HARDDISCOUNTER: Aldi macht Zigarettenwerbung – mit Luzern

Der deutsche Discounter Aldi macht mit einem ungewöhnlichen Sujet Reklame für seine Billigzigaretten: Der Luzerner Kapellbrücke. Das stösst dem Tourismusdirektor sauer auf.

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Ausschnitt aus der «Libertine»-Werbung. (Bild pd)

Ausschnitt aus der «Libertine»-Werbung. (Bild pd)

Je Stange kostet sie nur 45.90 Franken, die orange, gelbe und rote Version von Aldis «Libertine»-Zigaretten mit 4 bis zu 10 Milligramm Nikotin. Vom Mustang-Logo und vom Namen her soll das Produkt wohl mit Werten wie Freiheit und französischem Savoir-vivre assoziert werden. Und scheinbar passt zu diesem dandyhaft-legeren Auftritt auch ganz gut Luzern ins Bild. Werbung für die Billig-Glimmstängel macht Aldi in der hauseigenen Postille, die im Umkreis ihrer schweizweit 94 Filialen und über Postwurfsendungen verteilt wird, nämlich mit einem Foto, das (von der Perspektive her auf dem Rathaussteg aufgenommen – oder handelt es sich um eine Montage?) von einem Bistrotisch den Blick auf Kapellbrücke und Wasserturm eröffnet.

«Raucher-Image passt nicht zu Luzern»
«Aldi hat uns nicht mitgeteilt, dass er die Bilder von Luzern zu diesem Zweck benützen wird», wird Marcel Perren, Direktor von Luzern Tourismus, in einem Artikel der welschen Zeitung «Le Matin» zitiert. Im Gegensatz zur Marke Luzern seien die Symbole der Stadt nicht durch ein Copyright geschützt. «Was an der Anzeige von Aldi stört, ist, dass diese nicht wirklich mit dem Image zusammenpasst, das wir Luzern geben wollen», so Perren weiter. Luzern Tourismus möchte die hohe Lebensqualität der Stadt betonen, etwas, das mit einer Zigarettenwerbung eher suboptimal erreicht werde, präzisiert er. Zudem könnte es Leute aus der Region an den Brand der Kapellbrücke im Jahr 1993 erinnern, sagt Perren auf Anfrage. Er wolle den Werbern diesbezüglich jedoch keineswegs eine böse Absicht unterstellen. Es wäre einfach begrüssenswert gewesen, wenn sich Aldi mit Luzern Tourismus vorgängig in Kontakt gesetzt hätte – so wie das etwa Mercedes für eine Reklame vor einiger Zeit getan hätte.

Laut Aldi hat man das Bildrecht für das «national wie international bekannte Sujet» auf legalem Weg käuflich erworben. Die Werbung «rege zu einer entspannenden Pause in traumhafter Umgebung an», wie es in einer Stellungnahme heisst.

Dave Schläpfer/ana