg zum Zieleinlauf beim Verkehrshaus der Schweiz in Luzern. (Bild: Roger Zbinden / Neue LZ)
Die Läufer auf dem Weg zum Zieleinlauf beim Verkehrshaus der Schweiz in Luzern. (Bild: Roger Zbinden / Neue LZ)
Die Läufer auf dem Weg zum Zieleinlauf beim Verkehrshaus der Schweiz in Luzern. (Bild: Roger Zbinden / Neue LZ)
Die Läufer auf dem Weg zum Zieleinlauf beim Verkehrshaus der Schweiz in Luzern. (Bild: Roger Zbinden / Neue LZ)
Die Läufer auf dem Weg zum Zieleinlauf beim Verkehrshaus der Schweiz in Luzern. (Bild: Roger Zbinden / Neue LZ)
Der Swiss City Marathon 2015 in Luzern. (Bild: Boris Bürgisser (Neue LZ))
Der Swiss City Marathon 2015 in Luzern. (Bild: Boris Bürgisser (Neue LZ))
Der Swiss City Marathon 2015 in Luzern. (Bild: Boris Bürgisser (Neue LZ))
Der Swiss City Marathon 2015 in Luzern. (Bild: Boris Bürgisser (Neue LZ))
Der Swiss City Marathon 2015 in Luzern. (Bild: Boris Bürgisser (Neue LZ))
Der Swiss City Marathon 2015 in Luzern. (Bild: Boris Bürgisser (Neue LZ))
Der Swiss City Marathon 2015 in Luzern. (Bild: Boris Bürgisser (Neue LZ))
Der Swiss City Marathon 2015 in Luzern. (Bild: Boris Bürgisser (Neue LZ))
Der Swiss City Marathon 2015 in Luzern. (Bild: Boris Bürgisser (Neue LZ))
Der Swiss City Marathon 2015 in Luzern. (Bild: Boris Bürgisser (Neue LZ))
Der Swiss City Marathon 2015 in Luzern. (Bild: Boris Bürgisser (Neue LZ))
Der Swiss City Marathon 2015 in Luzern. (Bild: Boris Bürgisser (Neue LZ))
Der Swiss City Marathon 2015 in Luzern. (Bild: Boris Bürgisser (Neue LZ))
Swiss City Marathon in Luzern. (Bild: Philipp Schmidli)
Swiss City Marathon in Luzern. (Bild: Philipp Schmidli)
Swiss City Marathon in Luzern. (Bild: Philipp Schmidli)
Walter Meier macht eine Pause bei seinem Stammlokal Storchen in der Luzerner Altstadt während des Swiss City Marathon. (Bild: Philipp Schmidli)
Walter Meier macht eine Pause bei seinem Stammlokal Storchen in der Luzerner Altstadt während des Swiss City Marathon. (Bild: Philipp Schmidli)
Swiss City Marathon in Luzern am Sonntag, 25. Oktober 2015. (Bild: Philipp Schmidli)
Swiss City Marathon in Luzern am Sonntag, 25. Oktober 2015. (Bild: Philipp Schmidli)
Der Swiss City Marathon 2015 in Luzern. (Bild: Boris Bürgisser (Neue LZ))
Der Swiss City Marathon 2015 in Luzern. (Bild: Boris Bürgisser (Neue LZ))
Der Swiss City Marathon 2015 in Luzern. (Bild: Boris Bürgisser (Neue LZ))
Der Swiss City Marathon 2015 in Luzern. (Bild: Boris Bürgisser (Neue LZ))
Der Swiss City Marathon 2015 in Luzern. (Bild: Boris Bürgisser (Neue LZ))
Der Swiss City Marathon 2015 in Luzern. (Bild: Boris Bürgisser (Neue LZ))
Der Swiss City Marathon 2015 in Luzern. (Bild: Boris Bürgisser (Neue LZ))
Der Swiss City Marathon 2015 in Luzern. (Bild: Boris Bürgisser (Neue LZ))
Der Swiss City Marathon 2015 in Luzern. (Bild: Boris Bürgisser (Neue LZ))

Beim Start zum 9. «Swiss City Marathon» (Bild: Ramona Geiger / Neue LZ)

Roland Eggspühler

Zehn Minuten vor dem Startschuss stosse ich in der Haldenstrasse auf Seppi Ulrich (49) – seit dem Luzerner Stadtlauf, meinem letzten Start an einem Laufsportanlass, haben wir uns nicht mehr gesehen. «Wie gehts dir, bist du in Form?», will er wissen. Es entwickelt sich ein typischer Vorstart-Small Talk im Zeichen vorbeihuschender Adrenalinwölkchen und sich hartnäckig festsetzender Massageöl-Düften. Seppi erzählt von seinem Laufsommer 2015 mit dem Highlight an der Senioren-EM in Italien, wo er in der M45-Teamwertung über zehn Kilometer auf den Bronzeplatz lief. Und von seinem persönlichen Test über zehn Kilometer am Hallwilerseelauf vor zwei Wochen. «Wenn der nicht zufriedenstellend ausgefallen wäre, würde ich diesen Halbmarathon nicht laufen», erklärt der laufsportbegeisterte Stadtluzerner, der in dieser Saison am Sonntag bereits zum 46. Mal am Start eines Wettkampfs stand.

