Kanton Luzern lockert Gästebeschränkung für FCL und KKL: Halbvolles Stadion, voller Konzertsaal

Der FC Luzern spielt ab Oktober vor maximal 7300 Zuschauern, im KKL dürfen alle 1900 Plätze belegt werden: Der Kanton segnet zwei Konzepte für Grossveranstaltungen ab – und verzichtet auf ein Machtwort.

Alexander von Däniken
Drucken
Teilen
In der Swisspor-Arena werden sich die Fans ab Oktober wieder etwas näher kommen als auf dem Bild.

In der Swisspor-Arena werden sich die Fans ab Oktober wieder etwas näher kommen als auf dem Bild.

Urs Flüeler/Keystone (31. Juli 2020)

Die Medienkonferenz im Saal des Herrenkellers in Luzern hatte Symbolcharakter: Die Journalisten mussten eine Schutzmaske anziehen, weil die Abstände nicht gewährleistet werden konnten. Eine Maskenpflicht gilt ab Oktober auch für Konzertbesucher im KKL und Matchbesucher des FC Luzern.

Das grösste Konzerthaus und der grösste Sportverein der Zentralschweiz stellten ihre Schutzkonzepte vor. Diese braucht es nach Ansage des Bundesrats ab Oktober für Grossveranstaltungen ab 1000 Personen. Das letzte Wort haben die Kantone. Das Luzerner Gesundheits- und Sozialdepartement um dessen Vorsteher Guido Graf hat die Konzepte von KKL und FCL bereits bewilligt. Das sind die wichtigsten Punkte beim Konzept des FC Luzern:

  • Im ganzen Bereich des Stadions inklusive Vorplatz gilt eine ausnahmslose Maskenpflicht; auch während des Spiels (Ausnahme: VIP-Tische).
  • Innerhalb der Swisspor-Arena wird nur jeder zweite Sitzplatz belegt. Eine Ausnahme ist der VIP-Bereich. Damit können bis zu 7300 Sitzplätze belegt werden, was 51 Prozent der gesamten Kapazität entspricht.
  • Stehplätze wird es bis auf weiteres keine geben.
  • Für den Zugang zum Stadion wird es ein Lenksystem geben. Besucher werden so früh wie möglich in den für sie bestimmten Sektor gelenkt.
  • Berücksichtigt werden primär Abo­card-Inhaber. Diese erhalten eine neue Karte, damit sie eindeutig identifiziert werden können. Die alten Karten sollen dennoch behalten werden.

Und das sind die wichtigsten Punkte im Konzept des KKL:

  • Ab Eintritt in den Konzerttrakt bis zum Austritt aus dem Trakt gilt eine Maskenpflicht; auch während des Konzerts.
  • Der Konzertsaal wird eine Stunde früher geöffnet, der Auslass wird gestaffelt. Auf Pausen und Barbetrieb im Konzerttrakt wird verzichtet.
  • Die Kontaktdaten jedes Besuchers werden erfasst, die Tickets personalisiert und auf den jeweiligen Sitzplatz ausgestellt. Damit können alle rund 1900 Plätze belegt werden.

Zwar gelten die jeweiligen Konzepte ab 1. Oktober. Erstmals praktisch angewendet werden sie im KKL am 7. Oktober und beim FCL am 18. Oktober anlässlich des Heimspiels gegen den FC St.Gallen. Regierungsrat Guido Graf sprach von positiven Signalen, die ausgesendet werden können:

«Ich freue mich, dass unser kulturelles und sportliches Leben wieder Fahrt aufnimmt.»

Doch der CVP-Magistrat fügt auch an, dass es sich um einen Balanceakt handle, bei dem auch gesundheitliche Aspekte eine Rolle spielen. Denn gerade in den letzten Tagen habe es wieder mehr Coronafälle gegeben.

Chef des Führungsstabs: Absagen werden sorgfältig geprüft

Welchen Einfluss die Fallzahlen auf die Grossanlässe haben, zeigte Vinzenz Graf, Chef des kantonalen Führungsstabs. Der Stab bezieht in seine Lagebeurteilung vor allem zwei zentrale Konzepte mit ein. Das Alarmkonzept stellt einerseits die Anzahl Fälle pro 100'000 Einwohner dar, andererseits aber auch, wie schnell sich diese Fälle entwickeln.

Das andere Konzept beschreibt die Auslastung in den Luzerner Spitälern betreffend normaler Betten und jenen auf den Intensivstationen. Vinzenz Graf betonte, dass die Lagebeurteilung umsichtig gemacht werde, was auch für allfällige Absagen von Grossanlässen gelte: «Es wird also bei FCL-Spielen oder Konzerten im KKL keine Überraschungen geben.»

FCL lanciert Informationskampagne

Damit es nicht zu einer Absage kommt, will der FC Luzern alles tun, was möglich ist, wie Verwaltungsratspräsident Philipp Studhalter sagte. Dazu gehört auch eine breit angelegte Informationskampagne mit dem Titel «Willkomme zrog im Stadion», die am 5. Oktober lanciert wird. «Wir sind sicher, dass wir uns alle gemeinsam an die Vorgaben des Schutzkonzeptes halten werden und so unseren Teil dazu beitragen können, einen weiteren Schritt hin zur Normalität zu machen.»

Diesen Minischritt hat das KKL bereits hinter sich. Grosse Teile des neuen Konzepts sind laut CEO Philipp Keller bereits im Rahmen der verkleinerten Ausgabe des Lucerne Festivals erprobt worden. Mit einer zusätzlichen Info wartete Numa Bischof Ullmann, Intendant des Luzerner Sinfonieorchesters, auf: Ab Beginn der Konzertsaison werden an die Abonnenten Schweizer Schutzmasken mit Membraneinsatz verschenkt.

SC Kriens: Alles bleibt wie bisher

Kein Geschenk gibt es für die Fans des SC Kriens. Zwar sind Spitzenspiele schon von 3000 Besuchern mitverfolgt worden. Doch das Stadion Kleinfeld verfügt nur über rund 900 Sitzplätze. Dem stehen 2700 Stehplätze gegenüber. Laut SCK-Präsident Werner Baumgartner hätte eine Umrüstung der Stehplätze grosse finanzielle und rechtliche Folgen gehabt. Darum bleibt es beim bisherigen Konzept: Es gibt 550 Sitzplätze und nach Möglichkeit 450 Stehplätze; jeweils aufgeteilt in Sektoren. Zudem gilt Maskenpflicht.

Apropos Masken: Regierungsrat Guido Graf schnitt am Schluss der Medienkonferenz auch das Thema Fasnacht noch an. Den Entscheid des Lozärner Fasnachtskomitees, die grossen Anlässe wie die Umzüge abzusagen, begrüsste Graf ausdrücklich: «Das war ein kluger Entscheid, auch wenn uns dieser persönlich schmerzt.» Was das übrige fasnächtliche Treiben im nächsten Jahr betrifft, verweist der Regierungsrat auf die jeweiligen Organisatoren. So stehe es den Zünften frei, für die Tagwachen ein Schutzkonzept einzureichen. Ein Machtwort, wie es viele Fasnachtsverantwortliche kürzlich verlangt haben, werde es nicht geben.