HALLENBAD: Im Wasser wirds immer enger

Das Hallenbad Allmend wird rege genutzt, auch von auswärtigen Vereinen. Das ärgert manchen Stammgast. Nun soll das Angebot ausgebaut werden.

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Auch frühmorgens ist das Hallenbad Allmend gut besucht. Oft sind mehrere Bahnen für Vereine reserviert. (Bild Nadia Schärli)

Auch frühmorgens ist das Hallenbad Allmend gut besucht. Oft sind mehrere Bahnen für Vereine reserviert. (Bild Nadia Schärli)

Zweimal wöchentlich ist das Hallenbad Allmend bereits um 6 Uhr für Schwimmer geöffnet. Diese Randzeiten am Dienstag und Donnerstag sind äusserst beliebt. «Die Bahnen sind zu dieser Zeit sehr gut ausgelastet», bestätigt Geschäftsführer Stefan Schlatter auf Anfrage unserer Zeitung. Der Trend sorgt aber auch für Unmut bei einigen Stammgästen. «Man hat kaum noch Platz im Wasser. Es scheint, als sei ich als Abo-Besitzer nicht mehr erwünscht», beschwert sich Trudi Karli aus Luzern, die dreimal wöchentlich im Hallenbad Allmend schwimmt.

Bahnen für Vereine reserviert

Karli ärgert sich vor allem über die Tatsache, dass zu Randzeiten bis zu drei der acht Schwimmbahnen reserviert sind. «In den letzten Monaten hat sich die Situation dadurch massiv zugespitzt», sagt Karli. Die reservierten Bahnen werden von den Schwimmvereinen Emmen und Kriens gemeinsam genutzt. «Es handelt sich um unsere jugendlichen Leistungsathleten. Wir möchten diesen talentierten Jugendlichen adäquate Trainingsmöglichkeiten bieten», sagt Daniel Dommann, Präsident des Schwimmvereins Kriens. Diese bräuchten mindestens 14 bis 18 Wasserstunden wöchentlich. «Wir können das mit der Krauer-Halle in Kriens und dem Mooshüsli in Emmen nicht abdecken. Unsere Schwimmer trainieren beispielsweise auch in Nottwil», so Dommann. Da sich die Jugendlichen in Ausbildung befinden, können die Trainings nur am Abend oder am frühen Morgen stattfinden.

Frühschwimmen: Ausbau geplant

Das Frühschwimmen kommt bei den Gästen sehr gut an und wird rege genutzt, weiss Geschäftsführer Schlatter: «Im alten Hallenbad gab es dieses Angebot noch nicht. Wir sind vom Erfolg positiv überrascht.» Dass es im Wasser zu Spitzenzeiten teilweise eng wird, stellt Schlatter nicht in Abrede. «Wir planen momentan, das Frühschwimmen auf einen dritten Tag auszuweiten. Läuft alles nach Plan, startet das neue Angebot im ­Januar.» Dazu seien aktuell detaillierte Abklärungen am Laufen.

Längere Öffnungszeiten könnten das Problem der überlasteten Schwimmflächen lösen, so Schlatter. Ein weiterer Ausbau sei aber nicht vorgesehen. Schlatter: «Die Stadt zahlt bereits eine Million Franken jährlich an den Betrieb des Hallenbads – Investitionen nicht eingerechnet. Ein Angebotsausbau wäre zwar technisch realisierbar, aber mit sehr hohen Kosten verbunden.» Nur rund die Hälfte der Betriebskosten würden durch Eintritte gedeckt.

Generell zu wenig Wasserfläche

Bei der Planung der Reservierungen werde darauf Wert gelegt, dass grundsätzlich mindestens vier Bahnen für die Öffentlichkeit offen stehen. «In der ganzen Innerschweiz gibt es zu wenig Wasserfläche für Schwimmer – entsprechend gross ist die Nachfrage nach freien Wasserzeiten», sagt Schlatter. Die Beanspruchung der Schwimmbahnen in der Allmend durch externe Vereine rechtfertigt Schlatter durch die generelle öffentliche Nutzung des Hallenbads: «Jeder kann unser Bad zu den Öffnungszeiten nutzen. Wir sind deshalb froh, wenn sich externe Vereine anmelden und eine Bahn reservieren. Dies erleichtert unsere Planung.» Die Abstimmung der verschiedenen Anspruchsgruppen beschreibt Schlatter als Herkulesaufgabe. Täglich besuchen durchschnittlich 660 Gäste das Hallenbad, wobei die Besucherzahl zwischen 400 und 1200 Gästen variiert: «Wir haben neben den öffentlichen Nutzern 25 verschiedene Nutzergruppen – Kurse, Schulen und Vereine. Dass es zu Spitzenzeiten wenig Platz im Wasser hat, ist nicht zu vermeiden.» Schlatter rät Gästen, die das Wasser für sich haben möchten, nach Möglichkeit an Werktagen zwischen 14 und 17 Uhr zu schwimmen und die detaillierten Belegungspläne im Internet zu konsultieren. Letzteres ist ein Dienst, das kaum ein anderes Bad in der Schweiz anbietet.

Abgestuftes Tarifsystem

Schwimmbahnen können im Hallenbad Allmend bei einer Mindestteilnehmerzahl von sechs Schwimmern von Schulen, Vereinen und Gruppen reserviert werden. Dabei gilt ein abgestuftes Tarifsystem. «Es gibt bei uns drei Tarifstufen, die sich an der Tageszeit und somit an der Besucherdichte orientieren», erklärt Schlatter. In den Spitzenzeiten am Abend von 17 bis 20 Uhr müssen 65 Franken für eine 45-minütige Bahnmiete bezahlt werden, während an einem Nachmittag bei geringer Auslastung 15 Franken fällig sind. Luzerner Schulen und Vereine profitieren von einer Preisreduktion.

Yves Portmann

Hinweis

Die Belegungspläne und weitere Informationen sind unter www.hallenbad-luzern.ch abrufbar.