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HASLE: Die jüngste Feuerwehrfrau des Kantons Luzern

Kaum volljährig, geht Alexandra Studer zur Feuerwehr. Obwohl auch Vater und Mutter Feuer­wehrleute sind, tritt sie aus anderen Gründen bei.
Seit diesem Jahr ist Alexandra Studer (18) Mitglied der Feuerwehr Hasle und damit auch die jüngste Feuerwehrfrau des Kantons. (Bild: Boris Bürgisser)

Seit diesem Jahr ist Alexandra Studer (18) Mitglied der Feuerwehr Hasle und damit auch die jüngste Feuerwehrfrau des Kantons. (Bild: Boris Bürgisser)

Matthias Stadler

Die Jugendlichen von heute seien faul und zu nichts zu gebrauchen, lautet eine oft gehörte Beschwerde mancher Erwachsener. Diesen Vorwurf muss sich Alexandra Studer definitiv nicht gefallen lassen. Die im September letzten Jahres 18-jährig gewordene Haslerin ist seit diesem Jahr Mitglied der Feuerwehr Hasle und somit die jüngste Feuerwehrfrau im Kanton, wie Andreas Schmid vom Feuerwehrinspektorat der Gebäudeversicherung Luzern bestätigt. Feuerwehrfrauen sind im Kanton Luzern eine klare Minderheit (siehe Box). In Hasle beispielsweise sind von den 70 Feuerwehrleuten gerade einmal 4 weiblichen Geschlechts.

Die junge Haslerin trat aus einem simplen Grund in die Feuerwehr ein: «Ich möchte Menschen helfen», sagt sie. Deswegen habe sie sich auch für die Sanitätseinheit der Feuerwehr gemeldet. Der Eintritt sei auch eine gute Möglichkeit, um Erfahrung in der Sanität zu sammeln, denn die Haslerin plant, nach ihrer Lehre eine Zweitausbildung zur Rettungssanitäterin zu machen. Momentan absolviert sie die Lehre zur Dentalassistentin in einer Schüpfheimer Zahnarztpraxis und befindet sich im zweiten Lehrjahr.

Feuerwehr ist Familiensache

Der Eintritt per Anfang dieses Jahres war der frühestmögliche Zeitpunkt für Alexandra Studer, da sie im letzten September volljährig wurde und die Feuerwehr Hasle jeweils per Anfang Jahr neue Mitglieder aufnimmt. Minderjährige dürfen nicht in die Feuerwehr. Der Kommandant der Feuerwehr Hasle, Roland Studer, ist gleichzeitig der Vater von Alexandra Studer. Er erklärt, dass sie die Jüngste in der Mannschaft sei, da eine Faustregel besage, dass Männer erst nach der Rekrutenschule und somit zu einem späteren Zeitpunkt in die Feuerwehr aufgenommen würden. Für Frauen gelte dieses ungeschriebene Gesetz nicht. Die Rekrutenschule ist für Alexandra Studer jedoch noch keine Option, wie sie selber sagt. Die Armee habe sie noch nicht in Betracht gezogen.Nicht nur der Vater ist in der Feuerwehr, auch Mutter Manuela Studer leistet seit 2007 Dienst. Wurde die Tochter deswegen unter Druck gesetzt, ebenfalls der Feuerwehr beizutreten? «Im Gegenteil», sagt Manuela Studer. «Alexandra hat sich freiwillig gemeldet, und ich war darüber zuerst sehr überrascht. Aber jetzt sehe ich sie als Kollegin an.» Auch Vater Roland Studer habe «gestaunt, als sie es uns sagte». Es sei ihnen aber wichtig gewesen, dass Alexandra sich freiwillig gemeldet hätte. Und obwohl die Eltern nun auch im Feuerwehrlokal quasi die Vorgesetzten der Tochter sind, hat Alexandra Studer damit kein Problem: «Zu Hause muss ich sowieso auch auf sie hören», sagt sie mit einem Lachen.

Die Wahrscheinlichkeit, dass die Feuerwehr Hasle noch weiteren Zuwachs der fünfköpfigen Familie Studer erhält, ist nicht unwahrscheinlich. Von den drei Töchtern zeigt sich auch Tatjana (15) interessiert am Dienst. Die jüngste Tochter Natascha (14) habe aber noch keine entsprechenden Wünsche geäussert, wie Roland Studer ausführt.

Mitte März gehts richtig los

Obwohl Alexandra Studer noch keine Feuerwehrübung mitmachen konnte, hat sie die Schutzkleidung und Ausrüstung bereits gefasst. Richtig los geht es für die Haslerin Mitte März. Dann nimmt sie an der ersten Hauptübung der Feuerwehr teil. Auf das ganze Jahr verteilt stehen für sie sechs Übungen an. Sie wird dabei in der Sanitätseinheit mit ihrer Mutter sein, welche seit diesem Jahr die Abteilungschefin ist. Eine Jugendliche in der Hasler Feuerwehr wird dann das vermeintliche Bild der faulen und unnützen Jugend auf den Kopf stellen.

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