HASLE: Er soll für die Schweiz eine Medaille nach Hause holen

Heute startet in Lille (F) die Berufs-EM. Die Schweiz hat 13 Athleten am Start, darunter ein Parkettleger aus dem Kanton Luzern.

Matthias Stalder
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Der Koffer ist gepackt. Raphael Vogel (20) freut sich, dass es nun losgeht mit den Berufs-Europameisterschaften. (Bild: Matthias Stalder / Neue LZ)

Der Koffer ist gepackt. Raphael Vogel (20) freut sich, dass es nun losgeht mit den Berufs-Europameisterschaften. (Bild: Matthias Stalder / Neue LZ)

Er ist 20-jährig und hat im Sommer seine zweite Lehre abgeschlossen. Obwohl noch sehr jung, ist Raphael Vogel eine der grossen Schweizer Medaillenhoffnungen an den diesjährigen Berufs-Europameisterschaften «Euro Skills Competition» in Lille (siehe Box). Raphael Vogel fährt als Teilnehmer bei den Bodenlegern in den Norden Frankreichs. Er wurde ausgewählt, weil er bei den Schweizer Meisterschaften 2012 den ersten Platz als Bodenleger Fachrichtung Parkett erreicht hatte.

Raphael Vogel ist gelernter Parkettleger und hat eine Zusatzlehre in der Fachrichtung textile und elastische Bodenbeläge gemacht. Sein Chef, Andreas Wicki, lobt seine Arbeitsweise. Der junge Hasler arbeite sehr präzise und könne sich gut konzentrieren. Zudem werde er nicht schnell nervös und sei sehr ruhig.

Handwerken im Blut

Ein Mann der grossen Worte ist Raphael Vogel in der Tat nicht. Er wirkt überlegt und freundlich. Wir treffen ihn am Tag vor seinem Abflug nach Frankreich. Sein Koffer ist bereits fein säuberlich gepackt. Nun freue er sich auf den kommenden Wettkampf. Äusserlich scheint er sehr ruhig, aber ein Kribbeln in den Fingern habe er an diesem Tag bei der Arbeit schon gespürt, gibt er lachend zu.

«Wenn man einen Boden verlegen kann, ist das das Schönste», sagt Raphael Vogel über seine Arbeit. Man sehe am Abend, was man den ganzen Tag gemacht hat. Der begeisterte Hobbyskifahrer und Sportschütze wusste schon früh, dass er Parkettleger werden will. Zufall ist seine Wahl nicht – das Handwerkliche liegt den Vogels im Blut. Sein Vater ist gelernter Schreiner und führt nun eine Decken- und Innenausbaufirma. Sein Götti hat früher ebenfalls als Parkettleger gearbeitet. Auch Raphael Vogels jüngerer Bruder hat einen handwerklichen Weg eingeschlagen, er absolviert momentan die Lehre zum Zeichner Fachrichtung Ingenieurbau.

Die Familie unterstützt ihn

Die Schweizer Delegation ist seit vorgestern in Lille, inklusive Raphael Vogel. Seine Familie reist morgen nach. Den Anlass können sie sich nicht entgehen lassen, sagt Vater Erwin Vogel. Er sieht die Chancen zu einer Topplatzierung seines Sohnes als sehr gut. Das Rennen bei den Bodenlegern werde wahrscheinlich unter dem Deutschen, Österreicher und Schweizer Teilnehmer ausgemacht. Die Stärke seines Sohnes sei, dass er sich «richtiggehend abschotten» könne, sagt Vater Erwin. Das brauche es auch, da um ihn herum sehr viel los sein werde. Und wenn er sich dadurch ablenken lasse, habe er keine Chance.

Egal wie er abschneidet, die Eltern sind so oder so stolz auf ihren Sohn. Er habe schon so viel erreicht, der Titel zum Schweizer Meister sei schon grossartig gewesen, sagt der Vater. Seine Erfolgschancen beurteilt Raphael Vogel selber als gut. Sein Ziel sei es, die Bronzemedaille, welche sein Vorgänger vor zwei Jahren für die Schweiz holte, zu verteidigen.