Endlich: Der Startschuss fällt

Meist läuft er zwischen fünf und zehn Kilometer lange Rennen, die Halbmarathondistanz ist für ihn dieses Jahr eine Premiere. «Mit den längeren Distanzen muss ich recht zurückhaltend sein, sonst kommen die Achillessehnen-Probleme wieder. Die zwei Operationen von 2009 und 2010 reichen mir für den Moment ...»

«... noch zwei Minuten bis zum Start», unterbricht der Speaker unseren Dialog – während ich kontrolliere, ob meine Schnürsenkel gut zugeknöpft sind, frage ich Seppi, ob er denn nicht besser etwas weniger Wettkämpfe laufen und für die längeren Trainings ins Wasser oder aufs Velo ausweichen wolle. «Gute Idee, Roli. Aber nicht für mich. Dazu laufe ich viel zu gerne», kommt die Antwort fast schneller, als ich rennen kann. Dann wünschen wir uns einen guten Lauf und – Päng!!! – los gehts.

Dem Militär sei Dank

Seppi Ulrich startet zügig und entschwindet schon bald in der Menge. Wie er seine schnellen Beine «rollen» lässt und leichtfüssig davonwieselt, hat etwas Faszinierendes an sich. Ich komme mir dagegen vor wie ein trottender Bär, der noch etwas Mühe hat, sein Tempo auf Touren zu bringen. Bei der Wartegg-Rippe sind wir wieder gleichauf. «Wenn ich gut laufe, gebe ich mir zur Belohnung morgen frei», witzelt der Selbstständigerwerbende und spielt damit darauf an, wie er vor 30 Jahren zum Laufsport kam.

Damals war Rekrut Ulrich Josef etwas frustriert, weil die Besten des wöchentlichen RS-Geländelaufes zur Belohnung stets ein verlängertes Wochenende erhielten. «Das wollte ich unbedingt auch, und so begann ich in der Freizeit zu trainieren», hatte er mir vor einem halben Jahr nach dem Stadtlauf erzählt. Doch das ist Geschichte, die Realität ist für uns im Moment der Aufstieg nach dem Shopping-Center Schönbühl. «So wie es mir jetzt läuft, arbeite ich morgen, glaube ich, ganz normal», bringt Seppi Ulrich seine aktuelle Befindlichkeit auf den Punkt.

In den hügeligen Passagen der Swiss-City-Marathon-Strecke schiesst ihm ein spezieller Gedanke durch den Kopf: «Ich könnte auf der Allmend eigentlich nach Hause gehen!» – «Hallo?!? Das ist aber nicht dein Ernst! Und überhaupt, du wohnst doch in der Neustadt, oder?» – «Nein, nicht mehr. Anfang Oktober bin ich ins Hochhaus gezogen. Es gefällt mir am neuen Ort sehr gut, und ich schlafe sehr viel besser als früher.» Das kann ich gut nachvollziehen und argumentiere, dass er folglich sehr gut erholt sei und es sicher bis ins Ziel schaffe.

Etwas Spass muss sein

«Das mit dem Heimgehen war ja nur ein Scherz», lässt Seppi Ulrich seinen Schalk aufblitzen und zeigt damit, dass er den Laufsport zwar durchaus ernst nimmt, aber nicht zu den Verbissenen gehört, die sich den kleinen Spässchen verweigern. «Aber dass ich mich nicht sehr gut fühle, meine ich im Fall im Ernst. Das mit einer Stunde und 30 Minuten wird heute definitiv nichts.» Er kündigt an, dass er sein Tempo drosseln werde, um «wenigstens die Stimmung ausgiebig geniessen zu können».

Bis zum nächsten Lauf

Wir sehen uns erst im Ziel wieder, und Seppi Ulrich wirkt überraschend zufrieden – nach dem Blick in die Swiss-City-Marathon-App, und auf seine Laufzeit von 1:47:05 hatte ich kein solches Lächeln auf seinen Lippen erwartet. «Das war unglaublich, wie viele Leute es heute an der Strecke hatte. An jeder Ecke kannte mich jemand, und das war super. Gerade heute konnte ich diese Unterstützung gut gebrauchen», schildert er, wie er das Ganze von Horw bis ins Ziel erlebte. «Das war für mich ein echtes Heimspiel. Es hat richtig Spass gemacht, auch wenn ich keine guten Beine hatte.»

Wir gehen weiter bis zum offiziellen Bierstand, lassen uns ein alkoholfreies «Schaumbad» einschenken und stossen miteinander darauf an, dass wir es geschafft haben. «Vor dem Lauf dachte ich, dass das mein letzter Wettkampf dieses Jahres ist. Aber so kann ich die Saison nicht abschliessen», zieht Seppi Ulrich Bilanz. «Irgendwo finde ich sicher noch eine Startgelegenheit. Dir wünsche ich einen guten Winter. Und dann sehe ich dich sicher am Start des Stadtlaufs wieder.»