«Happy-End» für Scherrers Garten – Firma aus Malters übernimmt Pflanzenschenkung

Die Ebikonerin Retha Scherrer wird ihre Pflanzen einem lokalen Gartenbauunternehmen vermachen. Auf dem Firmengelände soll ein nach ihr benannter Themengarten entstehen.

Emanuel Schüpfer
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Geschäftsleiter Marco Meier und Retha Scherrer mit Schenkungsurkunde auf dem Gelände der Hodel & Partner AG in Malters. (Bild: Patrick Hürlimann, 12. November 2019)

Geschäftsleiter Marco Meier und Retha Scherrer mit Schenkungsurkunde auf dem Gelände der Hodel & Partner AG in Malters. (Bild: Patrick Hürlimann, 12. November 2019)

Nach über 40 Jahren Pflege ihres «Bijou-Garden» mit inzwischen über 200 Pflanzen beschloss Retha Scherrer (68) aus Ebikon, einen Schlussstrich zu ziehen und ihre Pflanzen gratis wegzugeben. Nachdem die Gemeinde Ebikon ihr Schenkungsangebot abgelehnt hatte, suchte sie weiterhin einen Ort für ihre Pflanzen. Mit dem Gartenbauunternehmen Hodel und Partner AG Malters hat Scherrer nun einen dankbaren Abnehmer gefunden, wie sie unserer Zeitung mitteilt.

Öffentlicher Themengarten

Gut ein Dutzend Anrufe und E-Mails erreichten Scherrer in den Tagen nach der Veröffentlichung des Zeitungsartikels. Scherrer habe aber viele Absagen erteilen müssen, da keine der Anfragen ihren Vorstellungen entsprach. Als jedoch das Unternehmen anklopfte, war ihr Interesse geweckt. Am Dienstag luden Geschäftsleitungsmitglied Marco Meier und Landschaftsarchitekt Beni Geissbühler Scherrer auf das Firmengelände ein und eröffneten der passionierten Gärtnerin ihre Pläne. 

Auf der rund 35'000 Quadratmeter grossen Gartenpark-Fläche des Firmengeländes im Kaiserhof Malters soll aus Scherrers Gewächsen ein romantischer Themengarten entstehen. «Wir können uns gut vorstellen, ein Gartenhaus, Kaffeehaus oder einen Pavillon im Zentrum zu errichten und ringsherum den Garten anzulegen», erklärt Meier. Die umfangreiche Pflanzensammlung von Frau Scherrer stelle laut Meier hohe Anforderungen an die Planung: «Die grosse Herausforderung ist es, die Pflanzen zu einem stimmigen Gesamtensemble zu arrangieren.» Auch benötigen die oft sehr jungen Pflanzen intensive individuelle Pflege. «Diese Aufgabe wird uns sicher auf Trab halten», stellt Geissbühler fest.

Scherrers Herzensangelegenheit, dass der Garten für die Allgemeinheit zugänglich ist, wird wahrgenommen: «Die Leute können in Zukunft am Wochenende auf unsere Anlage kommen, Garten und Pflanzen erleben und sogar unsere Grillstellen benutzen», sagt Meier. «Wichtig ist es, den Garten als Einheit zu pflanzen, wie dies Frau Scherrer auch gewünscht hat. Alles andere wäre falsch», so Meier weiter.

Retha-Scherrer- oder 
Bijou-Garden?

Noch im kommenden Winter werden Facharbeiter von Hodel und Partner die Wurzelballen der Pflanzen umstechen. «So werden die Pflanzen gezwungen, neue Wurzeln zu schlagen», erklärt Scherrer. Dies sei eine der Massnahmen, die im Vorfeld der Verpflanzung getroffen werde. «Gerne würden wir die Anlage auf den Namen ‹Retha-Scherrer-Garten› taufen», so Meier. Scherrer gibt sich bescheiden und winkt ab: «‹Bijou-Garden› wäre mir da lieber.» Geplant ist die Garten-Umsiedlung im Herbst und Winter 2020/21. Bis dahin bleibt genügend Zeit für die definitive Namenswahl und detaillierte Gestaltungsplanung.

«Wir möchten dem ‹Bijou-Garden› ein neues Zuhause schenken, wo Leidenschaft und Liebe zu Pflanzen gelebt werden und die Pflanzen unter diesen Aspekten weiterwachsen können», sagt Marco Meier. Eine Win-Win-Situation: «Es ist genau das, was ich mir gewünscht habe und ich spüre, dass hier mit Leidenschaft und Herzblut gearbeitet wird.» Einziger Wermutstropfen: «Nach der Verpflanzung wird mein Garten auf jeden Fall sehr kahl sein», sagt die 68-jährige Hobby-Gärtnerin.