HARIS DUBICA: Luzerner Videoclip mit «Balkan-Oscar» geehrt

Der bosnische Sänger Dino Merlin füllt in seiner Heimat ganze Stadien. Haris Dubica aus Emmenbrücke bekam die Chance, für sein Idol einen Videoclip auf dem Gütsch zu drehen.

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Haris Dubica (rechts) mit Dino Merlin bei den Dreharbeiten beim Château Gütsch. (Bild zVg)

Haris Dubica (rechts) mit Dino Merlin bei den Dreharbeiten beim Château Gütsch. (Bild zVg)

«Ich liebe es, in Luzern zu drehen, da meine Stadt die schönste der Welt ist und unzählige interessante Locations bietet.» Diese Verbundenheit mit der Region hat Haris Dubica bereits mit seinem Musikclip zu Sasa Kovacevics Song «Mila» (siehe Artikelverweis) oder dem im Luzerner Hotel Alcatraz gedrehten Video zu «Moja Srno» von Dado Polumenta unter Beweis gestellt.

«Das war schon immer mein Traum»
Für den 27-Jährigen, der in Emmenbrücke aufgewachsen ist und wohnt, hat alles mit einem grossen Wunsch angefangen, der in Erfüllung gegangen ist: Dubica konnte Regie beim Videoclip zum Song «Deset mladja» (deutsch: «Zehn Jahre jünger») von Dino Merlin führen. Der 47-Jährige zählt zu den erfolgreichsten Sängern im Raum des früheren Jugoslawiens. «Ich bin ein grosser Dino-Merlin-Fan, ich kenne alle seine Lieder gehe zu jedem Schweizer Konzert von ihm. Es war schon immer ein Traum, etwas für ihn zu machen», bekennt Dubica.

Der Dreh zu «Deset mladja», einer Ballade über ein erschüttertes Liebesglück und zugleich Dubicas erste professionelle Videoarbeit, hat Ende 2008 in den Räumlichkeiten des Châteaus Gütsch oberhalb von Luzern stattgefunden, die für den Dreh während zwei Tagen gemietet worden waren. «Ich habe es ein halbes Jahr vorbereitet, denn ich wusste, dass dies die Chance meines Lebens ist, einen Karierresprung zu machen», erinnert sich der ehemalige DJ (daher auch der Name «DJ DaJo» seiner Produktionsfirma). Als Kameramann wurde Aladin Hasic verpflichtet, der etwa auch den aus der Coop-Werbung bekannten Ökologie-Clip des Rappers Stress gedreht hat. «Jede Szene wurde hundert Mal überdacht. Auch investierte ich sehr viel Zeit mit der Suche nach einer Schauspielerin für die Hauptrolle. Diese sollte eine depressive Frau spielen.» Mit Giusy lo Brutto, einer Zürcherin mit sizilianischen Wurzeln, sei schliesslich die perfekte Besetzung gefunden worden. («Ganz Ex-Jugoslawien ist von ihr begeistert.») Entsprechend Dubicas Credo «Jeder Song hat eine Seele, die ich filmerisch umsetzen möchte» wurde «Deset mladja» der Atmosphäre wegen in Schwarzweiss umgesetzt.

London, Lissabon – und Luzern
Das Video für Dino Merlin hat sich als Türöffner für Haris Dubica erwiesen: «Das Video wurde in über zehn Ländern auf über 30 TV-Stationen ausgestrahlt. Ich wurde in verschiedene Talkshows eingeladen – mein Leben hat sich dadurch verändert», sagt Dubica. Bei seinen aktuellen Projekten befänden sich inzwischen jeweils bis zu 40 Leute am Set, alles sei viel professioneller geworden. Er reise auch sehr viel: «Für das neue Musikvideo von Dino Merlin, das wir zurzeit produzieren, machte mein Team eine halbe Weltreise. In diesem Clip werden Szenen aus Tokio, London, Luzern, Sarajevo, Madrid, Lissabon, Dubai und New York zu sehen sein.»

Eines der nächsten Ziele des Regisseurs ist es, auch für Künstler aus der Schweiz und Deutschland – Favoriten wären Baschi und Xavier Naidoo – filmerisch tätig zu sein. Auch längerfristig hat Haris Dubica, dessen Clips durch einen cineastischen Touch auffallen, hohe Ambitionen: «In drei Jahren möchte ich den Schritt in die Spielfilmwelt wagen. Ich arbeite bereits an einem Drehbuch – auch Luzern kommt darin vor.»

Zur Preisverleihung nach Serbien
Am vergangenen Montag ist er seinen ehrgeizigen Vorsätzen ein Stück näher gekommen: Von den Zuschauern des grossen balkanischen Medienverbundes «Svet Plus» – Dubica vergleicht die unter diesem Dach beheimatete, gleichnamige TV-Station als «ex-jugoslawisches MTV» – ist der auf Youtube inzwischen gesamthaft über ein Million Mal abgespielte Musikclip «Deset mladja» zum «Video des Jahres» erkoren worden. Dubica, der im Januar an die Preisverleihung nach Serbien fliegen wird: «Das ist eine grosse Ehre für mich.»

Dave Schläpfer

Videoclip zu «Deset mladja» (deutsch untertitelt):