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Schullager in der Krise

Die Luzerner Gemeinden organisieren immer weniger Sommerlager. Die Gründe dafür sind vielfältig. Kriens zum Beispiel musste zwei Lager streichen, weil sich zu wenige Leiter gemeldet haben.
Luca Merlo
Sich verlieben und andere erste Abenteuer erleben: Kinder und Jugendliche erleben in Sommerlagern jeweils sehr viel. Leider finden vor allem aus Kostengründen immer weniger Lager statt. (Bild: LZ Archiv)

Sich verlieben und andere erste Abenteuer erleben: Kinder und Jugendliche erleben in Sommerlagern jeweils sehr viel. Leider finden vor allem aus Kostengründen immer weniger Lager statt. (Bild: LZ Archiv)

Normalerweise führt die Gemeinde Kriens während der Sommerferien drei Lager für Kinder im Primarschulalter durch. In diesem Jahr findet aber nur eines statt. Wie der zuständige Krienser Gemeinderat und Finanzvorsteher Franco Faé (CVP) erklärt, konnten «trotz intensiver Suche» keine geeigneten Leiter gefunden werden. Aufrufe bei Eltern, an der PH Luzern und im Mitteilungsblatt «Kriens Info» hätten leider «nur mässigen Erfolg gezeigt». Einzig ein Elternpaar habe sich gemeldet. Das reichte aber nicht, um die Lager durchzuführen. «Es ist schlussendlich auch eine grosse Verantwortung.» Und viele Lehrpersonen, die oftmals in ihren Ferien solche Lager leiteten, würden «im heutigen Schulalltag schon genug unter Druck stehen», so Faé.

Als Ersatz verweist die Gemeinde auf ihrer Homepage auf die Sommerlager von Pfadi, Blauring und Jungwacht. Die Winterlager werden voraussichtlich wie geplant durchgeführt. Von Seiten der Eltern wurde zuerst befürchtet, die Sommerlager seien aus finanziellen Gründen abgesagt worden. Gemäss Faé sei dies in Kriens zwar nicht der Fall gewesen. Aber: «Die Thematik ist in anderen Gemeinden bestens bekannt. Oft werden die Lager auch aus Spargründen nicht mehr durchgeführt.» Dies bestätigt Kaspar Bättig, Geschäftsführer des Luzerner Lehrerinnen- und Lehrerverbandes. Dort, wo die Sommerlager durch die Volksschulen organisiert würden, werde dieses Angebot vor allem aufgrund der Sparmassnahmen der letzten Jahre vermehrt gestrichen.

Emmen hat Sommerlager vor vier Jahren abgeschafft

Die Gemeinde Emmen zum Beispiel bietet seit 2014 bereits keine Sommerlager mehr an. Damals konnte man sich mit den Lehrpersonen nicht mehr auf eine Entschädigung einigen (wir berichteten). Daraufhin übernahm der private Verein «Zukunftsgestaltung Emmen» die Organisation des Sommerlagers. Gemäss der Homepage des Vereins werden in diesem Rahmen seit zwei Jahren aber auch keine Lager mehr durchgeführt. Für eine Stellungnahme war jedoch weder der Verein noch jemand von der Gemeinde erreichbar. Die jährlichen Winterlager werden indes weiterhin von der Gemeinde Emmen organisiert.

Auch Adligenswil bietet keine Lager mehr an. Etwas anders präsentiert sich die Lage dagegen in Horw. Zwar veranstaltet die Gemeinde seit letztem Jahr auch keine Sommerlager mehr, dies jedoch aus einem anderen Grund: «Wir haben anstelle des Lagers einen Ferienhort aufgebaut», informiert Titus Krummenacher. Er ist Leiter von Familie Plus, der familienergänzenden Kinderbetreuung in Horw. Für den Hort würde die Gemeinde sogar noch mehr Geld ausgeben als für das Lager. «Mit dem Lager war das Angebot aber beschränkter, dort konnten wir aus Platzgründen nur Kinder von der vierten bis sechsten Klasse mitnehmen».

«Das einzige Lager war innert weniger Tage ausgebucht.»

Mit dem Hort würden nun alle Stufen vom Kindergarten bis zur sechsten Klasse abgedeckt. «Zudem wird der Hort über drei Wochen angeboten, das Lager dauerte jeweils nur eine», so Krummenacher. Das Angebot ist sehr beliebt, dieses Jahr betreut der Ferienhort über 40 Kinder. Dass die Nachfrage nach einer Betreuung während der Ferienzeit hoch ist, stellt auch Faé fest: «Das einzige Lager war innert weniger Tage ausgebucht.»

Ebikon sagte Lager wegen zu wenigen Anmeldungen ab

Ebikon hingegen machte die gegenteilige Erfahrung. Das letzte von der Gemeinde organisierte Ferienlager im Winter 2014 musste abgesagt werden, weil es nicht genügend Anmeldungen gab. Seither veranstaltet Ebikon keine Lager mehr. Ebenfalls im Jahr 2014 hat die Kantonsschule Luzern die sogenannte «Studienreise» mit den Maturaklassen aus Spargründen abgeschafft. Das traditionelle Sommerlager der Volksschulen der Stadt Luzern findet aber auch heuer statt.

Sei es nun aus finanziellen Gründen, mangelndem Interesse oder aufgrund fehlender Leiter: Viele Luzerner Gemeinden veranstalten weniger bis gar keine Ferienlager mehr. Auf der anderen Seite baut die Gemeinde Horw das Angebot der Ferienbetreuung aus. Der Lehrerinnen- und Lehrerverband zeigt sich aufgrund dieser Entwicklung besorgt, insbesondere, wenn Sparmassnahmen der Grund für die Streichungen sind. «Wenn die kommunalen Angebote aufgrund der Finanzen immer unterschiedlicher werden, geht das auf Kosten der Chancengleichheit», so Kaspar Bättig.

«Wir möchten die Lager sehr gerne weiterführen und planen deshalb, für die Sommerlager 2019 einen runden Tisch zu organisieren.»

Kriens will neue Möglichkeiten prüfen

Zumindest in der Gemeinde Kriens soll das Ferienlager-Angebot aber wieder ausgebaut werden. Franco Faé erklärt: «Wir möchten diese aus unserer Sicht für die Jugendlichen wichtigen Lager sehr gerne weiterführen. Deshalb planen wir, für die Sommerlager 2019 einen runden Tisch zu organisieren.» Dabei soll gemeinsam mit der Kirche, der Pfadi, der Jungwacht und dem Blauring sowie mit Vertretern von Sportvereinen und der Volksschule über neue Möglichkeiten diskutiert werden. Denn laut Faé will man diese Lager für «Familien, die sich nicht eine dreiwöchige USA-Reise leisten können», weiterhin anbieten.

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