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HANDBALL: Willimanns Wettlauf mit der Zeit

Andrea Willimann (31) fällt nach einer Schulteroperation mindestens drei Monate aus. Die Kreisläuferin von Spono Nottwil möchte aber noch in die Titelentscheidungen eingreifen.
Stephan Santschi
Andrea Willimanns Physiotherapie mit Pieter Keulen beschränkt sich in den ersten sechs Wochen auf Bewegungsübungen. (Bild Philipp Schmidli)

Andrea Willimanns Physiotherapie mit Pieter Keulen beschränkt sich in den ersten sechs Wochen auf Bewegungsübungen. (Bild Philipp Schmidli)

«Physiotherapie neben dem Weihnachtsbaum». Andrea Willimann erzählt, wie sie in diesem Jahr die Festtage gefeiert hat. Kurz vor Weihnachten ist die 31-Jährige im Berner Inselspital an der rechten Schulter operiert worden. Den Eingriff nahm ein ehemaliger Spitzenhandballer vor: Matthias Zumstein, 70-facher Internationaler, der unter dem aktuellen Spono-Trainer Urs Mühlethaler für die Schweiz spielte und neben Bern, Winterthur und Thun auch für Borba Luzern im Einsatz stand. «Es geht mir sehr gut. Die ersten beiden Tage waren mühsam, da fand ich nach der Narkose fast keinen Schlaf. Nun werden die Schmerzmittel aber kontinuierlich runtergefahren», sagt Willimann, die am Dienstagvormittag vor Weihnachten das Spital wieder verlassen konnte.

In einem zweieinhalbstündigen Eingriff ist das Labrum, also die Gelenklippe an der Schultergelenkpfanne, genäht worden. Zudem wurden frei schwimmende Knorpelstücke entfernt und die Schulter stabilisiert. Nötig wurde der Eingriff, nachdem sich die 31-jährige Nottwilerin innert elf Tagen zweimal die Schulter ausgekugelt hatte. Zunächst am 12. November beim Spiel von Spono in Basel, als sie nach einem Wurf unglücklich auf der Hand landete. Und dann am 23. November im Derby gegen den LK Zug bei einem Abschlussversuch ohne gegnerische Einwirkung. Ein MRI-Scan zeigte, dass sie sich die Verletzungen schon in Basel zugezogen hatte. «Es ist mir ein Rätsel, weshalb es mir danach über Nacht wieder viel besser gegangen war. Daher hatte ich angenommen, dass nichts kaputt ist», erklärt Willimann, weshalb sie nur auf die Europacup-Reise nach Ungarn von Mitte November verzichtete und danach wieder in den Wettkampfbetrieb einstieg.

Weihnachten bei den Eltern

Andrea Willimann ist bis nach den Fasnachtsferien nicht arbeitsfähig und wird daher erst am 23. Februar ihre Tätigkeit als Sekundarlehrerin wieder aufnehmen. Bei Spono Nottwil wird die kräftige Kreisläuferin sogar mindestens drei Monate fehlen. Ein Comeback in dieser Saison hält sie allerdings für ­möglich. «Ich würde gerne in der heissen Phase wieder dabei sein», sagt sie mit Blick auf die Entscheidungen in Cup und Meisterschaft, die im April und Mai anstehen. Willimann weiss aber auch: «Das Schultergelenk ist heikel, ich darf hier gar nichts forcieren.» Die Physiotherapie beschränkt sich in den ersten sechs Wochen auf Bewegungsübungen.

«Ich habe keine Angst um Spono»

Willimann wohnt während der Festtage bei ihren Eltern in Nottwil, «damit ich nicht selber kochen und den Haushalt machen muss. Ich werde mich vor allem erholen.» Das fällt ihr nicht leicht, weil sie sich auch abseits der Handballhalle gerne bewegt – beim Joggen oder im Kraftraum beispielsweise. Dank ihrer Routine und dem Kreuzbandriss im Jahr 2007 weiss sie jedoch mit der längeren Verletzungspause umzugehen. ­Zudem stimmt sie die Prognose zuversichtlich: «Ich sollte mein vorheriges Level wieder erreichen können.» Mehr als eine sieben Zentimeter lange Narbe sollte sie physisch nicht mehr an die Schulterverletzung erinnern.

So gerne Willimann für Spono wieder im Einsatz stehen würde – die SPL 1 nimmt ihren Betrieb am 24. Januar wieder auf –, so entspannt betrachtet sie die personelle Situation beim ungeschlagenen Spitzenreiter. «Wir haben ein breites Kader, die Verantwortung ist auf mehrere Schultern verteilt. Ich habe keine Angst, das Team wird auch ohne mich zurechtkommen», sagt die Leistungsträgerin, die zwischen 2011 und 2013 zwei Jahre in der deutschen Bundesliga spielte. Seit Urs Mühlethaler Spono im letzten Sommer übernommen hat, haben die Spielerinnen im mentalen Bereich grosse Fortschritte gemacht und lassen sich durch Ausfälle nicht mehr aus dem Konzept bringen. Der beste Beweis hierfür: der 31:28-Sieg bei Rekordmeister Brühl St. Gallen, der ohne Willimann zu Stande kam. «Mit Urs macht es sehr viel Spass, er ist für uns ein Glücksfall. Er fordert im Training stets das Maximum. Dank ihm wissen wir in jeder Situation, wie wir spielen müssen. Das gibt extrem viel Selbstvertrauen und Sicherheit.»

Verständlich also, dass sie baldmöglichst zurückkehren möchte. Zumal Spono Nottwil nach 2006 endlich wieder Schweizer Meister werden will.

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