Hangrutsch Weggis: Bei Regen droht Gefahr

Der rutschende Hang am Tannenberg in Weggis verhält sich momentan ruhig. Bei erneuten Niederschlägen kann sich dies aber schnell wieder ändern. Verstärkte Palisaden sollen die unten liegenden Siedlungsgebiete schützen.

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Hangrutsch im Gebiet Tellirubi oberhalb von Weggis. (Bild: PD)

Hangrutsch im Gebiet Tellirubi oberhalb von Weggis. (Bild: PD)

Vor einer Woche ist in Weggis nach starken Niederschlägen ein Hang am Tannenberg ins Rutschen geraten und hat eine Strasse oberhalb eines Wohnhauses verschüttet. Wie die Gemeinde nun mitteilt, hat sich die Rutschung momentan dank des trockenen Wetters stark verlangsamt.

Gelegentliche Nachrutschungen

Der vorderste Teil der Rutschung hat den Objektschutzdamm oberhalb des Hauses auf einigen Metern weggedrückt und weist über der Tannenbergstrasse eine Mächtigkeit von über fünf Metern auf. Das Wohnhaus konnte unter Rücksprache mit Mietern und Grundeigentümern zwischenzeitlich geräumt werden.

Die ganze Erdmasse weist laut Mitteilung der Gemeinde momentan grosse Risse auf, die entsprechend offen sind und gelegentlich zu Nachrutschungen führen. Die Bäume in diesem Bereich seien gefällt und mit Helikopter ausgeflogen worden. Bereits am Freitag wurden im Umfeld zudem Stahlwandpalisaden aufgebaut und die bestehenden Holzpalisaden entlang der Tannenbergstrasse erneuert und verlängert. Ingenieure und Geologen erarbeiten unter Einbezug von Kantonalen Fachstellen Naturgefahren und der Gemeinde weitere Lösungsszenarien.

Gefahr bei Niederschlägen

Die Wahrscheinlichkeit eines weiteren Vordringens der Rutschung im Zusammenhang mit Niederschlägen sei gross. Mit entsprechenden Sofortmassnahmen zusammen mit der Notfallplanung würden weiteren Rutsch- und Sturzprozesse Rechnung getragen und ein bestmöglicher Schutz der unten liegenden Siedlungsgebiete gewährleistet. Die Überwachung der Rutschbewegungen durch die Notfallorganisation der Feuerwehr kann dank den Sofortmassnahmen wieder im Normalbetrieb laufen, der entsprechend den Wetterverhältnissen intensiviert wird. Das Betreten des weiträumig abgesperrten Gebiets ist verboten.

pd/bep

Weitere Gefahrengebiete in Weggis

Nach starken Schneefällen kippte in der Nacht vom 30. Oktober eine Eiche infolge der hohen Schneelast oberhalb des Mättli-Felsbandes um und fiel in Richtung Liegenschaft Mättliweg 8. Durch die herausgerissenen Wurzeln löste sich zudem ein Nagelfluh-Block. Der Baum nun vor Wintereinbruch entfernt werden. Der Felsblock wird im nächsten Jahr zerkleinert und ebenfalls entfernt. Eine durch Geologen und das Kantonale Forstamt durchgeführte Gefahrenbeurteilung zeigt auf, dass der überalterte Baumbestand oberhalb des Felsbandes eine Gefährdung für die unten liegenden Liegenschaften darstellt. Weitere schräg stehende Bäume verursachen eine potentielle Gefährdung durch Baumschlag und können weitere Sturzprozesse nach sich ziehen. Aus diesem Grund muss in der nächsten Woche in Zusammenarbeit mit dem Revierförster ein grösserer Sicherheitsholzschlag durchgeführt werden. Anschliessend wird die Waldfläche wieder mit neuen Bäumen aufgeforstet werden. Der Schlagabraum wird mittels Helikopterflügen durchgeführt.

Auf Rigi Kaltbad, oberhalb des Fyrabigweges, 75 Meter nördlich des Hotel Bergsonne hat sich anfangs November ein mehrere Kubikmeter grosses Felspaket längs einer Kluft vom festen Felsverband abgelöst. Die Wahrscheinlichkeit ist sehr gross, dass es in der Frostwechselperiode durch Eisbildung abgesprengt wird und am weiter unten liegenden Gebäude Schaden anrichtet. Als Sofortmassnahme hat der Gemeinderat den Felsabtrag in Auftrag gegeben, der in diesen Tagen ausgeführt wird. Während den Felsräumarbeiten wird ein provisorisches Schutznetz aufgestellt.

Ein weiterer Steinschlag ereignete sich Ende September auf Weggiser Boden oberhalb des Wanderweges vom Känzeli zur Grepperalp im Grandwald, wenige Meter entfernt von der Gemeindegrenze zu Greppen. Dabei wurde das Geländer der unterhalb liegenden Holzbrücke zerstört. Als Sofortmassnahme wurde das Geländer repariert. Im Gebiet obere Buchen / Chlämmerli oberhalb des Steiglenweges erfolgte anfangs Oktober ein Felssturz von ca. 100 m3. Die Felsmassen kamen in der rund 30 Meter tiefer gelegenen Wiese direkt am Hangfuss zur Ablagerung. Die aktuelle Gefährdung der Wanderwege durch diese zwei Ereignisse wird als gering eingeschätzt.

pd