HARMOS: Bildungsverantwortliche verteidigen HarmoS

Die «Städteinitiative Bildung Volksschule», ein Zusammenschluss der Bildungsverantwortlichen aus 23 Schweizer Städten, verteidigt die Harmonisierungsbestrebungen in der Volksschule.

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Urs W. Studer, Präsident der «Städteinitiative Bildung Volksschule». (Bild Corinne Glanzmann/Neue LZ)

Urs W. Studer, Präsident der «Städteinitiative Bildung Volksschule». (Bild Corinne Glanzmann/Neue LZ)

Die «Städteinitiative Bildung Volksschule» unterstützt die Anstrengungen der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren-konferenz (EDK) zur Vereinheitlichung der strukturellen Eckwerte in der Volksschule, wie der Luzerner Stadtpräsident und Bildungsdirektor Urs W. Studer, am Freitag darlegte.

«HarmoS ist günstig für den Schulerfolg»
HarmoS trage zur Stärkung der Volksschule bei und liege im bildungspolitischen Interesse der Kinder, so Studer. Das Konkordat sehe den Besuch einer Vorschuleinrichtung ab dem erfüllten vierten Lebensjahr vor und bezeichne diesen Vorgang als «Einschulung». Es werde aber nicht – wie die Gegener von HarmoS behaupteten – bereits mit vier Jahren Schulstoff «gebüffelt» oder sogar der Kindergarten abgeschafft, sondern die Kinder besuchten wie bisher den Kindergarten oder eine andere Vorschuleinrichtung während zweier Jahre. Dies tun bereits heute über 86 Prozent aller Kinder in der Schweiz, wie Studer als Präsident der «Städteinitiative Bildung Volksschule» betonte.

Pilotprojekte in verschiedenen Städten hätten gezeigt, dass die verschiedenen Formen des Vorschulunterrichts wie eine Grund- oder Basisstufe nach anfänglicher Skepsis bei Lernenden, Kindern und nicht zuletzt bei Eltern sehr gut ankämen. Sie wirkten sich günstig auf den Schulerfolg aus. Individuell begründete Gesuche der Eltern für eine Verschiebung des Vorschulunterrichts seien auch mit HarmoS möglich.

Tempo 30 und Verkehrsberuhigungen
Die Gegener sehen im HarmoS-Konkordat einen umfassenden Entzug der elterlichen Erziehungsverantwortung, was in den Augen der Befürworter nicht stimmt. HarmoS bringe im Übrigen zwar eine Verlängerung der Schulzeit und ein Obligatorium der Vorschulstufe, nicht aber längere Unterrichtszeiten. Schulergänzende Betreuungsangebote blieben zudem fakultativ und führten ebenfalls nicht zu einer Ausweitung von Unterrichtszeiten. Faktisch ändere sich in vielen Städten und für die allermeisten Kinder nichts.

Die Befürworter von HarmoS räumen ein, dass Kinder im Alter von vier bis acht Jahren gemäss wissenschaftlichen Erkenntnissen noch nicht in der Lage sind, sich im Verkehr richtig zu verhalten. Zum Schutz der Kinder auf dem Schulweg müssten deshalb generell Massnahmen, wie zum Beispiel Tempo 30 und Verkehrsberuhigungen, realisiert werden.

ap