Hängepartie um Wiedereröffnung des «Hirschen» in Buttisholz

Das Gasthaus Hirschen in Buttisholz bleibt weiter geschlossen. Grund sind Differenzen zwischen den Eigentümern und dem Gemeinderat. Doch das letzte Wort scheint noch nicht gesprochen.

Ernesto Piazza
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Die Zukunft des Gasthauses Hirschen in Buttisholz ist noch immer ungewiss: Eigentümer und Gemeinderat sind sich nicht einig. (Bild: Boris Bürgisser, 3. Juli 2019)

Die Zukunft des Gasthauses Hirschen in Buttisholz ist noch immer ungewiss: Eigentümer und Gemeinderat sind sich nicht einig. (Bild: Boris Bürgisser, 3. Juli 2019)

Frische Menus, regionale Lieferanten, gemütliches Ambiente: So sah das neue Konzept für das Gasthaus Hirschen in Buttisholz aus. Doch nach fast zwei Jahren Vorbereitungszeit wird das Projekt auf Eis gelegt. Der seit Ende 2014 geschlossene «Hirschen» bleibt weiter zu. Das hat die GAB-Genossenschaft als Hauptaktionärin der Gasthaus Hirschen AG mitgeteilt. Als Grund gibt sie gescheiterte Verhandlungen mit der Gemeinde an (Ausgabe von gestern).

Nach intensiven Abklärungen wollte die Gasthaus Hirschen AG das Lokal mit einem neuen Konzept wiedereröffnen. Geplant war eine sanfte Modernisierung, ohne jedoch den ursprünglichen Charakter des Gebäudes aufzugeben. «Das neue Konzept stiess auf grosse Akzeptanz. Zudem konnte eine Betriebsgesellschaft gefunden werden, die sich bereit erklärte, das Gasthaus zu pachten», sagt Andras Bucher, Geschäftsführer der GAB-Genossenschaft. Zudem habe die Bauabteilung der Gemeinde grünes Licht für die Sanierung des Lokals gegeben.

Investoren verlangen Sicherheiten

Um die Arbeiten umsetzen zu können, strebte man explizit die Zusammenarbeit mit Buttisholzer Investoren an. «Doch die potenziellen Geldgeber erwarteten verständlicherweise gewisse Sicherheiten», erklärt Norbert Aregger, Präsident der GAB. Diese habe man den Aktionären gewährleisten wollen – und zwar mit dem Kauf eines angrenzenden Grundstücks. «Doch die Verhandlungen mit der Gemeinde über ein verbindliches Kaufrecht sowie über mögliche Alternativen sind gescheitert.»

Der Gemeinderat seinerseits spricht davon, die Verhandlungen nicht abgebrochen zu haben. «Wir sind an der letzten Sitzung vom 30. Oktober so verblieben, für mögliche Investoren eine Interessentenveranstaltung durchzuführen», sagt Gemeindepräsident Franz-Xaver Zemp (CVP). «Uns wurde dazu auch eine konkrete Namensliste vorgelegt und wir hatten gegen die erwähnten Personen überhaupt nichts einzuwenden.» Ein wesentlicher Knackpunkt für den Gemeinderat ist beim Hirschen-Projekt, «dass wir aus dem heutigen Stand der Zentrumsentwicklung noch kein eigentliches Bauvolumen erkennen können, über das sich verhandeln lässt», erklärt Zemp.

Darüber hinaus seien die Fragen der Grundversorgung, des ÖV-Standorts und der Parkierungsmöglichkeiten noch nicht beantwortet. «Weiter habe ich im Auftrag des Gemeinderates Ende August ein mögliches Finanzierungsszenario den verantwortlichen Gremien vorgeschlagen.» Hierüber seien aber immer wieder Zweifel ins Feld geführt worden, so der Gemeindepräsident.

Gemeinderat bedauert öffentliche Debatte

Was bedeutet das Scheitern für Buttisholz? «Für den Gemeinderat ist es wichtig, erst die zentralen Fragen im Rahmen der Zentrumsentwicklung zu klären und Planungssicherheit zu schaffen. Wobei die beiden Aktionäre ursprünglich vereinbart hätten, dass die Gasthaus Hirschen AG erste Verhandlungspartnerin bei einem allfälligen Erwerb der benachbarten Hirschenparzelle ist», so Zemp. Negativ sei, dass eine Diskussion öffentlich über intern zu klärende Fragen geführt werde. Die GAB begründet den Schritt an die Öffentlichkeit jedoch damit, dass die lokale Bevölkerung über die fehlende Aussicht einer Neueröffnung unter den gegebenen Umständen informiert werden soll.

Zudem sagt Aregger: «Wir reichen der Gemeinde auch künftig die Hand für Gespräche.» Doch dafür brauche es ebenfalls ein Entgegenkommen der Behörde. Zemp dazu: «Es geht um die Gestaltung der Zukunft und nicht um die Bewirtschaftung der Vergangenheit.» Nun will man schnell alle Interessierten an einen Tisch holen, um doch noch einen Weg aus der verfahrenen Situation zu finden.