HARMOS: Am 28. September wird abgestimmt

Am 28. September stimmt das Luzerner Volk über den Beitritt des Kantons Luzern zur Interkantonalen Vereinbarung über die Harmonisierung der obligatorischen Schule (auch HarmoS-Konkordat genannt) ab.

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(Symbolbild Keystone)

(Symbolbild Keystone)

An der heutigen Medienkonferenz stellten Bildungsdirektor Anton Schwingruber und der Vorsteher der Dienststelle Volksschulbildung, Charles Vincent, die wichtigsten Inhalte des Konkordates vor.

Struktur, Ziele, Instrumente einheitlich
Das HarmoS-Konkordat setzt die in der Volksabstimmung vom 21. Mai 2006 beschlossene Änderung der Bundesverfassung bezüglich der Harmonisierung der obligatorischen Schule in den 26 Schweizer Kantonen um.

Im Konkordat werden Vorgaben in vier Bereichen gemacht:

  • Einheitliche Strukturen (inklusive Kindergarteneintritt nach dem vollendeten vierten Lebensjahr).
  • Einheitliche Ziele (inklusive Schaffung eines Lehrplans pro Sprachregion).
  • Gemeinsame Instrumente für die Qualitätssicherung und -entwicklung Organisation des Schultags (inklusive Schaffung von Tagesstrukturen).

Folgende Gründe haben den Regierungsrat und die grosse Mehrheit des Grossen Rates bewogen, dem Beitritt des Kantons Luzern zuzustimmen:

  • Die frühe Förderung der Kinder ist für alle vorteilhaft.
  • Es profitieren alle Kinder vom zusätzlichen Kindergartenjahr.
  • Die Betreuung ausserhalb des Unterrichts erleichtert eine gesunde Ernährung und Sozialkontakte mit Gleichaltrigen.
  • Der einheitliche Lehrplan mit den gleichen Lernzielen baut die Probleme beim Umzug in einen anderen Kanton ab und erleichtert den ausserkantonalen Schulbesuch (zum Beispiel in der Berufsbildung).
  • Die Überprüfung der Zielerreichung durch Leistungsmessungen steigert die Qualität der Schule und erleichtert die Fortsetzung der Bildungslaufbahn.

Zwei wichtige Neuerungen der Vereinbarung hat der Kanton Luzern bereits umgesetzt: Die Realisierung des Fremdsprachenunterrichts und die Einführung von Blockzeiten. Die Einführung von schul- und familienergänzenden Tagesstrukturen ist vom Kantonsrat in erster Lesung beschlossen worden und soll in den nächsten vier Jahren in den Gemeinden bedarfsgerecht umgesetzt werden.

Der Deutschschweizer Lehrplan wird gegenwärtig erarbeitet und wird ab Schuljahr 2012/13 in den Luzerner Schulen eingeführt. Dies gilt auch für die Einführung von Portfolios und Leistungsmessungen. Die Vorverlegung des Kindergarteneintritts soll 2011 vom Kantonsrat beschlossen werden. Die Umsetzung erfolgt anschliessend und dauert etwa vier Jahre. Das heisst also, dass diese Vorverlegung etwa im Schuljahr 2015/16 realisiert sein sollte.

Regierung empfiehlt ein «Ja»
Der Regierungsrat erachtet den Beitritt des Kantons Luzern zum HarmoS-Konkordat laut Medienmitteilung als «wichtigen Schritt für die Schulentwicklung des Kantons Luzern, aber auch für die Zielsetzung eines harmonisierten Bildungsraums in der Schweiz». Der Regierungsrat empfiehlt deshalb am 28. September zusammen mit der grossen Mehrheit des Kantonsrates dem Beitritt des Kantons Luzern zuzustimmen und die Abstimmungsfrage mit Ja zu beantworten.

ana